Wir im Saarland - Kultur extra (03.07.2019)

Wir im Saarland - Kultur extra

 

Kunst aus Beton, ein Mann, der seine Träume spielt und die altehrwürdige Kaffeehauskultur sind in dieser Woche unter anderem Themen der Wir im Saarland - Kultur extra Sendung.

Sendung: Mittwoch 03.07.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Die farbig tanzenden Bilder von Christel Bak-Stalter

Eine echte Powerfrau: Anfang 80 ist Christel Bak-Stalter, pflegt einen großen Garten, hat vier Kinder erzogen und ist vor allem eins: Eine Künstlerin, die unbeirrbar ihren eigenen Weg geht. „Die Karriere war mir eigentlich nicht so wichtig. Ich bin unheimlich kritisch mit meinen eigenen Sachen“, sagt Christel Bak-Stalter, „das Wichtigste ist für mich diese Arbeit.“ In dieser Arbeit verbindet sie, was in ihrem Leben wichtig ist: Malerei, Literatur und Musik. Debussy zum Beispiel – mit dem Komponisten verbindet sie die Farben von Wasser und Himmel. Dementsprechend sehen ihre Bilder aus, die sie beim Malen zu dessen impressionistischer Musik hört. Aber auch von Literatur lässt sie sich inspirieren, Thomas Mann oder Elias Canetti zum Beispiel. „Möglichst komplizierte Themen, an denen ich herumkauen kann“, sagt Bak-Stalter. Mit ihren Ausstellungen hat sie es bis nach Verona und Paris gebracht. Harriet Weber-Schäfer hat die überzeugte und überzeugende Autodidaktin besucht.


Die Zartheit von Beton – ein Besuch bei der Skulpturistin Beate Haltern

Beton ist ein schwerer und grober Werkstoff? Nicht für Beate Haltern. In ihrem Atelier in St. Ingbert formt sie aus Künstlerbeton filigrane Skulpturen, leicht und geschwungen wie Pflanzen und doch hart und beständig.

Bunker schaut sie sich gerne an. Aber nicht aus Faszination für die gewichtigen Zeugen einer gewalttätigen Vergangenheit, sondern weil sie sich für die farbigen und tatsächlich sehr ästhetischen Strukturen interessiert, die entstehen, wenn sich die Natur die klobigen Kriegsruinen zurückholt. Diese Strukturen finden sich in ihren Bildern und Betonskulpturen wieder – und zeugen von einer einfachen aber weitreichenden Erkenntnis: Natur und von Menschen gemachte Kultur gehört immer zusammen. Untrennbar.


Café & Co. – Kaffeehäuser an der Saar

Seit Generationen sind sie Treffpunkte für Literaten, Philosophen und Menschen, die einfach mal bei einer guten Tasse Kaffee miteinander reden wollen. Saarländische Kaffeehäuser erzählen Kulturgeschichte.

Allein in Saarbrücken gab es vor rund 50 Jahren  mehr als 15 Cafés mit etwa 3000 Sitzplätzen. Allein zwischen Bahnhof und St. Johanner Markt lagen 12 Kaffeehäuser.  Nach Düsseldorf galt Saarbrücken als „Kaffeehausfreundlichste Stadt Deutschlands“.  Die Cafés erzählen viel von der Gesellschaft, und die Veränderung der Kaffeekultur sagt viel aus über eine Zeit und die Zeitgenossen. 1711 wurde in Leipzig das erste deutsche Kaffeehaus eröffnet, es hieß „Zum arabischen Coffe Baum“. Nachdem sich zunächst Fürsten und Könige damit brüsteten, Kaffee und Kakao zu genießen, fanden bald auch reiche Bürger Geschmack daran. Kaffee wurde zum Mode-Getränk. Es waren Künstler, Schriftsteller und Theaterleute, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als illustres Publikum die Kaffeehäuser in den großen Städten wie z.B. Wien bevölkerten. In ihrer Serie stellt Maria C. Schmitt einige der traditionsreichen Kaffeehäuser an der Saar vor. Im ersten Teil besucht sie das Café am Schlossweiher Jägersburg.


Der seine Träume spielt - eine Begegnung mit dem Musiker Christian Pabst

Von Musik zu leben - davon träumen viele. Den wenigsten gelingt es, und so kann der Traum zu einem Albtraum werden. Christian Pabst hat es geschafft. Er lebt seinen Traum – innerhalb und außerhalb der Musik. Und er ist auf dem Weg nach oben. Derzeit ist er gleich mit mehreren, ganz unterschiedlichen Projekten, gut gebucht. Als Begleiter des Entertainers Sven Ratzke tourt er durch die Welt und tritt in Fernsehshows auf. Christian Pabst aus Großrosseln ist Jazzpianist, Filmkomponist, Hochschuldozent und Chef seines eigenen Jazztrios. Mit dem hat er gerade die CD “ Inner Voice“ aufgenommen und im Kurhaus Harschberg bei St. Wendel vorgestellt. Karsten Neuschwender hat den Exilsaarländer, der seit einigen Jahren in Amsterdam lebt, getroffen - und eine außergewöhnliche Musikerpersönlichkeit kennen gelernt.


Nachhaltige Instrumente – Tino Battiston baut die erste saarländische Bio-Gitarre aus Merziger Apfelbaum

Die Diskussion um die Verwendung exotischer Hölzer ist bereits seit einiger Zeit auch im Instrumentenbau angekommen. Tino Battiston aus Rehlingen-Siersburg hat gerade seine erste Gitarre aus heimischem Holz gebaut. Er will weiter mit europäischem Tonholz experimentieren, auch weil er glaubt, dass langfristig nicht genügend Tropenholz zur Verfügung stehen wird.

Beim Möbelkauf ist Otto-Normalverbraucher lange schon sensibilisiert: Tropenholz ist Pfui, wenn es nicht mit einem unstrittigen Zertifikat beklebt ist. Doch auch in vielen Musikinstrumenten gilt Tropenholz als das beste Material; Mahagoni, Palisander und Ebenholz machten zum Beispiel den Klang der legendären Gibson Les Paul aus. Der Musiker Eric Maas wollte aber eine Gitarre haben, für die kein Regenwald gefällt wurde, und gab bei seinem Freund Tino Battiston ein neues Instrument in Auftrag. Ein Jahr lang hat der mit heimischen Hölzern experimentiert; und entlockt jetzt einem Merziger Apfelbaum neue Klänge.


Sommerpause bei Wir im Saarland – Kultur. Die Moderatoren Jochen Erdmenger, Susanne Gebhardt, Marcel Lütz-Binder und Christine Alt führen durch die Highlights der vergangenen Sendungen.

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