Wir im Saarland - Kultur (08.09.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

Diesmal berichten wir über den Kleinkunstwettbewerb St. Ingberter Pfanne, Claire Morgan, die ihre einzigartige Ausstellung im Saarlandmuseum präsentiert, den Musiksalon im Viertel und über den Pianisten Igor Levit, der sowohl für seine Musik, als auch für seine politische Denkweise bekannt ist.

Sendung: Mittwoch 08.09.2021 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Lustiger Lockdown und worüber man sonst so lacht - Einblicke in die St. Ingberter Pfanne

Es war zu erwarten: Nicht nur der Musikkabarettist Matthias Reuter thematisiert bei der 36. St. Ingberter Pfanne den Corona-Lockdown und meint, er habe nicht nur Pizza gegessen, sondern ziemlich viel geübt. Ob es nutzt? Das werden Publikum und Jury bis zur Preisverleihung Ende der Woche entschieden haben. Einblicke in das, worüber es am Ende abzustimmen gibt, zeigt die Zwischenbilanz in Wir im Saarland - Kultur.

An vier Wettbewerbsabenden treten jeweils drei Kanditatinnen und Kandidaten gegeneinander an. Chris Ignatzi hat sich die ersten Abende angeschaut und stellt die Humorschwerpunkte im Jahr 2 der Pandemie vor.


Blühende Plastikräume und Naturwelten - Claire Morgan im Saarlandmuseum

Eine riesige Skulptur aus Distelsamen, aufgehängt an hauchdünnen Fäden. Im Saarlandmuseum untersucht die Künstlerin Claire Morgan die Balance zwischen Abstoßung und Anziehung von Materialien und sie kombiniert Plastik mit echten Tieren. Eine einzigartige Ausstellung.

Ein Wal aus Plastikfetzen, eine Eule, Insekten oder ein Ast, an dem Kunststofffetzen wie Blütenblätter hängen; Claire Morgan macht die Fragilität unserer Welt sichtbar. Wunderschön und nachdenklich stimmend - nicht nur, weil Plastik eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit ist. Die Verletzlichkeit ihrer luftigen Skulpturen macht  die Verwundbarkeit des Menschen bewusst. Harriet Weber-Schäfer über eine Künstlerin, die hintersinnig und wunderschön die scheinbare Leichtigkeit des Seins in Skulpturen überträgt, die teilweise eigens für das Saarlandmuseum entwickelt wurden.


Musiksalon im Theater im Viertel

Der "Salon" in den Häusern gut betuchter und kunstsinniger Bürger ist Legende. Ob Schubert oder Chopin: Häufig präsentierten sie in solchen Salons ihre Kunst - und diskutierten darüber. Diese Tradition lassen Ralf Peter und Thomas Layes im Saarbrücker Theater im Viertel anlässlich der Feierlichkeiten um 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland wieder aufleben.

Einmal im Monat sonntags um 17 Uhr, zur besten Teatime, soll es mit bekannten Musikerinnen wie der Sängerin Elizabeth Wiles oder der Nachwuchsgeigerin Marie Joselle Hendel einen musikalischen Salon mit Plaudereien und ausgewählter Musik geben. Lieder des von den Nazis verfemten Komponisten Viktor Ullmann oder Klaviermusik mit saarländischem Bezug werden dann zu hören sein. "Die Idee des bürgerlichen Musiksalons ist die, dass man privat empfängt, man lernt neue Dinge, aber man redet auch, man trinkt vielleicht mal einen Tee", sagt Ralf Peter und hofft, "dass wir vielleicht, wenn Corona es mal erlauben wird, Tee ausschenken, und wir haben unseren Five O’Clock Tea." Am 12. September startet der Musik-Salon am Sonntag mit Elizabeth Wiles und Thomas Layes. Was das Publikum genau erwartet, zeigt Chris Ignatzi.


Igor Levit - Pianist und politisch denkender Künstler

"Bürger, Europäer, Pianist", so beschreibt sich Igor Levit selbst. Er mischt sich in politische Debatten, twittert exzessiv. Kein Mann für den Elfenbeinturm - und doch ein Künstler, dessen Musik von einer außerordentlichen Empfindsamkeit erzählt. Am 26. September spielt Igor Levit in der Philharmonie in Luxemburg.


Was Männer nie gefragt werden - Ein Buch zur Gleichberechtigung

Wie bringen Sie Familie und Karriere unter einen Hut? Was ziehen Sie zur nächsten Sitzung an? Wie setzen Sie sich in den Männerrunden durch? – Mit solchen Fragen wurde Fränzi Kühne, Unternehmerin und Aufsichtsrätin, häufig konfrontiert. Lauter Fragen, die man ihren männlichen Kollegen in Interviews so nicht stellt; sie hat es getan!

Fränzi Kühne ist eine erfolgreiche Unternehmerin. Mit 25 gründet sie gemeinsam mit Freund*innen die erste Social Media Agentur Deutschlands. Mit nur 34 wird sie Aufsichtsrätin bei Freenet - als jüngste Frau überhaupt in einem Aufsichtsrat. Und trotzdem: Immer wieder solche Fragen! In ihrem Buch "Was Männer nie gefragt werden" dreht sie den Spieß um, interviewt (erfolgreiche) Manager, Politiker, Musiker zu Aussehen oder Familie. Insgesamt hat sie 22 Männer befragt, darunter Gregor Gysi, Heiko Maas, Bosse oder Helmut Thoma. Die haben in den Interviews durchaus erkannt, wie sehr wir noch feststecken im alten Rollendenken.


Moderation: Marcel Lütz-Binder

Marcel Lütz-Binder (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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