Wir im Saarland - Kultur (19.08.2020)

Wir im Saarland - Kultur

 

In der aktuellen Ausgabe von "Wir im Saarland - Kultur" gibt Rainer Petto Einblicke in seine Kindheit in den 50er Jahren. Außerdem geht es um die Corona-Dystopie vom Quierschieder Autor Wolfgang Brenner und um eine Eierlikörflasche mit Spieluhr.

Sendung: Mittwoch 19.08.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Little Big Man - Wolfgang Brenner hat für den SR eine Corona-Dystopie geschrieben

Eine Geschichte aus der Coronazeit - der in Quierschied geborene Autor Wolfgang Brenner hat eine Radioerzählung geschrieben, die die Krise aus der Perspektive der Zukunft beleuchtet. Das Tempelhofer Feld auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof ist Anziehungspunkt für viele Berliner, die aus der Enge ihrer Wohnungen flüchten wollen - nicht erst seit der Coronakrise. Auch Max Mehring dreht dort seine Runden auf dem Rennrad.

Der junge Aufsteiger wurde durch die Krise aus der Bahn geworfen. Auf dem Tempelhofer Feld lässt er sein Leben Revue passieren. Max kämpft um einen Neuanfang - beruflich und privat. Doch das ist schwierig in diesen wirren Zeiten. Das ist die Geschichte der Radioerzählung, die Wolfgang Brenner für den SR geschrieben hat. Gelesen von Barnaby Metschurat ist sie noch bis zum 13. September 2020 in der Audiothek des SR zu hören. Chris Ignatzi hat Wolfgang Brenner und Barnaby Metschurat in Berlin getroffen.


"Ein Kind der 50er Jahre" - eine saarländische Kindheit in Buchform

Eine Eierlikörflasche mit einer Spieluhr, die die Musik aus dem Film "Moulin Rouge" spielt - das war für Rainer Petto in den Fünfzigerjahren der Inbegriff von Luxus. Von dieser Zeit erzählt er in seinem (neuaufgelegten) Buch "Ein Kind der 50er Jahre". Viele Jahre hat Rainer Petto die Fernsehsendung "kulturspiegel" des Saarländischen Rundfunks geleitet - und immer war eines seiner Herzensanliegen die Literatur. Schon mit 35 Jahren hatte er 1985 sein autobiografisches Buch "Ein Kind der 50er Jahre" veröffentlicht - eine Sammlung von Familienanekdoten, die auch ein Sittenbild der Nachkriegszeit sind.

Er erzählt vom Leben auf dem Rodenhof, von den engen Denkschemata, die ihm nicht nur auf dem Schulhof begegnet sind, wo es abgetrennte Bereiche für Katholiken und Evangelische gab. Mit viel Humor erzählt Petto aus einer Zeit im Umbruch, in der man sich an Traditionen und Werte klammerte, Funktionalität und Fortschritt aber schon auf dem Vormarsch waren. Vieles kann man sich heute kaum noch vorstellen; oft muss der Leser schmunzeln. Risse gingen damals durch viele Familien. Jetzt ist das Buch " Ein Kind der 50er Jahre" in einer neuen Auflage erschienen, und Maria C. Schmitt stellt Buch und Autor vor.


"Grenzleben" - Theater über das Leben einer Saarbrückerin

Als Kind führte sie Flüchtlinge über die Grenze nach Frankreich, erlebte die Evakuierung und den Bombenkrieg. Zwei Jahre nach ihrem Tod wird ihre Wohnung zur Bühne - Die Theater-Regisseurin Annalena Maas erzählt von ihrer Großmutter. Geboren 1930 in Saarbrücken, durchlebte Elfriede Maas acht Jahrzehnte voller Krisen und Veränderungen, und machte als Frau einfacher Herkunft ihren Weg durchs Leben. Ein alles andere als ungewöhnliches Leben - und vielleicht deshalb so spannend, es exemplarisch für eine ganze Generation Frauen zu erzählen.

Ihre Enkelin Annalena Maas lebt heute in München und sieht bei dem Gedanken ans Saarland zuerst die Wohnung ihrer Großmutter nahe der deutsch-französischen Grenze vor sich. Diesen Ort hat sie für ihr Stück" Grenzleben" auserwählt - eine Art Theaterinstallation. Das Stück fragt, wie wir mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen umgehen, wie diese in den kleinsten Mikrokosmos hinein wirken und alle unsere Lebensbereiche betreffen und inwiefern die Umstände, in die wir hineingeboren werden, unser Leben vorherbestimmen. Uwe Loebens hat die Proben zu dem experimentellen Theaterprojekt besucht.


Restauriert und erweitert - die Orgel der Benediktinerabtei Tholey

Ihre Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Damals wurde in die Abteikirche Tholey eine Orgel gebaut, deren prunkvolles Gehäuse bis heute zu sehen ist. Das Innenleben der Orgel wurde im letzten Jahr überarbeitet und erweitert. Bernhard Leonardy ist glücklich. Als Organist hat der die Arbeiten an der Orgel der Tholeyer Abteikirche engagiert begleitet. Nun hat die Orgelbaufirma Hugo Mayer das Instrument fertiggestellt.

Eine Orgel, die hervorragend für Barockmusik, aber auch Romantik und Moderne geeignet ist. "Wir wollten, dass man auf dieser Orgel alles spielen kann", sagt Leonardy -in der frisch sanierten Abtei sollen internationale Konzerte stattfinden. Karsten Neuschwender hat den Organisten in Tholey getroffen und gehört, was das Instrument kann und wie es klingt.


Moderation: Jochen Erdmenger

Jochen Erdmenger (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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