Wir im Saarland - Kultur (26.08.2020)

Wir im Saarland - Kultur

 

Das jüdische Museum Berlin stellt seine neue Daueraustellung vor - mit einer Videoinstallation, die mit zwei Schlagzeugern spektakulär auf einer saarländischen Halde realisiert wurde. Das Staatstheater startet in die neue Saison mit einem Theaterparcours im Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Sendung: Mittwoch 26.08.2020 18:50 Uhr


Die Themen der Sendung


DRUMMERRSS - Wie eine Saarländische Industrielandschaft zum Entree des Jüdischen Museums in Berlin wird

Im September 2019 fand auf einer saarländischen Berghalde Unglaubliches statt: Ein metertiefes Loch wurde gebohrt, ein mehr als 50 Meter hoher Kran aufgebaut, um dem israelischen Künstler Gilad Ratman zu ermöglichen, zwei Schlagzeuger auf Israel tief im Boden und hoch in der Luft trommeln zu lassen. Die Aktion wurde auf Video festgehalten. Jetzt ist daraus eine Installation für drei große Videowände entstanden, die in Berlin zu sehen ist.

Ein kleines Filmteam dreht auf einer Halde. (Foto: SR)
Ein kleines Filmteam dreht auf einer Halde.

Wer sich im vergangenen Herbst auf die eigentlich nicht begehbare Halde verirrte,, fand sich plötzlich inmitten eines Filmsets wieder: Strahlender Sonnenschein, ein Zelt für das deutsch-israelische Filmteam, der Künstler Gilad Ratman und zwei Schlagzeuger samt ihren Produzenten; ein saarländisches Bauunternehmen fuhr Lastwagen voller Schutt an, um eine Ebene zu befestigen, auf der ein riesiger Kran stehen konnte. Das Ziel: eine Glasplatte mit einem Durchmesser von 2,7 Meter über das Loch zu schwenken, das zuvor gebohrt wurde. Unten sollte ein Schlagzeuger trommeln und meterhoch darüber eine Schlagzeugerin. Weil man hierzulande mit tiefen Löchern und hohen Kränen eine Menge Erfahrung hat,, war Filmausstatter Frederik Kunkel - gebürtiger Saarländer - gleich klar gewesen, dass er dieses Video nur im Saarland herstellen wollte. Trotzdem war die Anspannung hoch, denn die Halde ist noch nicht freigegeben und birgt ihre ganz eigenen Gefahren.

Projektionen in einem Ausstellungsraum. (Foto: SR)
Projektionen in einem Ausstellungsraum.

Nach mehreren Tagen Film- und Tonaufnahmen entsteht Gilad Ratmans Musik im Schnitt. Eigentlich sollte seine Videoinstallation - eine Auftragsarbeit - Ende Mai bei der geplanten Wiedereröffnung des Jüdischen Museums Berlin gezeigt werden. Doch der Termin wurde auf Ende August verschoben, und nur sehr kurzfristig wurde bekannt, dass der Künstler und sein Team nach Berlin reisen konnten. Wir im Saarland-Kultur konnte die spannenden Drehtage exklusiv begleiten und zeigt Team und Werk auch in den beeindruckenden Räumen von Architekt Daniel Libeskind im Jüdischen Museum in Berlin.


Staatstheater goes Völklinger Hütte

Nach fünf Monaten Corona-bedingter Pause plus den üblichen Sommerferien startet das Saarländische Staatstheater in die neue Saison: Mit dem "Sommertraum" - einem theatralisch-künstlerischen Gang durch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Es ist eine Tradition: Zum Spielbeginn lädt das Saarländische Staatstheater sein Publikum zu einem großen Theaterfest ein, an dem Ausschnitte aus dem kommenden Programm gegeben werden. Diese Tradition wird durch Corona unterbrochen - verzichten wollen die Theatermacher aber auf eine feierliche Spielzeiteröffnung nicht. Deshalb haben sie im Weltkulturerbe Völklinger Hütte einen Parcours eingerichtet, durch den das vorher angemeldete Publikum schlendern durfte. Musiker unter dem Erzschrägaufzug, Tänzer auf dem Kohlegleis und Schauspieler an geheimnisvollen Orten wie dem "Schattenhof" oder dem "Wäldchen" zeigten Ausschnitte aus den kommenden Produktionen. Karsten Neuschwender ist mit einem Kamerateam den Parcours abgegangen.


Wiedereröffnung des Jüdischen Museums

In dieser Woche wird die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum in Berlin eröffnet. Die multimedial angelegte Schau versammelt zahlreiche Objekte, die der 1926 in Berlin geborene und 1937 emigrierte Rudi Leavor dem Museum gestiftet hat.

Andreas Lueg sprach mit ihm und der neuen Direktorin des Hauses Hetty Berg über das neugestaltete Jüdische Museum - und die Herausforderung, die diese Aufgabe mit sich bringt.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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