Wir im Saarland - Kultur (07.10.2020)

Wir im Saarland - Kultur

 

Diese Woche gibt es in Wir im Saarland - Kultur grenzüberschreitende Musik im Rahmen des neuen Musikfestivals "Resonanzen". Außerdem zeigt die Sendung Bilder aus einer Ausstellung des Starfotografen Robert Capa und Ausschnitte aus einem neuen Ballettstück des Staatstheaters.

Sendung: Mittwoch 07.10.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Zwischen Techno und Avantgarde - grenzüberschreitende Musik beim neuen Festival Resonanzen

Er spielt Bachs Goldberg-Variationen, hat das Gesamtwerk des Avantgardekomponisten Luciano Berio aufgenommen und spielt eigene Versionen von Technoklassikern - die musikalische Bandbreite des preisgekrönten Pianisten Francesco Tristano spiegelt das, was das Festival "Resonanzen" will: Moderner, genreübergreifender Crossover auf höchstem Niveau.

"Jung, urban und grenzüberschreitend" - das sind die Schlagworte des Festivals "Resonanzen", das an den ersten zehn Tagen im Oktober mit 60 Musikern und experimentellen Konzerten unterschiedliche Musikszenen von Klassik über Jazz bis hin zu elektronischer Musik und Pop durchmischen will. Diese klassischen Genre-Grenzen heben sich ohnehin immer mehr auf, und mit seinem Programm will das Festival über die Großregion hinaus zeitgemäße Akzente setzen.

Auch an ungewöhnlichen Spielstätten wie dem ehemaligen Radiosender "Europe 1" in Berus. Karsten Neuschwender hat sich die Konzerte von Francesco Tristano und Vikingur Ólafson anghört - und findet, dass "Resonanzen" in der klugen Auswahl solcher Konzerte wichtige und neue Akzente in der Festivallandschaft setzt.

Zu Gast im Studio

Im Interview gibt Sebastian Studnitzki, einer der Verantwortlichen für das Resonanzen Musikfestivals, eine erste Halbzeitbilanz. Außerdem erzählt Studnitzki unter anderem von seinen eigenen Erfahrungen als Künstler auf der Bühne, die Künstlerauswahl im Vorfeld und die Schwierigkeiten, die Corona mit sich gebracht hat.


Chronist schwerer Zeiten - Robert Capa in Saarlouis

Robert Capa war einer der großen Kriegsfotografen sowie Gründer der legendären Foto-Agentur "Magnum". Was wenige wissen: Er kam kurz vor der Saarabstimmung 1935 für eine Reportage ins Saargebiet. Noch bis Ende November widmet ihm die Ludwig-Galerie Saarlouis eine Retrospektive.

Es zog ihn an die Brennpunkte der damaligen Welt, er fotografierte für Zeitschriften wie "Time" oder "Life" den Zweiten Weltkrieg in Nordafrika, Sizilien und in der Normandie. Eines seiner berühmtesten Fotos ist der "Fallende Soldat aus dem Spanischen Bürgerkrieg". Im Saarland verfolgte er die Saarabstimmung - da war er noch völlig unbekannt. Gerade mal vier Fotografien haben die Zeit überlebt.

Diese bilden das Herzstück der Ausstellung in Saarlouis und zeigen den Alltag in der Schwerindustrie: Ein Bergarbeiter schiebt eine Lore durch den Matsch. Ein Arbeiter steht unter einer riesigen Bagger-Schaufel - Fotografien, die schon andeuten, dass Capa Ikonen schaffen wird. Rund 100 Werke umfasst die Retrospektive - Harriet Weber-Schäfer hat sich mit ihrem Kamerateam auf Spurensuche nach einer Legende begeben.


"Let's Dance" - das Staatsballett tanzt wieder

1976 schrieb David Bowie in Westberlin auf seiner Flucht vor dem Showbiz den Song "Sound and Vision"; Musik mit viel Lust am Experiment. Sie ist Ausgangspunkt für die neue Choreografie von Ballettdirektor Stijn Celis am Saarländischen Staatstheater, in der er seine Situation und die seiner Tänzer*innen während der strengen Ausgangsbeschränkungen reflektiert.

Ein Stück über die Gier nach Bewegung und Nähe in Zeiten von Distanz und Sicherheitsabstand - sehr persönlich, denn als das Saarländische Staatsballett kurz nach dem Tanzfestival im März zu Hause bleiben musste, weder gemeinsam proben noch an Auftritte denken konnte, beschäftigten sich die Tänzer*innen zu Hause intensiv mit Bewegungsübungen und Musik.

Darum geht es im neuen Stück von Stijn Celis, der unter den Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus neue Wege für den Bühnentanz sucht. Deshalb choreografierte er zu Musik von David Bowie, Florence + The Machine oder Rammstein Soli und kleinere Formationen ohne Körperkontakt. In sehr intimen Formen zeigen die Tänzer auch, wie Musik in schwierigen Zeiten Trost und Wohlbefinden spendete.


Moderation: Marcel Lütz-Binder

Marcel Lütz-Binder (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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