Glück (Foto: C. Kaufhold)

Wir im Saarland - Kultur

  15.09.2020 | 14:26 Uhr

Das Saarländische Staatstheater begibt sich in einer Revue auf die Suche nach Glück, das Hemmersdorfer Popfestival stemmt trotz Corona seine zweite Auflage und in der Stadtgalerie verwandelt eine Künstlerin die Bilderflut der Moderne in Collagen.

Sendung: Mittwoch 16.09.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Endlich wieder ein Musikfestival - Hemmersdorf Pop abgespeckt live und auf SR 2 KulturRadio

Im letzten Jahr wagte Chris Burr etwas Großes: Ein Pop-Festival für den kleinen Ort Hemmersdorf. Trotz Corona geht das Festival in die zweite Runde. Die Konzerte vor kleinem Publikum wurden live auf SR 2 übertragen.

Es ist das Projekt eines ganzes Dorfes: Zur Eröffnung sang der Männerchor in der Kirche, eine Straße weiter gab es eine liebevoll eingerichtete Lounge, und den ganzen Abend traten Bands auf, deren Musik man mit einer Mischung aus Neoklassik, Jazz, Singer-Songwriter und Pop abseits des Mainstreams bezeichnen könnte. Chris Burr will mit diesem Festival seinen Wohnort weiterentwickeln und überregional bekannt machen. Zwar blieb wegen Corona die Besucherzahl in Hemmersdorf vor Ort sehr begrenzt - aber in Zusammenarbeit mit SR 2 KulturRadio wurden die Konzerte im Radio gesendet und gestreamt. Chris Ignatzi untersucht das neue Festival-Feeling.


Überleben Kulturveranstalter die Krise?

Schon um die Unterstützung für Künstler ist in Coronazeiten lange gerungen worden. Aber diejenigen, die als Veranstalter Auftritte ermöglichen, sind noch viel später wahrgenommen worden. Jetzt stellen sich endlich mehr Menschen die Frage, was Künstler ohne Orte wären, an denen sie auftreten können.

Das Jahr 2021 wird entscheidend werden - sagt Thilo Ziegler, der unter anderem das Festival "Rocco del Schlacko" organisiert. Er ist einer der Kulturveranstalter, die von der Krise besonders hart getroffen wurden, und die bis jetzt überhaupt nicht im Fokus der Fördermaßnahmen waren. Nun ist Bewegung in die Problematik gekommen, wenn auch echte Lösungen noch nicht in Sicht sind. Aber kommt diese Initiative überhaupt rechtzeitig? Kann man sich mit neuen und kleinen Formaten über Wasser halten? Der Chef der Saarbrücker Garage, Heiko Renno, beleiht bereits seine Rente. Chris Ignatzi hat sich im Saarland umgehört.

Zu Gast im Studio

Jens Spallek, Vertreter der Poprat-AG im Saarland

Jens Spallek spricht im Interview über die Konsequenzen der Coronapandemie und der einschränkenden Rechtsprechung für die Veranstaltungsbranche. Die Hintergrundbranche sei schwierig zu vertreten und deren Interessen schwer zu bündeln. Gemeinsam versucht die Poprat-AG, Aufmerksamkeit zu generieren und gezielte Hilfen von der Politik zu fordern.


Glückssuche am Theater

Dass am Theater große Fragen der Menschheit behandelt werden, ist nicht so sehr neu. Leid, unglückliche Liebe, Macht und Intrige - das alles kommt immer wieder. Jetzt dreht das Saarländische Staatstheater das ganz große Rad und bringt eine rein optimistische Verheißung: Das Stück "Glück".

Ist Glück der Weg, ist es das Ziel? Geht Glück ohne Unglück und ist es die Kunst, das Glas halbvoll statt halbleer zu sehen, die uns zu Glücksrittern macht? Das musikalisch-spielerische Projekt "Glück" will in einer Art Collage auf eine sehr persönliche und fragmentarische Art das Phänomen Glück erörtern. Eine Reflexion darüber, was Glück überhaupt bedeutet. Interviews, Zitate und persönliche Erfahrungen, wie die mit dem Großvater des Schauspielers Ali Berber, der sich als Sufi-Tänzer in Trance und Extase getanzt hat, werden zu einem Theaterabend zusammengestellt. So weit, so unklar? Karsten Neuschwender hat sich die Glückssuche angeschaut.


Das Saarländische Künstlerhaus

Im Saarländischen Künstlerhaus lassen sich mithilfe von Aufnahmen Gliedmaßen verlängern. Das Geheimnis: Die Personen bewegen sich vor der laufenden Kamera in horizontale Richtung – im Ergebnis wirken Gliedmaßen (meistens Arme) verlängert.


Collagen und Migranten - Neue Ausstellung in der Stadtgalerie

Sabine Hertigs Material ist die allgegenwärtige Bilderflut - analog wie digital. Ihre Werkzeuge sind Schere und Leim, denn die Schweizer Künstlerin arbeitet im klassischen Medium der Collage. Eine zweite Ausstellung in der Saarbrücker Stadtgalerie präsentiert Kunst von fünf Immigrant*innen.

Es ist die letzte Ausstellung, die Andrea Jahn vor ihrem Wechsel zur Stiftung Saarländischer Kulturbesitz vorbereitetet hat. Eine Doppelausstellung, wieder mit Schwerpunkt auf Kunst und Frauen und wieder eine Ausstellung, die sich zentrale Themen aus der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit vornimmt. Denn mit der Bilderflut aus dem Internet, der Werbung und den Medien haben wir alle zu kämpfen. Was kommt dann dabei heraus, wenn sich eine Künstlerin dem ganz traditionell mit der Schere stellt und Collagen macht? Und auch die Bilder beispielsweise aus dem Flüchtlingsheim Lebach, zeitweise das größte seiner Art, beschäftigen sich mit Fragen, die in den letzten Jahren die Zeitgeschichte geprägt haben.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja