Wir im Saarland - Kultur (10.11.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

Eineinhalb Jahre sind vergangen, seitdem Susan Weinert den Kampf gegen ihre schwere Krankheit verloren hat. Ihr Mann lässt das Vermächtnis der bekannten Jazzgitarristin in seinem Trio weiterleben. Wir im Saarland - Kultur hat es in Neunkirchen besucht. Außerdem berichtet die Sendung über aktuelle Ausstellungen im Weltkulturerbe Völklinger Hütte und dem Saarlandmuseum.

Sendung: Mittwoch 10.11.2021 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Susan Weinerts musikalisches Erbe

Eineinhalb Jahre sind seit dem Tod der Neunkircher Gitarristin Susan Weinert vergangen. Vergessen ist sie aber längst nicht. Ihr Mann Martin, der viele Jahre gemeinsam mit ihr musiziert hat, lässt sie in seiner Musik weiterleben. Karsten Neuschwender stellt sein „Rainbow Trio“ vor, das nach der Corona-Pause erstmals in der Alten Gebläsehalle auf der Bühne stand.

Noch einen Tag vor Susan Weinerts Tod unterhielt sie sich mit ihrem Mann über die gemeinsame Musik. „Sie hat immer gesagt, sie schreibe alles für mich“, ist beim begnadeten Kontrabassisten hängen geblieben. Gemeinsam entschieden die beiden auf dem Sterbebett, dass Martin Weinert weitermachen würde. Oft musiziert er dank der technischen Möglichkeiten sogar noch gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau. Auf der Bühne erzählt er gern von ihr und spielt weiter ihre Songs. Sein Rainbow Trio ergänzen Pianist Sebastian Volz und die französische Violinistin Héloise Lefebvre. Karsten Neuschwender stellt das Ensemble vor.


Anette Kührmeyer zur Jubiläumsausgabe des Festival Primeurs

Am 17. November beginnt die Jubiläumsausgabe zum 15. Geburtstag des Festival Primeurs. Es dreht sich wieder alles um die französische Gegenwartsdramatik. Sechs Stücke kommen zweisprachig als Lesungen auf die Bühnen der Alten Feuerwache in Saarbrücken, des Le Carreau in Forbach oder als Live-Hörspiel ins Studio 1 des Saarländischen Rundfunks. Anette Kührmeyer vom SR2 Kulturradio ist eine der Verantwortlichen des Festivals und spricht im Interview über die bevorstehende Jubiläumsausgabe.


Kulturtipps

Die Kulturtipps der Woche vom 10. November.


Der Kaspar Hauser der Kunstgeschichte in der Modernen Galerie

Kunsthistorische Kategorien stoßen an ihre Grenzen, wenn es um das Werk von Lovis Corinth geht. Der ostpreußische Maler zählt zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der Jahrhundertwende. In eine Schublade stecken ließ er sich nie. Das Saarlandmuseum widmet ihm nun eine Ausstellung - und eine parallel stattfindende Schau seiner Schülerin, Ehefrau und Muse Charlotte Berend-Corinth.

Lovis Corinth war ein Provokateur. Er verbannte die Prüderie der wilhelminischen Kaiserzeit nicht nur aus mythologischen Gemälden, sondern auch aus den Porträts seiner Schülerin und späteren Ehefrau Charlotte Berend. Sie spielt eine zentrale Rolle in Corinths Werk - und war zugleich selbst eine angesehene Künstlerin. Lange Zeit geriet sie im Schatten ihres Mannes in Vergessenheit. Einen ersten neuen Auftritt in einer eigenen Schau, parallel zu Lovis Corinth, hat ihr jetzt die Direktorin des Saarlandmuseums, Andrea Jahn, verschafft. Harriet Weber-Schäfer hat die Doppelausstellung besucht.


1986 - fotografisches Porträt eines ungewöhnlichen Jahres

Ein Zufall: 1986 machte die Völklinger Hütte dicht und im selben Jahr fotografierte Michael Kerstgens, damals noch Student an der Folkwang Hochschule in Essen, mit einem Stipendium des "Verbandes deutscher Wohnwagenhersteller" zum Thema "Freizeit". Jetzt wurde die Ausstellung der Fotos von Kerstgens in Völklingen verlängert.

41 Fotos aus diesem Jahr sind im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sehen. Die Ausstellung "1986. Zurück in die Zukunft" porträtiert eine Zeit, in der der Wandel weg von der Industrieproduktion hin zur Dienstleistungsgesellschaft begann. Zeitgeschichtliches - wie menschenleere Straßen in den ersten Tagen nach der Katastrophe von Tschernobyl - ist ebenso dokumentiert wie der Zeitgeist, den man auf Fotos von jungen Menschen auf Rollschuhen, mit Schulterpolstern oder Pullis mit Hugo Boss-Aufdruck sehen kann. Harriet Weber-Schäfer ist mit dem Fotografen Michael Kerstgens durch die Ausstellung gegangen, die noch bis zum 6. Februar nächsten Jahres in der Möllerhalle besucht werden kann.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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