Wir im Saarland - Kultur extra (06.11.2019)

Wir im Saarland - Kultur extra

 

Ein Roman über den Abschied vom Selbstbetrug, ein Geigenbauer, der schon zu Jugendzeiten eine historische Viola gefertigt hat und der viel versprechende Schlagzeuger Kevin Naßhan sind Themen der Wir im Saarland - Kultur extra Sendung.

Sendung: Mittwoch 06.11.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Der sein Schlagzeug nicht spielt, sondern tanzt

Kevin Naßhan und seine Big Band

Er belebt die große Tradition der Big Band im Saarland wieder: Kevin Naßhan, begabter Jazzschlagzeuger spielt mit seinem Silent Explosion Orchestra die großen Hits von Count Basie, Duke Ellington oder Glenn Miller. Ein leichtes Schulterzucken, dann ein Kopfnicken. Kevin Naßhan spielt nicht Schlagzeug, er tanzt es; und es ist ihm vermutlich gar nicht bewusst. “Beim Spielen vergisst man sehr schnell was außen rum passiert. Das ist auch bei Konzerten so. Wenn die Musik anfängt ist man da voll drin“ sagt der Schlagzeuger aus Schwalbach. Auf der Bühne lebt der 26-Jährige seinen Traum, den er hartnäckig verfolgt. 2016 gründete er nach dem Musikstudium das Silent Explosion Orchestra – als Manager, Schlagzeuger und Bandleiter.


Bernd Nixdorf und der Abschied vom Selbstbetrug

Was ist, wenn Wirklichkeit nicht mehr wirklich erscheint? Ist das Irrsinn? Der Schriftsteller Bernd Nixdorf glaubt: Wirklichkeit ist nicht mehr als eine brüchige Konstruktion – und erzählt die Geschichte eines Kunstfälschers.

Hopper hat den Halt verloren und sucht in dieser Extremsituation sein zerbrochenes Leben zusammen. Das ist die Geschichte des abgründigen Romans „Eine intime Vertraute“, in dem es um den schwierigen Abschied von Selbstbetrug geht. Bernd Nixdorf ist Mitarbeiter des Saarländischen Künstlerhauses. Er studierte Philosophie und Psychologie und in vielen Jobs das Leben. Er veröffentlicht seit Jahren regelmäßig Texte in Zeitschriften. Vor zwei Jahrzehnten machte ihn seine rotzfreche Parodie des Saarländischen Fernseh-Tatorts bekannt: „Salli Palli“. Jetzt erschien sein erster Roman, den Uwe Loebens beeindruckt gelesen hat.


Geigenbau con amore

Er ist verliebt in Instrumente, die im Italienischen „Viola d’amore“ oder „Gamba d’amore“ heißen. „Amore“ bedeutet Liebe. Das passt, denn ohne Leidenschaft geht beim Geigenbauer Martin Krause gar nichts.

Sein erstes Instrument hat er noch vor seiner Lehrzeit gebaut: Eine Gambe, also den Nachbau eines Cellos, wie es vor rund 500 Jahren gespielt wurde. Die Faszination für den Bau von Streichinstrumenten hat Martin Krause in der Werkstatt seiner Eltern entdeckt, die seit den 70er Jahren eine angesehene Geigenbauwerkstatt in Saarbrücken aufgebaut haben. Mittlerweile hat Martin Krause die Werkstatt übernommen, bietet Service und baut nach verschiedenen Modellen auch eigene Instrumente. Die können sich nicht nur sehen sondern auch hören lassen.


Fotos von Himmel und Paradies

Der Himmel spielt im Glauben eine besondere Rolle. Deshalb sind Kirchengewölbe oft außergewöhnlich harmonisch und symmetrisch gestaltet. Die hat der Fotograf Werner Richner nun außergewöhnlich in Szene gesetzt.

Ein Spiel mit Formen und Farben. Ästhetisch. Magisch. So könnte man die Fotos von Werner Richner bezeichnen, der in ausgewählten Kirchen und Kapellen des Saarlandes die Deckengewölbe fotografiert hat. Verschiedene Stile und Kunstepochen sind ihm begegnet, von bestechender Schlichtheit bis zum opulenten Barock. Viele von ihnen sind begehbare Kunstwerke, deren Schönheit sich erst beim Blick nach oben offenbart. Die Deckengewölbe sind überwältigende Konstruktionen und stehen traditionell als Synonym für den Himmel und das Paradies. Werner Richner gelingt das Kunststück, die Magie auf seinen Bildband zu übertragen.


Café & Co.

Teil 3 der Serie über Kaffeehäuser an der Saar: Café Lolo 

Seit Generationen sind sie Treffpunkte für Literaten, Philosophen und Menschen, die einfach mal bei einer guten Tasse Kaffee miteinander reden wollen. Saarländische Kaffeehäuser erzählen Kulturgeschichte. Im dritten Teil der Serie geht es um das Café Lolo in Saarbrücken. Butterkuchen. Der ist es, der das Saarbrücker Café Lolo zur Legende machte. Seit bald 50 Jahren ist es eine Saarbrücker Institution, und jeden Sonntag parken die Autos in zwei Reihen, und der Andrang ist seit langer Zeit ungebrochen. Dieter Dausend hat das Café viele Jahre mit seiner Frau geführt, vor 15 Jahren wurde es von Sohn Andreas übernommen. Und immer noch arbeitet die ganze Familie inklusive Enkel, Nichten und Schwiegertöchter mit. Das Café Lolo ist ein Familienunternehmen, das das kulinarische Saarbrücken mitgeprägt hat.


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