Wir im Saarland - Kultur (13.05.2020)

Wir im Saarland-Kultur

 

Wochenlang hat die Coronapandemie das öffentliche Leben lahmgelegt. Die Kultur kam zum Erliegen. Mittlerweile gibt es die ersten Lockerungen, und die Frage ist: Wie geht es weiter mit Konzerten, Museen oder Kinos? Wir im Saarland-Kultur schaut in den nächsten Wochen auf die Situation in saarländischen Kommunen und macht in dieser Woche den Anfang in Saarlouis.

Sendung: Mittwoch 13.05.2020 18:50 Uhr


Die Themen der Sendung


Kultur ist mit Abstand am Schönsten - Coronakonzert auf der Vaubaninsel

Ein Ort für laue Sommerabende mit Open-Air-Musik: In den letzten Jahren hat sich die Vauban-Insel zu einem lauschigen Plätzchen entwickelt, an dem man bei einem Glas Wein gerne der Open Air Musik lauscht. Das will Sascha Gimler auch trotz Corona weiterführen. Der Sommer war schon durchgeplant: Saarländische Bands waren eingekauft, Größen wie Marcel Adam oder die Singersongwriterin Sarah Lesch. Dann kam Corona, und in einem ersten Schritt wurden alle Veranstaltungen abgesagt. In einem zweiten Schritt fragte sich der Kulturveranstalter Sascha Gimler allerdings: Muss das wirklich so sein? Er hat das Konzept "Kultur" ist mit "Abstand" am Schönsten entwickelt, das unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen kleinere Konzerte ermöglichen soll. Dazu gehören Registrierung der Konzertbesucher, bargeldloses Bezahlen, Parzellen, in denen nur Mitglieder eines Haushaltes sind, oder ein separierter Weg zur Toilette, bei dem die Abstandsregeln kontrolliert werden. Wie schön das wirklich werden kann, hat sich Karsten Neuschwender auf der Vaubaninsel von Sascha Gimler erklären lassen.

Dazu im Interview: Julia Hennigs, Leiterin des Kulturamtes in Saarlouis

Im Interview spricht Julia Hennings über die Auswirkungen der Coronakrise auf den kommunalen Kulturbetrieb. Sie informiert über mögliche Konzepte zu Veranstaltungen im Freien. Außerdem blickt die Kulturmanagerin auf die Herausforderungen für Indoor-Veranstaltunegn, zum Beispiel im Theater am Ring in Saarlouis.


"Was bin ich? Berufe in Porzellan"

Eine Ausstellung die einen Blick auf altes Kunsthandwerk wirft: Die Galerie Ludwig in Saarlouis zeigt Porzellan-Figuren, die Berufe darstellen. Darunter auch fast vergessene wie zum Beispiel Küfer oder Goldschmied. Wertvolle kleine Figuren aus den berühmten Porzellan-Manufakturen Meissen oder Ludwigsburg: Auch das haben die berühmten Kunst-Sammler und Schokoladenfabrikanten Peter und Irene Ludwig gesammelt. Nach der Wiedereröffnung der Museen kann man sich diese barocken Porzellan-Figürchen in der Galerie Ludwig in Saarlouis anschauen. Es sei ein Anliegen des Museums zu zeigen, dass die Sammlung Ludwig mehr sei als Picasso und Pop-Art, sagt Museums-Direktorin Claudia Wiotte-Franz. Harriet Weber-Schäfer hat die Porzellansammlung in Bamberg besucht, wo sie beheimatet ist, und mit Eva Schurr, die Frage geklärt, ob die zuckrigen Objekte Kunst oder Kitsch sind.


Autokino als Lösung in der Coronazeit?

Der Sommer ist für Kinos jedes Jahr Saure-Gurken-Zeit; denn das schöne Wetter nutzen die Menschen eher für Aktivitäten unter freiem Himmel. Die Kinos leben dann von den Gewinnen aus dem Frühjahr - nur: Was passiert wenn diese ausgefallen sind? Die Thaila-Lichtspiele in Bous gehören zu den schönsten Kinos im Saarland. Doch statt auf ihr Programm hinzuweisen, steht derzeit auf der Homepage die eindringliche Bitte, Kinogutscheine zu kaufen. Auch die Betreiber der Capitol Lichtspiele in Saarlouis sehen ihre Existenz gefährdet. In manchen Bundesländern dürfen die Kinos Mitte des Monats wieder öffnen, in anderen erst zum Ende des Monats. Und im Saarland? Chris Ignatzi berichtet über die Situation der Saarlouiser Häuser und wie sie versuchen, die Krise zu überstehen. Eine Idee: Das gute alte Autokino.


Besondere Objekte im Städtischen Museum Saarlouis

Historisch gesehen ist Saarlouis eine der spannendsten Städte der Region: Gegründet als Festungsstadt von Sonnenkönig Ludwig XIV. erzählt sich im Stadtbild bis heute klar sichtbar die Geschichte der Grenzregion. Diese Einsichten will das Stadtmuseum auch in Coronazeiten weiter bieten. 8,6 Kilogramm ist er schwer - und wurde im 18. Jahrhundert benutzt. Der Maßkrug diente damals zur Überprüfung von flüssigen und losen Waren auf dem Markt. Er ist eines der Objekte, die das Städtische Museum Saarlouis derzeit im Internet vorstellt, um die Zwangsschließung zu überbrücken. Seit Tagen arbeitet man nun an Konzepten zur Wiedereröffnung in Corona-Zeiten. Maria C. Schmitt hat neben dem Städtischen auch das Historische Museum Wallerfangen besucht und zeigt, wie der Museumsbesuch der Zukunft aussehen kann.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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