Wir im Saarland - Kultur (17.11.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

Der deutsch-französische Austausch in der Grenzregion ist vielfältig. Besonders fruchtbar ist er in der Kultur. Das zeigt auch das Kinder- und Jugendtheater-Festival Loostik, das in diesem Jahr in die 9. Auflage ging. Wir im Saarland - Kultur war dabei. Außerdem berichtet die Sendung über einen Mann, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, Musik und mehr Kultur auf‘s Land zu bringen.

Sendung: Mittwoch 17.11.2021 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Ein Festival ohne Grenzen

In einer Region, die kaum noch Grenzen kennt, kommt das Publikum aus Deutschland ins Theater in Frankreich und umgekehrt. Das Festival Loostik steht für den Geist der Großregion und will die Generation von morgen von klein auf für die Kultur und Sprache der Nachbarn begeistern.

Ob aktuelle Bühnenkunst freier Companien, Einblicke in unbekannte Ästhetik oder die unterschiedlichsten Theaterdisziplinen in all ihren Facetten: Das Festival Loostik hat auf den Bühnen in Saarbrücken und Forbach viel geboten. Als deutsch-französisches Festival für junges Publikum steht es seit jeher für die Verständigung über die Grenze hinweg. Nach dem Corona-Jahr durften Kinder und Jugendliche wieder live ins Theater. Wir im Saarland - Kultur hat einige Veranstaltungen besucht und zeigt das bunte Portfolio der gelebten deutsch-französischen Freundschaft.


Genuss und Hochkultur auf dem Land

Das Saarland ist traditionell ländlich geprägt. Zwar gibt es auch hier an manchen Orten das Phänomen Landflucht, doch der ländliche Raum steht auch dank zahlreicher Projekte gut da. Die Saarländerinnen und Saarländer lieben ihre Kleinode - und dazu gehört auch der Leickshof.

Eckhard Schon hat mit seinen 79 Jahren schon viel erlebt: Er ist Philosoph, Antiquar und Wirt. Eines seiner größten Projekte ist der Leickshof. Aus einem alten Bauernhaus hat er einen Ort erschaffen, der von Anfang mehr sein sollte als Kneipe oder Restaurant; er sollte Hochkultur auf's Land bringen. An diesem Fleckchen im Westen des Saarlandes unweit der französischen Grenze, organisiert er Kammerkonzerte und Lesungen und regt seine Gäste zum Gespräch miteinander an. Der Familienbetrieb ist eine Kulturinstitution in Siersburg geworden, die auch Menschen aus der Großstadt anlockt. Maureen Welter stellt ihn in der Reihe "Kulturorte" vor.


Kinder- und Jugendbuchautorin Irmgard Kramer über ihre Lesereise im Saarland

Im Gespräch mit Jochen Erdmenger spricht Kinder- und Jugendbuchautorin Irmgard Kramer über ihre bisherigen Buch-Veröffentlichungen und warum ihr die Begegungen mit jungen Lesern und Leserinnen wichtig sind. Im Moment befindet sich Kramer auf Lesereise im Saarland.


"Spieler und Tod" - feiert Uraufführung in der sparte4

Der Tod ist in unserer heutigen Gesellschaft ein Tabu. Menschen sterben nicht; sie "gehen von uns" oder sie "verlassen" uns. Doch dieses Wort, das einen endgültigen Bruch beschreibt, vermeiden wir oft. Björn SC Deigner stellt sich dem mit seinem neuen Stück " Spieler und Tod" entgegen. Uwe Loebens hat den Leiter der sparte4 beim Inszenieren begleitet.

Thorsten Köhler (Foto: Honk Photo)
Thorsten Köhler

Björn SC Deigner hat ein Stück geschrieben, in dem viel gestorben wird. Deigner machte sich einen Namen als Hörspielautor. Zuletzt zog es ihn verstärkt auf die Bühne. Denn: "Das Theater ist nicht tot. Das Theater ist sogar das Leben. Das blühende Leben an und für sich", wie er schreibt. Dass die Uraufführung dieses Stückes in Saarbrücken stattfindet, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern der Arbeit von Thorsten Köhler geschuldet.

Der inszeniert selbst, leitet aber vor allem in der Nachfolge Christoph Diems die sparte4, die kleinste und vielleicht nahbarste Bühne des Saarländischen Staatstheaters. Uwe Loebens hat er Einblick in seine Arbeit gewährt.


Mit Kunst aus der Krise - der Maler Wolfgang Jung

Der Maler Wolfgang Jung ist seit 5 Jahren infolge einer Erkrankung blind. Als er nach und nach sein Sehvermögen verlor, musste er seinen Beruf als Tischler aufgeben, in Frührente gehen und durchlitt zwei Jahre lang eine tiefe Depression. Die Malerei half ihm, sich aus diesem Loch zu befreien.

Wolfgang Jung kann sich noch gut an die farbige Welt erinnern. Deshalb sind seine Bilder schon in seinem Kopf sehr bunt. Wenn er dann versucht, sie auf die Leinwand zu bringen, braucht er kleine Tricks und eine Helferin. Ein kleiner Farbscanner verrät ihm, mit welcher Farbe er gerade arbeitet. Seine Frau bringt zum Beispiel Töpfe aus der Küche, wenn er einen Kreis malen will. Sie hat ihm auch geholfen, seine Malerei an die Öffentlichkeit zu bringen. In Pirmasens sind seine Bilder an mehreren Orten zu sehen und regen zum Gespräch an. Zurzeit bereitet Wolfgang Jung eine Ausstellung in Berlin vor. Krystelle Jambon hat ihm beim Malen über die Schulter geschaut.


Moderation: Jochen Erdmenger

Eine Stimme von SR 2: Jochen Erdmenger (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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