Röchlings letzte Zeugin

Röchlings letzte Zeugin - Geschichte eines mysteriösen Mordes

Wir im Saarland - Kultur extra

Ein Film von Inge Plettenberg  

Die Dokumentation von Inge Plettenberg "Röchlings letzte Zeugin" beleuchtet die Umstände des mysteriösen Mordes an Karl Theodor Röchling kurz vor Kriegsende im Jahr 1944.

Sendung: Mittwoch 27.10.2021 18.50 Uhr

Die ehemaligen Röchlingschen Eisen-und Stahlwerke Völklingen. Heute zum Teil hochmoderne Stahlschmiede, zum Teil Industriedenkmal. Ihren Bereich Eisenerzeugung, die Alte Hütte, kennen wir seit 1996 als Weltkulturerbe. Die 1986 erloschenen Hochöfen bergen aber auch finstere Geschichten. Zwangsarbeiter im zweiten Weltkrieg schufteten dort für die Nazis. Und In dieser Zeit kam es zu einem spektakulären Mordfall. Der Juniorchef des Werkes, Karl Theodor Röchling, kam knapp drei Monate vor Kriegsende im Saarland zu Tode. Der Antinazi, so stellten es Familienmitglieder und Werksangehörige dar, sei von Handlangern der Gestapo ermordet worden. In der Zeitung dagegen stand im Februar 1945, die Mörder seien Russen gewesen.

Karl Theodor Röchling (Foto: SR)

Was geschah wirklich im Völklinger Eisen- und Stahlwerk  am 17. Dezember 1944? Fakt ist: Karl Theodor Röchling und sein Leitender Ingenieur Heinrich Koch kehrten von einem Kontrollgang durch das evakuierte Werk nicht zurück. Erst zwölf Tage später fand man die beiden – tot, erschossen. Die ehemalige SR-Kulturspiegelredakteurin Inge Plettenberg hat jetzt ein Buch veröffentlicht, das die letzten Fäden des Kriminalfalls zusammenlaufen lässt und zu einem eindeutigen Ergebnis kommt. Zu diesem Anlass zeigt das SR Fernsehen noch einmal einen Film von Inge Plettenberg aus dem Jahr 2010.

Zeugin des Mordes

Damals machte sie eine alte Frau ausfindig, die am 17. Dezember 1944 am Tatort war. Die Frau lebte 2010, 89 Jahre alt, in Sankt Petersburg. Inge Plettenberg hat sie dort besucht und ihre Geschichte aufgezeichnet. Die Frau, die nun 67 Jahre lang mit schrecklichen Erinnerungen lebt, ist rückblickend betrachtet, Röchlings letzte Zeugin. Ihre Aussagen können nun verglichen werden mit den Feststellungen der Anklageakte des Sondergerichts Saarbrücken vom Januar 1945. Im Saarland ist diese Akte nicht mehr auffindbar, doch im Februar 2011 fand Inge Plettenberg sie in Paris, auf der Suche nach Spuren dreier Lebenswege von Völklingen über Sulzbach/Saar und Bruchsal bis nach Aichach. Lebenswege, von denen zwei am 20. März 1945 in einem Steinbruch in Bruchsal endeten – am Tag, als das Völklinger Werk von den Amerikanern besetzt wurde. 

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