Wir im Saarland - Kultur (19.02.2020)

Wir im Saarland - Kultur

  18.02.2020 | 16:20 Uhr

Wir im Saarland - Kultur erinnert an die Geschichte der Illinger Juden, stellt das über hundert Jahre alte Kino in Schmelz als Ort der Kulturgeschichte vor und wirft einen Blick in das neue Buch "Freistaat Flaschenhals" des Zeichners Bernd Kissel.

Sendung: Mittwoch 19.02.2020 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Gegen Routine: Tänzerin und Choreografin Lucyna Zwolinksa

Saarbrücker Ballettfreunden ist sie immer noch ein Begriff: Lucyna Zwolinska tanzte ab 2010 im Ensemble von Marguerite Donlon. Inzwischen ist sie wieder in Saarbrücken und arbeitet als freie Choreografin und Tänzerin. Das Theater im Viertel zeigt ihr Stück "Reflexio/ With Guts OUT". Zwolinska braucht etwas neues, auch um gegen die Routine anzukämpfen, die sich in unterschiedlichen Festengagements eingeschlichen hatte.

Seit 2018 arbeitet Lucyna Zwolinska frei und hat für das Theater im Viertel, zusammen mit Robert Przybyl und Gabriele Basilico ein Stück erarbeitet, in dem die beiden Tänzer mit dem Musiker versuchen Gefühle und Ideen direkt in Bilder und Szenen zu übersetzen. Sie wollen Stille und Energie von Tanz und Musik übereinanderlegen. Susanne Kirchhofer hat Lucyna Zwolinska filmisch begleitet.


Bernd Kissel: Freistaat Flaschenhals

Er zeichnete für die Saarbrücker Zeitung die "SaarLegenden" und verfasste eine hochgelobte Comicversion des Barons von Münchhausen: Bernd Kissel. In seinem neuen Buch "Freistaat Flaschenhals" widmet er sich einer skurrilen Begebenheit aus dem frühen 20. Jahrhundert. Nach dem Ersten Weltkrieg wird der Westen Deutschlands unter den Siegermächten aufgeteilt. Jedoch geschieht den Franzosen ein entscheidender Fehler beim Zirkelschlag und so bleibt ein kleines Gebiet am Rhein unbesetzt.

Die Bewohner der Kleinstadt Lorch sind nun auf sich selbst gestellt und versuchen mit der Situation fertig zu werden. Es entsteht der Freistaat Flaschenhals. Diese Geschichte erzählt der in Berus geborene Comiczeichner Bernd Kissel in seinem neuen Buch, das er mit Drehbuchautor Marco Wiersch zusammen erarbeitet hat. Maria C. Schmitt hat Bernd Kissel besucht und stellt die Geschichte um das kleine aufmüpfige Gebiet am Rhein vor.


Serie Kino (2) - die Lichtspiele Schmelz

Über 100 Jahre ist das Kino alt und bis heute ein wichtiger Kulturort in Schmelz. Dass die "Schmelzer Lichtspiele" noch über eine Balkonloge verfügen ist nicht die einzige Besonderheit des Kinos. Ein Porträt zwischen Nostalgie und Zeitgeschichte. In den goldenen Kinozeiten gaben sich Stars wie Hans Albers oder Zarah Leander hier die Klinke in die Hand. Als das Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg teilautonom war, wurden Kinopremieren gefeiert wie in der Bundesrepublik.

Das Buch " Filmrausch" lässt das Kinowunder wiederauferstehen. Sie hungerten und froren - und strömten scharenweise in die Kinos. Der Fotograf Paul Hartmann hielt diese Zeit in Bildern fest. Seine Tochter Gabi hat gemeinsam mit dem Historiker Paul Burgard und dem kinobegeisterten früheren SR-Kameramann Klaus Peter Weber ein Buch herausgegeben. Maria C. Schmitt stellt ausgewählte Kinos vor, die bis heute vom saarländischen Filmrausch erzählen.


Erinnerung an die jüdische Gemeinde Illingen

Im 19. Jahrhundert war ein Viertel der Illinger Bürger jüdischen Glaubens. 1941 war die Gemeinde von den Nazis zerstört. Eine Zeitreise in ein dunkles Kapitel der saarländischen Gemeinde. Die Befreiung des Konzentrationslagers "Auschwitz" jährt sich 2020 zum 75. Mal. Auch kleine Orte im Saarland haben sich mit dem jüdischen Leben zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt.

In Wemmetsweiler gibt es ein Heimatmuseum, das noch bis April eine Ausstellung über Jüdinnen und Juden in Illingen zeigt. Nicht nur dort sind Spuren der jüdischen Bewohner zu sehen. Christian Ignatzi hat sich mit dem Heimatforscher Martin Schneider zu Orten begeben, an denen man noch heute steinerne Zeugen der einst so florierenden Kommune findet.


Das geheime Leben der Bäume, Autor Peter Wohlleben (Foto: SR)

Das geheime Leben der Bäume

Peter Wohlleben ist ein Phänomen: der Förster aus der Eifel versteht es, Zusammenhänge und Lebensformen in der Natur spannend, anschaulich - und vor allem - unakademisch zu erklären. Sein 2015 erschienenes Buch "das geheime Leben der Bäume" war ein internationaler Besteller. Jeder, der Wohlleben liest, sieht den Wald anschließend mit anderen Augen.

Der gleichnamige Film von Jörg Adolph verbindet nun Wohllebens Erkenntnisse über die Bäume und ihr soziales Netzwerk, das Funktionieren der Natur, mit einem Porträt Wohllebens. Der Film zeigt die mediale Hektik um den Star wider Willen, der bei sich bleiben mag. Zweiter Protagonist neben dem Förster: der Wald, der in magischen Bildern (Kamera: Jan Haft) gezeigt wird.


Moderation: Jochen Erdmenger

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