Wir im Saarland - Kultur (04.09.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

Hier sehen Sie das Video vom 28. August. Ein Klangkünstler macht den Raum der Kirche eli.ja hörbar, der deutsche Popstar Purple Schulz war in Schmelz, und "Wir im Saarland - Kultur“ erinnert zum 80. Jahrestag daran, dass Saarländer und Lothringer zu Beginn des 2. Weltkriegs zu Flüchtlingen wurden.

Sendung: Mittwoch 04.09.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Musikinstrumenten-Erfinder Marius Buck

Er hat viele Begabungen. Schon während seines Schlagzeugstudiums begann Marius Buck, hochwertige Becken zu bauen. Dann studierte er Klangkunst - und hat nun den Raum der Saarbrücker Kirche eli.ja zum Klingen gebracht. Die Kirche überwältigte ihn: Hohe Räume mit riesigem Volumen, Fliesen und unterschiedlichen Bodenbeläge und dazu ein bemerkenswert langer Nachhall. Für die Kirche eli.ja hat Marius Buck eine Klangkomposition erschaffen und für diese eigens Instrumente erfunden und gebaut. Schwirrende Bögen, verschnörkelte Hupen oder auch ein meterlanges Alphorn aus Metall. Mit dem Bau von Instrumenten hat er viel Erfahrung, denn unter dem Label Buckblech baut und restauriert er Becken und hat einen Kundenstamm aus ganz Deutschland. Karsten Neuschwender hat Marius Buck in seiner Werkstatt und bei seinem Klangkonzert in der Kirche begleitet.


Sehnsucht - eine Begegnung mit Purple Schulz

"Ich will raus" - das schrie Purple Schulz in den Achtzigern ins Mikrophon und landete mit dem Song "Sehnsucht" einen bis heute populären Popsong. Der Kölner Singer-Songwriter ist immer noch aktiv und trat open air in Schmelz auf. Auf seinem neuen Album blickt Purple Schulz auf 35 Jahre Musikerleben zurück. Zahlreiche Hits hat er gelandet, vor allem in den 80er und 90er Jahren mit Songs wie "Sehnsucht", "Verliebte Jungs" oder "Kleine Seen". Auf diese Zeit blickt Purple Schulz auf seiner Tournee zurück und bringt auch brandneue Songs. Susanne Kirchhofer hat den Star vor und bei seinem Konzert mit der Kamera begleitet.


Populäre Heroen - eine Ausstellung im Historischen Museum

Wann wurde ein Popstar zum Popstar? Das Historische Museum Saar spürt dieser Frage nach - und hat viele Popstars entdeckt, die dies zu einer Zeit waren, als das Wort Pop noch gar nicht erfunden war. Varieté-Sternchen, Theaterschauspieler, Stummfilmgrößen, Zirkusleute - die europäische und nordamerikanische Welt hatte ihre Popstars lange vor dem weltweiten Siegeszug der amerikanischen Popkultur heutiger Prägung. Und sie hat sie von Mitte des 19. Jahrhunderts bis an das Ende der 1950er Jahre auf die ihr eigene, zeitgeistige Weise im Foto inszeniert. Das zeigt die Ausstellung "Popstars vor der Popkultur", die gemeinsam mit dem Landesarchiv des Saarlandes und dem PopRat Saar kuratiert wurde. Aber was ist das eigentlich ein Popstar? Uwe Loebens sucht Antworten.


Lernen aus der Geschichte – der Tag des Offenen Denkmals

Was macht eigentlich ein Denkmal zum Denkmal? Das wird bundesweit im September am Tag des Offenen Denkmals an vielen Orten erklärt – auch im Saarland. In Illingen gibt es seit einiger Zeit ein ungewöhnliches Wandbild zu sehen: Im Illinger Wirtshaus bedecken zwei große Fliesenbilder des ungarisch-deutschen Künstlers György Lehoczky die Wände. Eines zeigt eindringlich die Verarbeitung von Fleisch in der früheren Fabrik Höll. Neben diesen Neuentdeckungen zeigen wir eine Reihe von Bauwerken, die am Sonntag ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnen. Dazu zählt der Beckerturm in Sankt Ingbert, neben dem das frühere Wohnhaus der Familie Becker zu besichtigen sein wird: Ein Haus im Stil Mies van der Rohes. 


80 Jahre Evakuierung im 2. Weltkrieg

Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen und begann den 2. Weltkrieg. Damit veränderte sich auch das Leben an der Saar schlagartig. Denn man befürchtete Kampfhandlungen an der Grenze und evakuierte daher große Teile der Bevölkerung ins Deutsche Reich. Dieses Thema geht noch 80 Jahre nach Kriegsbeginn unter die Haut. Es wurde lange verdrängt und verschwiegen. Denn darf ein Deutscher, also jemand der Teil des Volkes war, das den zweiten Weltkrieg angezettelt hat, darunter leiden, dass er zwangsevakuiert wurde? Ist sein Leid relevant im Vergleich zum Leiden von Millionen anderer Menschen, die die Nazis ins Unglück gestürzt haben? Man kann es nicht vergleichen, aber mittlerweile wird auch dieses Leid ernstgenommen. Im Saarland wurden die Menschen aus dem unmittelbaren Grenzgebiet, der so genannten Roten Zone, 1939 und noch einmal 1944 ins damalige Reichsinnere evakuiert. Ihre Nöte und Ängste wurden über Jahrzehnte nicht gehört, haben sich aber nicht nur ins Körpergedächtnis eingegraben, sondern wurden an folgende Generationen weitergegeben. Annette Bak hat dieses Thema filmisch aufgearbeitet.


  • Comedy 17.09.19 Thorsten Bär Congresshalle Saarbrücken; Beginn: 20.00 Uhr

  • Theater  13.09.19  to Trump with Love – Gebläsehalle Neunkirchen; Beginn: 20.00 Uhr

  • Musik 13.09.19 CD-Präsentation KlezFiesta Helmut Eisel & JEM Stummsche Reithalle Neunkirchen; Beginn: 20.00 Uhr

  • Musik 22.+ 23.09.2019 1 Sinfonieorchester  – Congresshalle Saarbrücken; Beginn: 20.00 Uhr


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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