Wir im Saarland - Kultur (11.08.2021)

Wir im Saarland - Kultur extra

 

Philosophische Pappkameraden, Keramik als moderne Kunst und die Renaissance der Jazzflöte sind Themen in "Wir im Saarland - Kultur extra".

Sendung: Mittwoch 11.08.2021 18.50 Uhr

Die Themen der Sendung


Pappfiguren (Foto: SR)

Bunte Pappphilosophen - Stefanie Webers lustige Figuren

Manchmal verlieren ihre Figuren den Kopf. Um nicht zu sagen: Stefanie Weber nimmt ihn vom Rumpf. Um ihn dann auszutauschen. Aber egal, was am Ende zwischen den Schultern sitzt, die Pappmachéfiguren sind lustig und skurril.

Wenn Stefanie Weber von ihrer Arbeit redet, schwärmt sie von einem "kindlichen Spiel, weg vom Erfolgsdruck". Und so entstehen bunte Pappkameraden, die einfach eine wunderbare Unbeschwertheit ausstrahlen. Endlich mal nicht alles so Ernst nehmen, eine tolle Lebensphilosophie. Wir im Saarland Kultur - Autorin Maria C. Schmitt allerdings hat eine Sache sehr Ernst genommen: Durch ihr Künstlerinnenporträt den farbenfrohen Charakter von Stefanie Weber wehen zu lassen.


Christian von Blohn (Foto: SR)

Die Suche des Organisten nach dem richtigen Klang

Wochenlang hat er da gesessen, Knöpfe gezogen, auf denen "Principal", "Schwebung" oder "Rauschquinte" steht. Wie diese Register klingen, hat sich der Organist Christian von Blohn angehört, hat sie gemischt und überlegt, welcher Klang den Orgelsinfonien von Charles Marie Widor am nächsten kommt. Die bringt er gerade als Gesamteinspielung heraus.

Mal donnert die Orgel, mal singt sie wie eine Flöte, und machmal klingt sie wie ein Orchester. Die Orgelsinfonien Widors fordern ein großes Klangspektrum - und gehören zu den faszinierendsten Stücken, die für dieses Instrument geschrieben wurden. Zusammen mit Wolfgang Rübsam hat der St. Ingberter Kantor Christian von Blohn alle eingespielt - Rübsam in den USA, von Blohn an der Kirche St. Josef in St. Ingbert. Ein Projekt, das man auch als Suche des Organisten nach dem richtigen Klang bezeichnen könnte - findet Karsten Neuschwender und hat Christian von Blohn an "seiner" Orgel in St. Ingbert besucht.


Ein Kunstwerk  (Foto: SR)

Ein neuer Blick auf Keramik und Porzellan

Sie versuchen in ihrer Kunst neue Blickwinkel auf Keramik und Porzellan zu finden. Die Arbeiten von Lyn Riccardo und Helmut Frank gehen weit über das hinaus, was man von traditionellem Kunsthandwerk erwarten kann.

Anfang der 90er Jahre kam Lyn Riccardo aus New Jersey zu einem Austauschprojekt mit Villeroy und Boch nach Deutschland, lernte ihren Mann Helmut Frank kennen und blieb. Im gemeinsamen Haus in Mettlach-Weiten hat sie sich ihr Keramikstudio eingerichtet und versucht, Gewohntes in neue Formen zu überführen. Darum geht es auch ihrem Mann, der beim Brennen von Porzellan Zufallsprozesse mit einzubeziehen. Eva Hassel von Pock hat die Beiden im Nordsaarland besucht.


Rotraut Jägermit ihrer Jazzflöte (Foto: SR)

Die Renaissance der Jazzflöte - Rotraut Jäger

Ihre CD-Release-Tour durch Deutschland, bei der die Jazzflötistin Rotraut Jäger auch in Neunkirchen aufgetreten wäre, ist coronabedingt verschoben worden. In Luxemburg war ihr Autritt möglich, und in der Abtei Neumünster konnte die Musikerin mit ihrer Band "Sonambique" ihr Album vorstellen. Musik von einer Frau, die viel gereist ist, und die exotische Klangwelten mit klassischen Flötentönen mischt.

Die Fachpresse jubelt: Die in Saarbrücken geborene und in Zürich lebende Flötistin Rotraut Jäger könne die Renaissance der Flöte als Jazzinstrument forcieren, ist da zu lesen. Ihr Album "Sonafari" solle in die Lehrpläne des Faches "Querflöte" an Konservatorien aufgenommen werden. Ihre Musik ist eine Verbindung von Klassik, Weltmusik und Jazz - erstklassig, findet auch Karsten Neuschwender.


Corinna Preisberg (Foto: SR)

Corinna Preisberg und ihr Theater im Dreiländereck

Es wirkt, als habe sie Goethe beim Wort genommen. "Willst Du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah" dichtete der Klassiker - und Corinna Preisberg will genau das: Nicht in die Ferne gucken, sondern in Wochern bei Perl direkt vor ihrer Haustür mit ihrem Dreiland-Theater Heimat erzählen.

Die besten Geschichten erzählen die Leute aus dem Ort: Über Weinbau, Schmuggel, über die Luxemburger, die den Ort Perl fast "übernommen" haben. Günstige Immobilienpreise haben sie angelockt. Lokales von der französisch-deutsch-luxemburgischen Grenze, in dem sich europäische Geschichte spiegelt. Daraus möchte die freie Regisseurin Corinna Preisberg, die seit einiger Zeit vor Ort in einem alten Schullandheim wohnt, Theater machen. Dafür erhofft sie sich weitere Förderung aus dem erheblich aufgestocken Topf für die Freie Szene des Kulturministeriums. Am Ende soll es eine Mischung aus Ausstellungen, Musik, Tanz und Theater werden. Chris Ignatzi stellt das ambitionierte Projekt und die Ideen der Theaterfrau vor.


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