Wir im Saarland - Kultur (18.12.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

Was bleibt von Kulturminister Ulrich Commerçon und wie geht es weiter in der saarländischen Kulturpolitik? Außerdem schauen wir, wie die neuen Kirchenfenster für Tholey entstehen und besuchen Theater-Regisseurin Sara Abbasi. Wir im Saarland – Kultur blickt in der letzten Sendung des Jahres 2019 auf wichtige Ereignisse und Personalien zurück.

Sendung: Mittwoch 18.12.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Rückblick 2019 - Bilanz der Ära von Kulturminister Ulrich Commerçon

Sieben Jahre lang war Ulrich Commerçon Kulturminister im Saarland. Zu seinen großen Verdiensten zählt die Fertigstellung des 4. Pavillons des Saarlanduseums. Und sonst? Was bleibt von seiner Amtszeit? Er hat es geschafft, das kulturpolitische Chaos im langwierigen Streit um den Erweiterungsbau des Saarlandmuseums und die scheinbar endlose Baustelle zu beenden. Mit Staatstheaterintendant Bodo Busse bewies Ulrich Commerçon eine glückliche Hand in der Neubesetzung der Leitung des Saarländischen Staatstheaters. Er hat vieles bewegt im Land – und doch gibt es einiges, was nicht gelang. Noch gibt es keine Antwort auf die Frage, wie es mit dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte weitergeht; die Sanierung des denkmalgeschützten Pingussonbaus lässt auf sich warten; und der Versuch, ein neues Musikfestival im Land zu etablieren ging im ersten Versuch zumindest schief. Uwe Loebens erinnert an die Ära Commerçon im saarländischen Kultusministerium.

Dazu im Studio: Christine Streichert-Clivot. Die ersten Monate als neue Kulturministerin hat sie hinter sich. Im Gespräch mit Jochen Erdmenger erklärt sie, wie sie die Arbeit ihres Vorgängers weiterführen will und welche Ziele sie sich gesteckt hat.


Karrierestart in Salzburg – die Theaterautorin und Regisseurin Sara Abbasi

Sie ist im Iran geboren und in Saarbrücken aufgewachsen. Gerade hat das Landestheater in Salzburg ihr autobiografisch geprägtes Stück „Mina“ uraufgeführt. Ein Porträt der Regisseurin und Theaterautorin Sara Abassi. Auf ihren biografischen Hintergrund will Sara Abbasi nicht reduziert werden; sie ist Theaterfrau durch und durch, und das begann, als sie an der Saarbrücker Grundschule Am Homburg Reineke Fuchs gespielt hat. Nach Studienjahren an der HBK Saar, in Berlin, Teheran und Paris landete sie als Regieassistentin bei niemand geringerem als Peter Stein und folgte ihm ans Wiener Burgtheater. Ihre erste eigene Inszenierung wurde gleich für den renommierten Nestroy-Preis nominiert. Am Salzburger Landestheater erhielt sie jetzt die Chance, ihr erstes eigenes Stück zu schreiben. In „Mina“ verarbeitet sie autobiografisches, aber auch fiktives und dokumentarisches Material. Eine Art Spurensuche nach der Frage, wie es ist, von mehr als einer Kultur geprägt worden zu sein. Stephanie Prochnow hat Sara Abbasi bei ihrer Arbeit begleitet.


Fensterkunst für Tholey – Ein Besuch bei Glaskünstlerin Mahbuba Maqsoodi in München

Eines der spannendsten Bauvorhaben im Saarland ist zurzeit die Sanierung der Tholeyer Abteikirche. Neben den drei Fenstern, die nach Entwürfen Gerhard Richters entstehen, werden gerade auch 34 Fenster der Künstlerin Mahbuba Maqsoodi gefertigt – in Saarbrücken und in München. Mahbuba Maqsoodi pendelt gerade viel zwischen ihrem Münchner Atelier und der renommierten Bayrischen Hofglasmalerei Gustav van Treeck, wo ein Großteil ihrer Entwürfe in Fenster verwandelt werden. Die Lebensgeschichte der Künstlerin gäbe Stoff für einen ganzen Film her. Als von ihren Eltern liberal erzogene Muslima floh sie mit ihrer Familie zunächst zum Kunststudium nach Russland und zog weiter nach Deutschland.  Wie sie den Wettbewerb für die Tholeyer Kirchenfenster gewann, und wie sie zu ihren farbigen, figürlichen Entwürfen kam, erzählt sie Uwe Loebens in ihrem Atelier. 


Kulturtipps

Die Kulturtipps der Woche vom 18. Dezember 2019 im Video.


Moderation: Jochen Erdmenger

Eine Stimme von SR 2: Jochen Erdmenger (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja