Yellow Cello auf der Bühne (Foto: Takayuki Shiraishi)

Wir im Saarland - Kultur

 

Wir machen diesmal einen Werkstattbesuch in der Münchner Glasmalerei, die für Tholey die Gerhard-Richter-Fenster realisiert; sprechen mit dem Dramaturgen Horst Busch darüber, was der mittelalterliche Pferdehändler Kohlhaas mit modernen Wutbürgern zu tun hat und stellen das neue Buch von Comiczeichner Bernd Kissel vor, indem er durch die saarländische Vergangenheit reist.

Sendung: Mittwoch 05.02.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Yellow Cello zum Mitsingen und Mitgrölen

Das neue Bühnenprogramm von Wolfgang Mertes und Oliver Strauch soll vor allem eins: Das Publikum zum Mitsingen, Mitgrölen und Mitschaukeln animieren! Mertes ist Konzertmeister des Staatstheaters und Strauch Jazz-Professor an der Hochschule für Musik Saar. Zusammen sind sie die Köpfe der Formation Yellow Cello - Mertes spielt Violine und Trompete, Strauch spielt Schlagzeug. Außerdem mit dabei: Thomas Schmitt-Ott (Moderation und Cello), Daniel Mattar( Gesang), Tim Sund (Keyboard) und Daniel Cordes (Bass). Die Männer mit dem gelben Cello spielen ihr bunt gemixtes Repertoire, von selbst bearbeitetem Bach über Beethovens Fünfte bis hin zu Jazz-Klassikern wie Summertime. Durchzogen wird das Ganze mit Kabaretteinlagen - nur Klassik reicht dem Publikum eben nicht, findet die Truppe. Diesmal soll vor allem das Mitmachen im Vordergrund stehen - auch für "notorische Nicht-Tontreffer".


Bayrisches Glas für Tholey

Im 19. Jahrhundert gegründet, gehört die Bayerische Hofglasmalerei "Gustav van Treeck" zu den bedeutendsten ihrer Art. Hier entsteht ein Teil der neuen Fenster für die Abtei Tholey; Einige nach Entwürfen des Kunststars Gerhard Richter, die anderen von der Künstlerin Mahbuba Maqsoodi. Es ist ein Großauftrag - und einer, der bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Im Rahmen der Sanierung der Alten Abtei in Tholey lassen die Mönche neue Fenster für ihre Kirche herstellen, überwiegend in der Münchner Werkstatt. "Eine wahnsinnige Ehre, eine wahnsinnige Herausforderung, aber wirklich absolute Freude, weil in dem Projekt die schönsten Techniken verwendet werden", schwärmt Glasmalerin Raphaela Knein. Uwe Loebens hat sie in ihrer bayrischen Werkstatt besucht und hat Einblick in ein jahrhundertealtes Kunsthandwerk erhalten.


Saarfari - mit Bernd Kissel auf Geschichtstrip

Mit seinen "SaarLegenden" in der Saarbrücker Zeitung wurde der Comic-Zeichner Bernd Kissel hier im Land populär. In seinem neuen Comic "Saarfari" nimmer er sich "wilde Geschichten zur Geschichte" vor und erzählt 100 Jahre Saarland. Lilo und Olli verbringen - nicht so ganz legal - eine Nacht im Historischen Museum Saar und gehen auf eine Entdeckungsreise, bei der nicht nur der Grand-Prix-Sieg von Nicole eine Rolle spielt. Auch das missglückte Briefbombenattentat auf den saarländischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann oder eine Episode bei den Dreharbeiten zu "Das Boot" spielen in der nächtlichen Eskapade der beiden eine Rolle. Entstanden ist das Buch "Saarfari" in Zusammenarbeit mit Angela Pfenniger und Simon Matzerath, dem Direktor des Historischen Museums Saar. Maria C. Schmitt stellt Bernd Kissel und seinen neuen Comic vor.


"Ein verborgenes Leben" - Terrence Malick

Es ist eine wahre und bei uns weithin unbekannte Geschichte aus dem Österreich zur Zeit des Nationalsozialismus, die Terrence Malick in seinem neusten Filmepos erzählt. Im Zentrum von " Ein verborgenes Leben" steht Franz Jägerstätter, ein einfacher Bauer und gläubiger Christ. Mit seiner Frau und den drei Töchtern bewirtschaftet er einen Hof in den Bergen. Ein hartes, aber glückliches Leben, bis Österreich sich 1938 Nazideutschland anschließt. Wie die meisten Männer wird auch Franz Jägerstätter zum Wehrdienst eingezogen. Doch Teil von Hitlers Vernichtungsmaschinerie zu werden, bringt den Familienvater in einen Gewissenskonflikt. Er ist hin- und hergerissen zwischen Verantwortung für Frau und Kinder und dem Glauben an ein richtiges Leben. Schließlich verweigert er den Eid auf den Führer, den jeder Soldat zu Beginn seiner Dienstzeit ablegen muss. Jägerstätter wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Am 09. August 1943 wird das Urteil vollstreckt. Wie in einfacher Mann zu einem moralisch Unbeugsamen wird und mit seinem "Nein" zum Kriegsdienst das soziale Gefüge seines Dorfes ins Wanken bringt, davon erzählt dieser Film in grandiosen Landschaftsbildern und - typisch Malick - bedeutungsschwer und vielschichtig. " Ein verborgenes Leben" seit 30. Januar im Kino.


Kulturtipps:

  • Musik 07.02.2020  Die große Andrew Lloyd Webber Show - Congresshalle Saarbrücken;

  • Ausstellungs-Ende: bis zum 16. Februar 2020 Starke Frauen Stadtgalerie Saarbrücken;

  • Kindermusical 13.02.2020 Dschungelbuch – Saalbau St.Wendel; Beginn:16.00 Uhr

  • Ausstellung  „ EINS“ bis zum 07.03.2020  –Galerie Neuheisel Saarbrücken

  • Musik 09.02.2020 Tina Dico Neue Gebläshalle Neunkirchen; Beginn: 19.00 Uhr


Kohlhaas und der Wutbürger - Ein Porträt des Dramaturgen Horst Busch

In einem blutigen Rausch von Selbstjustiz kämpft ein Pferdehändler im Mittelalter für sein Recht. Was hat er mit den modernen Wutbürgern zu tun? Für den Dramaturgen Horst Busch so viel, dass er die Satire "Kohlhaas - ein Mann für jede Krise" auf den Spielplan setzt. Eine Auftragsarbeit des Saarländischen Staatstheaters und dessen Chefdramaturgen Horst Busch an den Schweizer Dramatiker Marcel Luxinger. Ziel war es, eine Satire auf die Bühne zu bringen, die die Hauptfigur aus Heinrich von Kleists Novelle gehörig gegen den Strich bürstet. Diesen Prozess hat Horst Busch begleitet, war von Beginn an  Ansprechpartner des Dramatikers und hat zusammen mit der Regisseurin Bettina Bruinier eine Bühnenfassung des Textes erstellt und die Proben begleitet.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja