Wir im Saarland - Kultur (02.09.2020)

Wir im Saarland - Kultur

  01.09.2020 | 08:01 Uhr

Die Tierärztin und Heavy-Metal Röhre Majka Kiefer sowie die Frage, wie man große Oper in Zeiten von Corona auf die Bühne bringt, sind unter anderem Themen bei "Wir im Saarland - Kultur".

Sendung: Mittwoch 02.09.2020 18:50


Die Themen der Sendung


Samtpfoten und Heavy Metal - Tierärztin Majka Kiefer

Sie liebt kuschelige Tiere und fährt gerne mal die Krallen aus: Tierärztin Majka Kiefer. Mit ihren Bands spielte sie mit Größen wie Candy Dulfer, Hot Chocolate oder der Kelly Family zusammen. Momentan fokussiert sich ihre Leidenschaft auf kernige Heavy-Metal-Sounds.

"Hat ihr Hund Angst vor Gewitter, Feuerwerk oder lauten Geräuschen", fragt Majka Kiefer in ihrem Internetblog. Sie selbst hat ganz sicher keine Angst vor lauten Geräuschen. Seit vielen Jahren ist sie nach den Sprechstunden in ihrer Kleintierpraxis als Rockröhre unterwegs. Und in ihrer Band "Majkallica" geht es richtig zur Sache, wie Uwe Loebens hören und sehen konnte.


Il Trovatore - Große Oper im Coronaformat

Ein Stück von großer Opulenz - musikalisch und szenisch. Intrigen am Hof, Hexenverbrennung, verwechselte Babys und dazu Chor, Solisten, ein großes Orchester. Das ist Giuseppe Verdis "Troubadour". Und in diesem Sinne hätte er auch am Saarländischen Staatstheater gefeiert werden können. Wäre da nicht Corona...

An der Spannung will das Staatstheater nicht sparen, wenn es den Trovatore pandemiegerecht umsetzt. Alle Beteiligten sind betroffen - vor, auf und hinter der Bühne. Seit Monaten denken die Theaterleute darüber nach, wie man große Oper machen kann, wenn über die Aerosolbelastung durch singende Menschen diskutiert wird und Sicherheitsabstände auch auf Bühnen umgesetzt werden müssen. Also wurde die Partitur aus Verdis Megaoper entschlackt, und für ein eher kammermusikalisches Ensemble eingerichtet, das besser Abstand halten kann als ein großes Orchester. Der Chor wird live eingespielt. Und bis zuletzt bleibt die Unsicherheit: Kann das funktionieren? Karsten Neuschwender versucht schon bei den Proben, die Antwort auf diese Frage zu ergründen.


Yves Klein-Austellung im Centre Pompidou II in Metz (Foto: SR)

Der Künstler mit dem Blau - Yves Klein und seine Zeitgenossen in Metz

Viele assoziieren mit ihm wohl knallblaue Leinwände. Yves Klein experimentiert in den 1950er Jahren mit einem strahlenden Ultramarin und ließ sich diesen Farbton 1960 als International Klein Blue (IKB) patentieren. In Metz hat die ehemalige Direktorin Emma Lavigne Klein-Werke mit denen vieler Zeitgenossen zusammengeführt.

Obwohl - oder gerade weil? - dem im Alter von 34 Jahren verstorbenen Künstler Yves Klein nur sieben Schaffensjahre vergönnt waren, zählt er zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit. Er machte Frauen zu menschlichen Pinseln, bemalte sie mit Blau und erklärte die Abdrücke ihrer Körper auf der Leinwand zu seinen Kunstwerken - ein früher Performance- und Konzeptkünstler. Die Ausstellung "Der Himmel als Atelier. Yves Klein und seine Zeitgenossen" zeigt ihn als Maler des Raums und des Himmels. Bis zum 1.2.2021 im Grande Nef im Centre Pompidou - Metz.


Unruhe in der Szene - braucht die Landeshauptstadt eine neue Kulturförderung?

103.000 Euro verteilt Saarbrücken jährlich an die so genannte Freie Szene in der Stadt. Relativ fix ist dabei seit vielen Jahren der Posten für die Sommermusik, die Thomas Altpeter als mehrmonatiges Festival kuratiert. Jetzt fordern Kulturschaffende, die Förderung der Stadt auf neue Füße zu stellen.

Wir im Saarland - Kultur hat schon im Juni über den Unmut vieler Freien berichtet; Unmut darüber, wie die Stadt mit ihnen in der Coronakrise umspringe. Statt mit ihnen darüber zu sprechen, wie und was unter Pandemiebedingungen noch möglich ist, seien sie zum Nichtstun verdonnert worden. Jetzt meldet sich eine Gruppe um Frank Lion, Urgestein der Saarbrücker Kulturszene und Veranstalter auf dem Theaterschiff Maria Helena auf der Saar, zu Wort und fordert die Stadt auf, ihre Förderpolitik sowie die Summe zu überdenken. Warum Frank Lion diesen Offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Mitglieder im Kulturausschuss des Stadtrats geschrieben hat, dazu befragt ihn Verena Sierra im Studio.


Sei kein Mann

Wann ist ein Mann ein Mann? hat vor fast 40 Jahren Herbert Grönemeyer gefragt. Eine Antwort hat er wohl bis heute nicht, zumindest keine abschließende. Unser Männerbild hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt - auf der einen Seite. Auf der anderen gelten immer noch die gleichen Tugenden als männlich wie schon im Mittelalter. Was kann Mann da tun? Zum Beispiel ein Buch lesen.


Moderation: Verena Sierra

Verena Sierra (Foto: SR)

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