Wir im Saarland - Kultur (15.05.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

Diese Woche geht es um Giuseppe Penone, der mit großen Skulpturen ebenso große philosophische Fragen stellt. Außerdem stellen wir Bartholomäus Koßmann vor, der einst Weltpolitik für das Saarland machte. Und dann sind da noch zwei Cafés, eines davon lädt zum Entspannen ein und das andere zu wirklich gutem Kaffee.

Sendung: Mittwoch 15.05.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Giuseppe Penone - Der Mensch in der Natur

Gewaltige Holzbalken, raumfüllende Bronzen und Wände voller Dornen - die Ausstellung des Italieners Giuseppe Penone im Saarlandmuseum füllt den 14 Meter hohen Raum im Zentrum des Erweiterungsbaus mit beeindruckenden Skulpturen. Werden und Vergehen, Menschen und Natur - um diese Pole dreht sich das Werk von Giuseppe Penone. Mit seinen Skulpturen gestaltet der 72-jährige Turiner in der modernen Galerie in Saarbrücken imposante Räume. Obwohl das bestimmende Motiv seiner Arbeiten die Metamorphose ist, arbeitet der "Arte povera"-Pionier mit beständigen Materialien wie Holz, Bronze oder Stein und schafft so Werke von Dauer. Wer hinter das beeindruckende Äußere blickt, entdeckt in den Werken philosophische Kommentare zum Zusammenspiel von Mensch und Natur.


Kaffeehauskultur an der Saar - Folge 7: Paulsburger Caféstübchen und Café Plaisir

In dieser Folge stellen wir gleich zwei Cafés vor: Eines für Kaffeespezialisten und eines, in dem nicht nur leckeren Torten für Entspannung sorgen. Anja und Jörg Kuchartz haben mit dem Paulsburger Caféstübchen eine Oase der Entspannung geschaffen. Dafür sorgen nicht nur die gemütliche Einrichtung und die Kuchen und Torten, die die Quierschieder teils noch nach alten Familienrezepten backen. Auch die Entspannungskurse, die Jörg Kuckartz regelmäßig mitten im Café veranstaltet, tragen ihren Teil dazu bei. Wie jemand, der Kaffee eigentlich nie mochte, zum Experten für die braune Bohne werden kann, kann man im Café Plaisir in Saarlouis sehen. Ob frisch gebrüht oder in Tüten verpackt - jede der 50 Sorten, die Carsten und Nadine Schäfer dort anbieten, kaufen die beiden direkt von Bauern in Südamerika und rösten sie selbst.


Bartholomäus Koßmann - Weltpolitik aus Eppelborn

Ob im Landtag, beim Völkerbund oder daheim in Eppelborn - der Politiker Bartholomäus Koßmann hat sich für seine Mitmenschen eingesetzt, wo immer er es vermochte. Insbesondere für die Saarländer. Er hat es weit gebracht: Als das Saarland ab 1920 unter der Verwaltung des Völkerbunds stand, vertrat Bartholomäus Koßmann die Interessen seiner Heimatregion auf internationaler Bühne. Auch zuvor schon im Deutschen Reichstag und später im saarländischen Landtag war Koßmann an wichtigen Entscheidung beteiligt. Dort war er als harter Verhandlungspartner für das Wohl der Saarländer bekannt. Doch auch abseits großer Bühnen in seiner Eppelborner Heimat war seine Hilfsbereitschaft geradezu legendär. Im Tholeyer Schaumbergturm ist dem Politiker aktuell eine Ausstellung gewidmet.


 (Foto: Filmverleih)

Kinotipp - "Nur eine Frau"

Am 7. Februar 2005 wird Hatun Aynur Sürücü auf offener Straße in Berlin mit drei Kopfschüssen aus nächster Nähe hingerichtet. Sie ist 23 Jahre alt und Mutter eines fünfjährigen Sohnes, der zur Tatzeit allein in seinem Bett liegt und schläft. der Mörder kommt aus der eigenen Familie. Es ist ihr jüngster Bruder, der mit der Tat die "Ehre der Familie" wieder herstellen will. Die Geschichte dieses "Ehrenmordes", der bundesweit für Entsetzen sorgte und eine Debatte über Zwangsehen und Wertvorstellungen von in Deutschland lebenden muslimischen Familien auslöste, erzählt jetzt der Kinofilm "Nur eine Frau. Regisseurin Sherry Hormann macht hier Hatun Aynur Sürücü zu einer gerade in ihrer Nüchternheit erschütternden Berichterstatterin ihres eigenen Schicksals: Sie schildert rückblickend ihre Zwangsverheiratung im Alter von 16 Jahren, die anschließende Flucht vor ihrem prügelnden Ehemann, wie sie das Kopftuch ablegte, eine Lehre begann und sich ein selbstbestimmtes Leben aufbaute - gegen den Widerstand ihrer strenggläubigen Familie, die am Ende ihre Ermordung betrieb. Sürücüs Tod war der Beginn einer bis heute dauernden Debatte um Zwangsehen und Verbrechen im Namen der Ehre. Der Berliner "Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung", nach ihrer Ermordung gegründet, hat 2017 allein für Berlin 570 Fälle von Zwangsverheiratungen ermittelt. Im gleichen Jahr wurden in Deutschland 51 vollendete oder versuchte Morde oder Totschlagsverbrechen "im Namen der Ehre" registriert. Der Menschenrechtlerin und Anwältin Seyran Ateş zufolge, die seit Jahrzehnten für die Rechte muslimischer Frauen kämpft, hat sich seit Sürücüs Tod zu wenig geändert. Ateş kann sich nach zahllosen Morddrohungen und einem Attentatsversuch nur noch mit Polizeischutz in Deutschland bewegen.


  • Musical  23.05.2019 Rocky Horror Show – Neue Gebläshalle  Neunkirchen; Beginn: 20.00 Uhr  

  • Comedy / Kabarett 17.05.2019  Weibsbilder – Stadthalle Lebach; Beginn: 20.00 Uhr

  • Kunstmarkt 26.05.2019 Kunst am Staden  – Big Eppel Eppelborn; Beginn: 10.00 Uhr

  • Internationaler Museumstag 19.05.2019 - Tag der offen Tür im historischen Museum Saarbrücken

  • Ausstellung  bis 03.06.2019 Burbacher Gold. Kohle. Stahl und Eisenbahn. Ein Stück Saarbrücker Stadtgeschichte – Stadtarchiv Saarbrücken

  • Kindermusical  19.05.2019 – Die Schöne und das Biest – Illipse Illingen; Beginn: 11.00 und 15.00 Uhr


Vorschau auf Perspectives

Insgesamt 16 Produktionen der Bühnenkunst will das deutsch-französische Festival „perspectives“ vorstellen, das vom 6. bis 15. Juni in Saarbrücken, Saarlouis und im Département Moselle stattfindet.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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