Wir im Saarland - Kultur (13.10.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

In dieser Woche freuen wir uns mit allen, die endlich wieder die Theater- und Kinosäle füllen dürfen. Wir berichten über die gefeierte Premiere des Andrew Lloyd-Webber-Musicals "Evita" am Saarländischen Staatstheater und erzählen die Geschichte der exzentrischen Kunstmäzenin Peggy Guggenheim. Zusätzlich stellen wir den preisgekrönten Dokumentarfilm "Dear Future Children" vor, der beim diesjährigen Ophüls-Festival vom Publikum als beste Doku gekürt wurde und jetzt in die Kinos kommt.

Sendung: Mittwoch 13.10.2021 18:50


Die Themen der Sendung


Don't cry for me, Argentina - das Kult-Musical Evita am Saarländischen Staatstheater

Wer 1996 schon ins Kino ging, hat sie als Evita vor Augen und im Ohr: Madonna verkörperte die Rolle der Evita Perón damals im Film. Jetzt inszeniert der Starregisseur Gil Mehmert das Musical von Andrew Lloyd-Webber in Saarbrücken. In der Hauptrolle glänzt seine Ehefrau, die gefragte Musicaldarstellerin, Bettina Mönch.

Maria Eva Duarte de Perón, bekannt als Evita, gelang der Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen zur Präsidentengattin. Als sie mit 33 Jahren starb, durchlebt Argentinien eine monumentale Staatstrauer. Gil Mehmert hat das Musical 2016 in Bonn inszeniert und jetzt eine Saarbrücker Fassung daraus erarbeitet. Die Premiere am 9.10. war für Generalintendant Bodo Busse eine große Freude: Zum ersten Mal seit über anderthalb Jahren durfte das Große Haus ohne Maske und Abstand zwischen den Sitzen besucht werden. Karsten Neuschwender hat die Premiere besucht. 

Zu Gast im Studio

Matthias Almstedt – Kaufmännischer Direktor des Staatstheaters

Matthias Almstedt, kaufmännischer Direkter des saarländishen Staatstheaters spricht im Interview über die saarländische Produktion und Aufführung des Stücks Don't cry for me, Argentina. Bei dieser Produktion sei man sich relativ sicher gewesen, dass sie beim Publikum gut ankäme. Ein Selbstläufer sei aber kein Theaterstück.


Peggy Guggenheim - Solo für Edda Petri

Sie war eine Kunst-Bessesene - und fast jeder, der einmal Venedig besucht hat, war in ihrem Palazzo und hat sich ihre wertvolle Kunstsammlung angeschaut. Peggy Guggenheim war die Nichte des berühmten Salomon Guggenheim, dessen von Stararchitekt Frank Lloyd Wright entworfenes Museum bis heute in New York für Furore sorgt. Die Schauspielerin Edda Petri hat das Stück "Peggy Guggenheim - Woman before a Glass" übersetzt und ist selbst in die Titelrolle geschlüpft.

Es geht um ein außergewöhnliches Leben und eine Emanzipationsgeschichte. Peggy Guggenheim sammelte Kunst sowie Künstler und rettete zahlreiche Werke vor den Nationalsozialisten. Verheiratet mit Max Ernst, Geliebte von Samuel Beckett, Mäzenin von Jackson Pollock und Pablo Picasso. Premiere feierte die deutsche Fassung in der Modernen Galerie im Saarlandmuseum in Saarbrücken; von dort soll sie auf Tournee gehen. Chris Ignatzi hat die psychologische Annäherung von Edda Petri und ihrem Regisseur Claude Mangen besucht.


Dear Future Children - Eine preisgekrönte Doku über drei Aktivistinnen

Die jungen Frauen engagieren sich für eine bessere, gerechtere Welt. Rayen protestiert in Chile für soziale Gerechtigkeit, Pepper setzt sich in Hongkong für die Demokratie ein, Hilda kämpft gegen den Klimawandel. Das Langfilmdebüt von Regisseur Franz Böhm hat im Januar beim Filmfestival "Max Ophüls Preis" den Publikumspreis gewonnen und ist in der engeren Auswahl für eine Oscarnominierung.

Während die ganze Welt mittlerweile Greta Thunberg kennt, sind andere Köpfe der weltweiten Protestbewegungen der letzten Jahre weniger bekannt. Franz Böhm, selbst Jahrgang 1999, ist es mit seinem Film gelungen, die Kraft und die Entschlossenheit dreier junger Frauen zu zeigen, die für ihre Werte einstehen wollen, auch wenn es gefährlich wird. Am Donnerstag, dem 15.10., kommt der Film in die Kinos. Das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland, NES, lotet am 26. Oktober im Anschluss an die Filmvorführung in einer Diskussion mit Jean-Philippe Baum, Bildungsreferent für Globales Lernen, Spielräume aus für Handlungsmöglichkeiten im Saarland.


Ein Schatz kehrt heim - wertvolles Porzellan wird nach Ottweiler verschenkt

Wenn es von einem kostbaren Porzellan nur noch etwa 150 Stücke gibt, dann kann man ermessen, wie viel selbst eine kleine Zuckerdose wert sein muss. Eine solche wurde jetzt der Stadt Ottweiler geschenkt; unter der Auflage, dass sie den Ort nie wieder verlassen darf.

Im 18. Jahrhundert war edles Porzellan so etwas wie ein Rolls Royce heute. Und das Porzellan, das Fürst Wilhelm Heinrich und seine Gemahlin Sophie Erdmuthe an der Saar produzieren ließen, war von einer so hohen Qualität, dass selbst der französische König Louis XVI ihn beneidet haben soll. Die wenigen verbliebenen Stücke finden sich heute weltweit in renommierten Museen. Jetzt hat eine anonyme Spenderin der Stadt Ottweiler eine Zuckerdose geschenkt. Maria C. Schmitt durfte dabei sein, als Barock- und Porzellanexpertin Brigitte Meister sie in Empfang nahm.


Moderation: Jochen Erdmenger

 (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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