Wir im Saarland - Kultur (30.10.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

Hier sehen Sie das Video vom 30. Oktober. Ein Film über Homosexualität in den 70ern, ein Blick in die Glasmacherwerkstatt Frese in St. Arnual und ein Buch über den kaum bekannten Widerstand im Umfeld des Stauffenberg-Attentats im 3. Reich sind die Themen der Sendung "Wir im Saarland - Kultur" in dieser Woche.

Sendung: Mittwoch 06.11.2019 18.50


Die Themen der Sendung


Was wäre nach einem gelungenen Attentat auf Hitler gewesen?

Stauffenberg als Hitlerattentäter ist bekannt. Aber was ist mit den vielen, die nach einem gelungenen Attentat bereit gestanden hätten, die Verwaltungen und Rundfunkstationen zu besetzen? Davon erzählt das Buch" Die Konspirateure. Der zivile Widerstand hinter dem 20. Juli 1944". Es stellt auch zwei Saarländer vor. Über das Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der Wolfsschanze, und über den Bendlerblock als Schaltzentrale der Konspiration ist viel geforscht worden. Aber was ist mit all denen, die im Falle einer Machtübernahme bereit gestanden hätten, das öffentliche Leben nach Hitler zu übernehmen? Darum geht es im Buch" Die Konspirateure". Es beschreibt die beteiligten Nicht-Militärs - mutige Kaufleute, katholische Frauenrechtlerinnen oder links-sozialistische Pazifisten, die sich an verschwiegenen Orten trafen. Die Autoren Ludger Fittkau und Marie-Christine Werner erzählen auch von zwei Saarländern - dem Politiker Bartholomäus Koßmann und Christian Fries, der im 3. Reich als Polizeichef in Frankfurt arbeitete. Über ihre Recherche und ein bislang kaum aufgearbeitetes Thema in der NS-Geschichte berichtet Marie-Christine Werner im Gespräch mit Moderator Marcel Lütz-Binder.


Die sanierte Wilhelm-Heinrich-Brücke (Foto: Becker & Bredel)

Brückengeschichten: Die Wilhelm Heinrich-Brücke

Heute ist sie ein Monstrum. Die Wilhelm Heinrich Brücke in Saarbrücken. 6spurig, mit Autobahnanschlüssen - ein Symbol der Autos liebenden 60er Jahre. Doch ihre Geschichte beginnt früher: Vor 110 Jahren, als sie die ehemals rivalisierenden Städte Saarbrücken und St.Johann miteinander verband. Es war eine Großbaustelle: Hunderte Arbeiter schufteten an den Ufern der Saar, um der 82 Meter langen Stahlbrücke ein Fundament zu geben. Die Konstruktion entsprach den damaligen Zeitgeschmack. Der Name sollte an Friedrich III. erinnern, der 1899 für nur 99 Tage Kaiser war. Doch die Lebensdauer der ersten Wilhelm Heinrich Brücke währte nicht allzu lange: Wie alle Brücken der Stadt wurde das Wahrzeichen der Verbrüderung von St. Johann und em ursprünglichen Saarbrücken im 2. Weltkrieg zerstört. Seit 1962 führt an gleicher Stelle die 6-spurige Wilhelm Heinrich Brücke über Fluss. Sie sollte den immer stärker werdenden Verkehr in der Stadt verteilen. Maria C. Schmitt erzählt von einer Brücke, in deren Geschichte sich die Wirren des 20.Jahrhunderts spiegeln.


 (Foto: dpa)

Filmset Saarland: Transvestiten und Schwule in den 70ern

Der Saarbrücker Szene-Wirt und Schauspieler Wolfgang Reeb hat sich einen Traum erfüllt: Einen Spielfilm mit Transvestiten produzieren und eine der Hauptrollen selbst spielen. Ein Blick hinter die Kulissen der Tragikomödie "Zeit der Monster", die vom Milieu der 70er Jahre erzählt. Das "Milieu" lebte gefährlich: Sexuelle Handlungen zwischen Männern waren bis 1994 gesetzlich verboten. Wolfgang Reeb erinnert sich noch gut daran, in den 70er Jahren bestand sein Freundes- und Bekanntenkreis zu einem Großteil aus Schwulen und Transvestiten. In seinem Film " Zeit der Monster" setzt er sich bewusst ironisch mit dieser biederen Zeit auseinander. Es geht um einen handfesten Konflikt zweier Transvestiten: Justine de Bré, gespielt von der bekannten Berliner Drag Queen Nina Queer, und Armanda von Hohenstüt, gespielt von Wolfgang Reeb selbst. Regina Schwald hat die größtenteils im Saarland stattfindenden Dreharbeiten besucht.


 (Foto: SR)

Glasmalerkunst in St. Arnual

Im Rahmen der Sanierung der Abtei Tholey werden 37 Kirchenfenster neu gestaltet. Teilweise werden die Entwürfe in der St. Arnualer Glasmalerei Frese realisiert. Für die Umsetzung der Entwürfe muss Glasmalerin Nina Thomas neue Verfahren entwickeln. Glasmalerei hat eine sehr lange und reiche Tradition. In Kirchenfenster wurde die christliche Botschaft in klaren Bildern nahegebracht; einfache Lesbarkeit war auch gefordert beim Wettbewerb für die Gestaltung neuer Glasfenster für die Abtei Tholey. Gewonnen hat die afghanische Künstlerin Mahbuba Masqoodi, deren Entwürfe in einem komplizierten Verfahren aus Schneiden, Ätzen und Malen umzusetzen sind. Daran arbeitet neben der Hofmalerei Gustav van Treeck in München, auch die St. Arnualer Glasmalerei Frese. Uwe Loebens hat Glasmalermeisterin Nina Thomas bei der Arbeit beobachtet.


Logo: WimS Kulturtipps (Foto: SR)

  • Musik 14.11.19  Ilro Rantala – Illipse Illingen; Beginn:19:30 Uhr

  • Musik 18.11.19  Annett Louisan -   Saarlandhalle Saarbrücken; Beginn:20:00 Uhr

  • Show mit Pferden 09. +10.11.19  Cavalluna – Legende der Wüste Saarlandhalle Saarbrücken; Beginn: 14.00 Uhr; 18.30 Uhr und 19.00 Uhr

  • Musik 15.11.19  Bounce – Bon Jovi Tributeband Big Eppel Eppelborn; Beginn:20:00 Uhr

  • Musik  06.11.19 Tanagrine  - Mandy’s Lounge Homburg; Beginn:20.00 Uhr

  • Musik 08.11.19 Sean Taylor -  Mandy’s Lounge Homburg; Beginn:20:00 Uhr 

  • Musik: 13.11.19 Marcel & Yann Loup Adam Bahnhof Püttlingen, Beginn: 20.00 Uhr

  • Comedy 15.11.19 Ole Lehmann  Stummsche Reithalle Neunkirchen; Beginn:20.00 Uhr

  • Musik: 15.11.19 Roland Helm &The Reverend Jochems Kneipe Riegelsberg, Beginn: 19.30 Uh


Marcel Lütz-Binder (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Moderation: Marcel Lütz-Binder

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