Wir im Saarland - Kultur (10.03.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

Zum Weltfrauentag stellen wir Überzeugungstäterinnen vor, die etwas bewegen: Eileen Scherer hat mitten in der Pandemie eine Kunstgalerie eröffnet, Edith Haffner macht Musik für Kinder in Kamerun und für Sylvie Hamard ist klar: Das deutsch-französische Festival Perspectives wird in diesem Jahr stattfinden.

Sendung: Mittwoch 10.03.2021 18.50 Uhr


Mal gucken, was kommt – die Galerie Eileen in Saarbrücken

Eine junge Frau mit einer einnehmenden Mischung aus Optimismus, Mut und Tatendrang. Obwohl das Saarland nicht zu den lukrativen Kunstmärkten gehört und diese Situation durch Corona nochmal schwieriger geworden ist, hat die Kunsthistorikerin Eileen Scherer kürzlich eine Galerie eröffnet.

Als sie noch vor ihrem Studium in New York das Museum of Modern Art besucht hat, war die Sache eigentlich klar: Mit Kunst zu arbeiten und irgendwann eine eigene Galerie zu eröffnen, das war fortan das Ziel. Nach ihrem Studium der Bildenden Kunst und Germanistik arbeitete die 29-Jährige erst einmal für ein Personaldienstleistungsunternehmen. Da ist sie immer noch, die Arbeit macht ihr Spaß. Aber: Sie konnte auf eine Teilzeitstelle reduzieren und hat sich in Saarbrücken mit der "Galerie Eileen" nun ihren Traum erfüllt. Einfach mal gucken, was kommt – das ist ihre Devise. Und trotz Corona ist es ihr bereits gelungen, Kunst zu verkaufen. Uwe Loebens über Eileen Scherer und ihre neue Galerie.


Mit Glauben und Gitarre – Edith Haffner und ihre Lieder

Helfen und anderen Menschen Gutes tun, das ist für Edith Haffner wichtiger Lebensinhalt. Als Deutschlehrerin hilft sie Menschen aus anderen Ländern, in ihrer neuen Heimat zurechtzukommen. Außerdem will sie mit ihrer Musik Geld sammeln für Kinder in Kamerun.

Sie hat schon im Präsidentenpalast von Gabun gesungen, war im staatlichen Fernsehen Kameruns zu sehen und will es jetzt noch mal wissen: Die Dudweiler Sängerin Edith Haffner hat ihre erste CD mit christlichen Liedern rausgebracht. Dem Glauben, aber auch Deutschland verbunden ist sie seit ihrer Kindheit, als ein deutscher Pfarrer in ihrer Heimat Kamerun sie mit der deutschen Sprache in Verbindung brachte und sie mitnahm zur Arbeit in den Armenvierteln. Während ihres Germanistikstudiums in Deutschland hat sie ihren Mann kennengelernt und lebt seither in Dudweiler. Dort hat sich Chris Ignatzi ihre Geschichte erzählen lassen.


Corinna Preisberg und ihr Theater im Dreiländereck

Es wirkt, als habe sie Goethe beim Wort genommen. "Willst Du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah" dichtete der Klassiker – und Corinna Preisberg will genau das: Nicht in die Ferne gucken, sondern in Wochern bei Perl direkt vor ihrer Haustür mit ihrem Dreiland-Theater Heimat erzählen.

Die besten Geschichten erzählen die Leute aus dem Ort: Über Weinbau, Schmuggel, über die Luxemburger, die den Ort Perl fast "übernommen" haben. Günstige Immobilienpreise haben sie angelockt. Lokales von der französisch-deutsch-luxemburgischen Grenze, in dem sich europäische Geschichte spiegelt. Daraus möchte die freie Regisseurin Corinna Preisberg, die seit einiger Zeit vor Ort in einem alten Schullandheim wohnt, Theater machen. Dafür erhofft sie sich weitere Förderung aus dem erheblich aufgestockten Topf für die Freie Szene des Kulturministeriums. Am Ende soll es eine Mischung aus Ausstellungen, Musik, Tanz und Theater werden. Chris Ignatzi stellt das ambitionierte Projekt und die Ideen der Theaterfrau vor.


Fröhlich und familiär? Die Perspectives 2021

Nicht nur Geld hilft Sylvie Hamard vom Festival Perspectives in diesen Tagen, sondern auch moralische Zuwendung. Mit bis zu 50 000 Euro möchte der Deutsch-Französischer Bürgerfonds ihre Arbeit "finanziell und moralisch" unterstützen. In zwei Monaten soll das deutsch-französische Theaterevent stattfinden - aber wie plant man es in Zeiten von Corona, in denen aktuell die Grenzen nur sehr aufwändig zu passieren sind?

Ihr erklärtes Ziel bleibt klar. Die künstlerische Leiterin möchte das Festival der deutsch-französischen Bühnenkunst weiterentwickeln als "großen kulturellen Treffpunkt mit fröhlich-familiärem Ambiente". Wie das in diesem schwer planbaren Jahr geschehen kann und was die Zuschauer Ende Mai erwarten könnte – darüber spricht Sylvie Hamard im Studiogespräch in "Wir im Saarland - Kultur".


Mon Trésor (12): Feldpostbriefe

Diese Geschichte geht ans Herz: Eva-Maria Scherer fand nach dem Tod ihrer Mutter einen Koffer mit 400 Feldpostbriefen ihres Vaters, den sie nie kennenlernte, und der so plötzlich in ihr Leben trat.

Zwei Tage nach seiner Hochzeit war Friedrich Renk eingezogen worden - den Krieg überlebte er nicht. Aber wie liebevoll hat er seiner Familie geschrieben. Eva-Maria Scherer lernte durch diese Zeilen ihren Vater erst nach Jahrzehnten kennen, und seine Briefe sind für sie ein wichtiger Schatz - und Teil der Ausstellung Mon Trésor, die in der Völklinger Hütte persönliche Gegenstände kulturgeschichtlichen Schätzen aus der Großregion gegenüber stellt. Pandemiebedingt ist die Ausstellung aber nicht fürs Publikum geöffnet. Wir im Saarland Kultur stellt ausgewählte Exponate vor.


Moderation: Jochen Erdmenger

Jochen Erdmenger (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja