Wir im Saarland - Kultur (20.05.2020)

Wir im Saarland - Kultur

 

Die Saarbrücker Künstlerin Leslie Huppert will nachts Bilder an Häuser projizieren und so die Kunst ins öffentliche Leben zurückholen und die Kunsthochschule will coronagerecht ausbilden. Und warum kann man im Staatstheater keine abgespeckten Stücke vor wenig Publikum sehen? Wir im Saarland - Kultur begleitet das wieder erwachende Kulturleben nach dem Shutdown und blickt auf die Landeshauptstadt Saarbrücken.

Sendung: Mittwoch 20.05.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Nur noch Kunst im Kleinformat? Die HBK stellt ihre Ausbildung um

Kunstwerke in Seminaren diskutieren? Arbeiten im Atelier? Mit Studienkollegen Vorlesungen hören? Das war Alltag an der Hochschule für Bildende Kunst Saar. Dann kam Corona - und die Frage, wie künstlerische Ausbildung in Zeiten der Pandemie weiter möglich ist. Seit Anfang des Monats wird an der Saarbrücker Kunsthochschule wieder unterrichtet. Allerdings ist, wie es im Amtsdeutsch heißt, "der Lehrbetrieb in Präsenzform ausgesetzt". Gerade bei einer Kunsthochschule stellt sich die Frage, wie sinnvoll gelehrt wird. Denn klassische Vorlesungen sind über Internetstream machbar.

Aber was ist mit Studierenden, die in der Holz- und Metallwerkstatt arbeiten müssen? Und wie ist es, wenn beispielsweise Skulpturen besprochen werden sollen, die man in digitaler Form erfassen kann, weil man deren Körperlichkeit hautnah erleben muss? Nicht alles ist aus der Hochschule auszulagern, wie beispielsweise Malereien oder Zeichnungen die man auch am heimischen Tisch erstellen kann. Uwe Loebens zeigt künstlerische Ausbildung in Zeiten der Pandemie.


Kunst soll wieder ins öffentliche Leben

Als das öffentliche Leben pausieren musste, haben viele Kulturschaffende das Internet mit künstlerischen Videos überschwemmt. Nun gibt es erste Lockerungen - und die Saarbrücker Bildenden Künstler entwickeln Ideen, die Kunst wieder aus der Virtualität ins Leben zu holen. Eine Raupe frisst sich durch verschiedene Sorten von Obst, verpuppt sich und wird ein Schmetterling. Das ist der Inhalt des Kinderbuches "Die kleine Raupe Nimmersatt". Als Version für Erwachsene und Kinder bringen Nina Schopka und Gregor Wickert vom Theaterkollektiv "Korso.op", die Geschichte nun als Live-Puppentheater ins Netz.

Es könnte aber auch live mit wenig Publikum aufgeführt werden. Eines der Projekte, mit der die "Freie Szene" versucht, auf die Corona-Krise zu reagieren. Kunst soll zurück in die Öffentlichkeit. Ein anderes: Kunst nachts auf Häuserfassaden zu projizieren und so die aus dem öffentlichen Leben verschwundene Kunst dahin zurückbringen. Leslie Huppert hat das Projekt entworfen. Es gibt viele Ideen, sagt die Regisseurin Corinna Preisberg, die das "Virtuelle Produktionshaus", in dem Künstler ihre Videos veröffentlichen, mitorganisiert hat.


Absurdes Theater in der Realität: die Situation des Staatstheaters

Theater im Theater erleben - diese Live-Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Zwar versucht das Saarländische Staatstheater, mit künstlerischen Home-Videos im Gedächtnis zu bleiben. Das ersetzt aber nicht die vorzeitige beendete Theatersaison. Trotz Lockerungen steht der Beschluss: Die jetzige Spielzeit ist beendet, gestartete wird erst wieder nach der Sommerpause. Das Wie wird derzeit geplant.

Dabei ist höchste Flexibilität gefragt, denn die Vorschriften ändern sich so dynamisch wie die Corona-Krise. Derzeit muss man für jede Musikergruppe, unterschiedliche Abstandsregelungen beachten. Die ganz große Besetzung wird es wohl, lange noch nicht geben. Wie kann man unter solchen Bedingungen eine neue Spielzeit planen? Antwort auf diese Frage gibt Generalintendant Bodo Busse. Und Chris Ignatzi hat Ballett-Tänzer und einen Schauspieler zu ihrer Situation gefragt.

Dazu im Gespräch: Generalintendant Bodo Busse.

Marcel Lütz-Binder spricht mit dem Generalintendanten des Saarländischen Staatstheaters Bodo Busse darüber, wie die Kulturinstitution in den letzten Wochen mit den Corona-Maßnahmen umgegangen ist und welche Vorbereitungen getroffen werden, um den Kulturbetrieb in der kommenden Saison wiederaufzunehmen.


Moderation: Marcel Lütz-Binder

Marcel Lütz-Binder (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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