Logo der Sendung "Wir im Saarland - Kultur" (Foto: SR)

Wir im Saarland-Kultur

 

Diese Woche ging es in Wir im Saarland-Kultur um die Lebenserinnerung von Dietgard Eckhardt an ihren Bruder Volkmar Gross, die Ausstellung Hans-Christian Schink im Saarlandmuseum und Stefan Mörsdorfs Schritte zurück ins Leben. Außerdem haben wir die Doom-Metal-Band "No Hope" besucht.

Sendung: Mittwoch 06.06.2018 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Volkmar Gross (Foto: SR)

Ein Nachlass wird zum Lebensinhalt – Dietgard Eckhardt bewahrt Gemälde und Lebenserinnerungen des Malers Volkmar Gross

Obwohl es seit 2017 im Saarland ein Nachlasszentrum gibt, können längst nicht alle Künstler damit rechnen, dass ihr Werk nach ihrem Tod professionell gesichert und erfasst wird. Den Bildern und Dokumenten des 1992 verstorbenen Malers Volkmar Gross, Träger des Albert-Weisgerber-Preises, hat sich seit vielen Jahrzehnten seine Schwester angenommen. Unterstützt von einem Lehrerehepaar können so im Herbst zwei Ausstellungen realisiert werden.

Es ist eine berührende Geschichte. Dietgard Eckhardt hütet den Schatz ihres Bruders so liebevoll, als wäre es ihr eigener. Zeitlebens war sie ihm eng verbunden. Volkmar Gross zählt zur Künstlergeneration, die in den 1940er Jahren an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken bei Boris Kleint und Frans Masereel studiert hat. Im Alter von fünf Jahren wurde er bei einem Unfall so schwer verletzt, dass er jahrelang ans Bett gefesselt war. Jetzt kann dank der Sorge der Schwester der Nachlass aufgearbeitet werden. Uwe Loebens durfte die alte Dame besuchen.


Stille Bilder von verwüsteten Landschaften und monströsen Betonbauten – Der Fotograf Hans-Christian Schink im Saarlandmuseum

Mit seiner Serie "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ wurde er international bekannt. Hans-Christian Schink fotografiert seine vielfältigen Motive für ganze Fotoserien, die auch in Buchform erscheinen. Im Wechselpavillion der Modernen Galerie in Saarbrücken sind Fotos aus acht Serien bis zum 5. August zu sehen.

Menschen kommen auf seinen Bildern eher selten vor. Hans-Christian Schink war über viele Jahrzehnte ein reisender Fotograf. Er hielt ein Jahr nach der Atomkatastrophe in Fukushima das Katastrophengebiet in Bildern fest. Dabei will er seine Betrachter nicht manipulieren oder in emotionale Bahnen lenken; Schink schafft es, selbst schreckliche Sujets zu stillen, atmosphärisch dichten Fotografien zu verarbeiten, die sich der Betrachter selbst erschließen muss. Uwe Loebens ließ sich von Schink persönlich durch seine Ausstellung führen und hat einen Künstler getroffen, der angenehm zurückhaltend und dennoch offen einen Einblick in seine Techniken und Arbeitsweisen gewährt.


Stefan Mörsdorf  (Foto: SR)

Schritt für Schritt – Stefan Mörsdorf schreibt über seinen Weg zurück ins Leben

Er war Umweltminister, hat sich nach einer schweren Erkrankung wieder ins Leben gekämpft und sich auf den Jakobsweg gemacht. Stefan Mörsdorf hat mit "Schritt für Schritt“ ein persönliches Buch vorgelegt, in dem es auch darum geht: Mut machen!

2012 fiel der ehemalige saarländische Umweltminister nach einer Hirnblutung ins Koma. Dass er vier Jahre später wieder auf dem Jakobsweg pilgern kann und schließlich nach 20 Etappen in Metz landet, grenzt an ein Wunder. Mörsdorf war halbseitig gelähmt, doch das wollte er nicht akzeptieren. Schließlich gelingt ihm der Aufbruch, den kaum jemand für möglich gehalten hat - schon gar nicht seine Ärzte. Er sei eben ein Dick- und Sturkopf – schreibt er. Gewandert ist er schon immer gerne. Maria C. Schmitt ist mit Mörsdorf nochmal ein Stück gewandert und stellt sein Buch, das eine Mischung aus Natur-, Kultur- und Krankenbericht ist, vor.


