Wir im Saarland - Grenzenlos extra: Théodore Gouvy (01.07.2019)

Wir im Saarland - Grenzenlos extra

Dem Vergessen entrissen - Der deutsch-französische Komponist Théodore Gouvy

 

Einst ein bekannter Komponist, der unter anderem in Paris und Leipzig Erfolge feierte, war Théodore Gouvy bereits kurz nach seinem Tod vollkommen in Vergessenheit geraten. Das Feature arbeitet die Hintergründe des Vergessens und der Wiederentdeckung des deutsch-französischen Musikers auf.

Sendung: Montag 01.07.2019 18.50 Uhr

Wie kann es passieren, dass ein Komponist gerade einmal 100 Jahre nach seinem Tod vollständig vergessen ist? Wäre da nicht der auffällige Grabstein auf dem Friedhof des lothringischen Städtchens Hombourg-Haut, der vor rund 20 Jahren dem pensionierten Polizisten Sylvain Teutsch keine Ruhe gelassen hat - wir wüssten wohl bis heute nichts (mehr) vom musikalischen Werk des Théodore Gouvy.

Die Geschichte der Wiederentdeckung des Théodore Gouvy

Geboren 1818 im heutigen Saarbrücken-Schafbrücke als Sohn einer französischen Industriellenfamilie, feierte er zu Lebzeiten Erfolge zunächst in Paris, später in Leipzig, wo er 1898 starb. Er korrespondierte mit zahlreichen musikalischen Größen des 19. Jahrhunderts wie Camille Saint-Saens, Franz Liszt, Ferdinand Hiller, Johannes Brahms oder Hector Berlioz. Als bekennender Franzose, jedoch erst mit 32 Jahren eingebürgert, bewegte er sich zwischen zwei Nationen, die sich spätestens seit dem Krieg von 1870/71 feindlich gegenüber standen. War dieses Spannungsverhältnis der Grund, weshalb man seine Musik nach seinem Tod nicht mehr spielte? Weil sie durch beide Kulturen geprägt war und somit nicht in die nationalistisch gesinnte Epoche passte?

Der Film, eine lothringische Produktion unter Beteiligung des SR, geht dieser Frage nach und erzählt die Geschichte der Wiederentdeckung des Théodore Gouvy. Und er gibt den Zuschauern die Gelegenheit, die Musik dieses wohl bedeutendsten Komponisten unserer Region "ins Ohr zu kriegen", die inzwischen, dank großen Engagements auf beiden Seiten der Grenze (die Deutsche Radio Philharmonie beispielsweise hat alle seine Sinfonien auf CD eingespielt), wieder einen festen Platz im Repertoire der Romantik gefunden hat.

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