Wir im Saarland - Kultur (28.10.2020)

Wir im Saarland - Kultur

 

Das Kultmusical "Hair" am Saarländischen Staatstheater, die Entdeckung der Malerin Lisbeth Bauer und die Arbeit des Graffiti-Stars PEETA in Neunkirchen sind die Themen in der kommenden Sendung von Wir im Saarland - Kultur.

Sendung: Mittwoch 28.10.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Hair – Kultmusical im Saarländischen Staatstheater

Zugegeben: Lange Haare bei Männern sind heute kein Grund mehr für Diskussionen. 1967 war das anders - da mischte am New Yorker Broadway das Musical "Hair" die braven Bürger auf, verkündete "Love, Peace and Freedom" und zeigte Menschen, die zur Abgrenzung mit dem Bürgertum lange Haare trugen. Und: Es wurden Songs gesungen, die noch heute ein begeistertes Lächeln in die Gesichter zaubert.

Nicht nur "Let the Sunshine in" ist einer der großen Hits, die so ziemlich alle musikalischen Moden überlebt haben. Das Musical Hair sprüht nur so vor guter Laune und mitreißender Musik. Und wahrscheinlich ist es das, was noch heute fasziniert. Die Handlung ist zwar mit ihrem Plädoyer für Frieden, Liebe und Toleranz ebenfalls zeitlos, doch geht es in Hair doch eher um das revuehafte Zelebrieren dieses Lebensgefühl. Oder? Karsten Neuschwender hat sich das turbulente Stück im Saarländischen Staatstheater angeschaut.


Magische Fassaden – Streetart-Künstler PEETA in Neunkirchen

Eine perfekte Illusion: Auf der Hauswand des Juz in Neunkirchen scheinen weitere drei Fenster herauszuwachsen und sich mit einer zylindrischen 3D-Grafik zu verbinden. Der international tätige Graffiti-Star PEETA hat einen neuen Blick auf die gewöhnliche Stadtbebauung geschaffen.

Rund 50 Fassaden hat der Streetart-Künstler PEETA in den USA, Australien oder Indonesien gestaltet. Optische Illusionen, die eine ebene Hauswand aufbrechen und in einer fast magischen Dreidimensionalität erscheinen lassen. Nachdem die Stadt Neunkirchen 2019 mit dem Hüttenarbeiter-Porträt von Hendrik Beikirch einen überregionalen künstlerischen Akzent gesetzt hat, wurde das Projekt "Open Gallery- Kunst im öffentlichen Raum in Neunkirchen" nun mit dem in Venedig lebenden Künstler PEETA fortgeführt. Projektleiterin Edda Petri möchte jedes Jahr in Neunkirchen ein Urban-Art Kunstwerk realisieren lassen – auch um Neunkirchen als Kulturstadt zu etablieren. Uwe Loebens hat PEETA beim Sprayen beobachtet.


Lisbeth Bauer – Entdeckung einer Künstlerin

Vor etwa 60 Jahren hat sie bei Oskar Kokoschka studiert, eine Familie gegründet und das Malen viele Jahrzehnte eingestellt. Dann hat sie wieder angefangen - und einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass die Bilder von Lisbeth Bauer nun in der Galerie im Schloss Rammelfangen zu entdecken sind.

Eigentlich wollte Lisbeth Bauer ihre Bilder Anfang des Jahres unbemerkt wegräumen. Doch vorher zeigte die Ehefrau des letzten Kunstpreisträgers des Saarlandes, Werner Bauer, ihre Arbeiten dem langjährigen Familienfreund Wolfgang Werner. Dem wurde schnell klar, dass diese Bilder zu sichern und zu zeigen sind. Zeitnah fand er einen Ausstellungsraum in der Galerie in Schloss Rammelfangen. Harriet Weber-Schäfer hat die Malerin Lisbeth Bauer besucht – und traf eine bescheidene, sympathische und vielschichtige faszinierende Künstlerin vor.  


"Eine Berufsgruppe vor dem Kollaps“ – ein Gespräch mit Oliver Strauch

Der Saarbrücker Schlagzeug-Professor Oliver Strauch hat einen Aufruf zur Rettung der Kulturszene gestartet. Momentan stehe "eine Berufsgruppe vor dem Kollaps", sagt er. Jeder Einzelne sei gefordert, sich für die Betroffenen einzusetzen.

Der erste Lockdown ist noch lange nicht verdaut, nun steht der zweite an. Schon dazwischen waren viele Konzerte, Ausstellungen, Lesungen oder Theatervorführungen nur sehr eingeschränkt möglich. Die Situation für freie, nicht öffentlich subventionierte Künstler ist dramatisch. Deshalb hat Oliver Strauch in den Sozialen Medien einen Aufruf zur Rettung der Kulturszene gestartet. Darin fordert er nicht nur die Politik auf, freie Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen, sondern auch private Mäzene, den Geldbeutel freiwillig aufzumachen. Bei der finanziellen Förderung von Live-Events gehe es aber "nicht um Almosen", sondern um einen Ausgleich für eine "künstlerische, wertige Gegenleistung" und um einen "Weg, wie man die Musik wieder zum Klingen bringen kann" sagt der Saarbrücker Musiker. Im Gespräch mit Verena Sierra erläutert Oliver Strauch seine Forderung, dass alle Bürger für die Kultur in der sie leben mitverantwortlich sind.


Moderation: Verena Sierra

Verena Sierra (Foto: SR)

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