Zeitschrift Streckenläufer (Foto: SR)

Langsam und beständig - Ein Porträt der einzigen Literaturzeitschrift im Saarland

Seit Anfang der 90er Jahre kämpfen sie sich durch: Die Macher des "Streckenläufers“, der, wie sie gerne betonen, einzigen Literaturzeitschrift der Region. 33 Ausgaben hat die Zeitschrift bisher geschafft. Eine Begegnung mit ihrem Initiator Klaus Behringer.

"Wir wollten was Eigenständiges machen und uns von niemandem dabei helfen lassen“, erinnert sich Klaus Behringer an die Anfangszeiten. Der "Streckenläufer“ sollte unabhängig sein – was er geschafft hat. Und nicht nur das: Er ist ein Forum für regionale Autoren und dokumentiert das literarische Leben in der Region. Autoren wie Arnfrid Astel, Jörg W. Gronius oder auch Bernhard Schiff wurden in der Zeitschrift veröffentlicht. Isabel Heine hat sich die Zeitschrift angesehen: Ein Porträt über Beständigkeit und literarischen Qualitätsanspruch abseits der Vermarktbarkeit.


Band No Hope (Foto: SR)

Gnadenlos laut und dicht - die Doom-Metal-Band "No Hope“

Sie wurde als Kellerband gegründet, und eines ihrer Vorbilder ist die britische Band „Black Sabbath“. Deren Hinwendung zu düsteren Themen kann man für die saarländische Band "No Hope“ als stilbildend bezeichnen.

Ihre Brotberufe kann man durchaus als brav und bürgerlich bezeichnen: Lehrer, Erzieher, Jobs bei Ford und in der Dillinger Hütte. Doch in ihrer Freizeit lassen es die Musiker von No Hope krachen: Schwere, düstere Gitarrenriffs, schleppender Rhythmus und Gesang, der immer wieder ins Kreischen übergeht. Die Band will keine Kompromisse machen. "Wenn es einen interessiert: gut. Wenn es keinen interessiert: gut.“, sagt Alexander Schon über die Musik der Band. Autor Uwe Loebens interessiert die Band, die sich durch ihre Auftritte in der Großregion einen Namen gemacht hat, und die jüngst im Jugendzentrum St. Ingbert ein kleines Festival organisiert hat.


Logo: WimS Kulturtipps (Foto: SR)

  • Kunst ab 08.06.2018 Vernissage: Die Straße der Sklupturen Reloaded – Kunstzentrum Bosener Mühle Nohfelden; Beginn: 19.00 Uhr

  • Musik 14.06.2018 Madsen – Portra3- Festvial Porta Nigra Trier; Beginn: 20.00 Uhr

  • Musik 17.06.2018 Bernd Glemser – Alte Abtei Mettlach; Beginn: 11.00 Uhr

  • Musik/ Kunst 19.06.2018 SR Hörperspektiv - Kulturbahnhof Saarbrücken; Beginn: 19.30 Uhr

  • Theater 10.06.2018 + 24.06.2018 Blues Brothers - Saarländisches Staatstheater Saarbrücken; Beginn: 18.00 Uhr

  • Musik  22.06.2018 Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern – Stadthalle Dillingen; Beginn: 13.00 Uhr

  • Musik 24.06.2018 Diogens Quartett – Alte Abtei Mettlach; Beginn: 11.00 Uhr

  • Musik 30.06.2018 SR Klassik am See – Strandbad Losheim; Beginn: 18.00 Uhr


Moderation: Susanne Gebhardt

Die Moderatoren des neuen Vorabends: Jochen Erdmenger, Susanne Gebhardt und Marcel Lütz-Binder. (Foto: SR)

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