Traumziel Mongolei

Traumziel Mongolei

Zwischen Jurte und Megacity

Ein Film von Burkhard Vorländer  

Die Mongolei , das sind vor allem unendliche Weiten und Steppenlandschaften. Deshalb lebt auch heute noch ein großer Teil der Bevölkerung als Nomaden. Aber auch der Buddhismus hat das Land geprägt.

Sendung: Samstag 14.07.2018 17.00 Uhr

Fast jeder, der in die Mongolei reist, kommt in Ulan Bator an. Auch wir tauchen ein in das hektische Leben der Hauptstadt, in der alte mongolische Traditionen auf  moderne Großstadtmenschen prallen.

Zum Beispiel auf Tsogbajr und seine Frau Zolzaja. Die beiden sind Anfang 30, haben zwei Kinder und scheinen ein ganz normales modernes Stadtleben zu führen. Tsogbajr arbeitet als Verkäufer in einem Geschäft für Autozubehör. Doch neben seinem normalen Job geht er einer besonderen Berufung nach: Tsogbajr ist Schamane. Vor ein paar Jahren hat er seine Fähigkeit entdeckt, Kontakt zu seinen Ahnen aufnehmen zu können. Seither versteht er sich als ein Vermittler zwischen der traditionellen Geisterwelt und dem modernen Leben.


Dann 
geht 
es 
hinaus 
in
 die
 endlose
 Weite
 der 
mongolischen 
Steppe. Doch beim
 ersten 
Ovoo
 halten
 wir
 schon wieder an. Ovoos sind Steinhaufen, die als Glücksbringer für Reisende dienen. Man erkennt sie meist schon aus der Ferne, denn sie sind mit blauen Bändern geschmückt, die
 im 
Wind flattern. Sie sind die Wohnsitze der örtlichen Götter oder Geister, und
ihnen erweist man besser die Ehre: man umrundet den Ovoo dreimal und hinterlässt ihm eine kleine Opfergabe, z. B. Geld, Bonbons oder 
auch
 abgenagte
 Knochen.

Impressionen aus der Mongolei

Klöster, Saurier und ein Poet



Wir besuchen ein Jurtencamp, das von einer Nomadenkooperative betrieben wird. Hier gibt es die einzige Nomadenbibliothek des Landes, untergebracht in einer Jurte. Auf dem Land leben die Nomaden fast genauso traditionell wie schon seit Jahrhunderten. Zwar müssen sie nicht auf Handy und Satellitenfernsehen verzichten, doch sie ziehen wie eh und je mitsamt ihren Ziegen- und Schafherden im Rhythmus der Jahreszeiten vom Sommer- ins Winterlager und wieder zurück. Doch die Verlockungen der Städte sind groß, deshalb entscheiden sich immer mehr Nomaden für ein modernes und vermeintlich besseres Leben in festen Häusern.

Die nächste Station ist die alte Königstadt Karakorum. Hier besuchen wir Erdene Zu, die bedeutendste Klosteranlage der Mongolei. Die Sowjets haben fast alle buddhistischen Heiligtümer in der Mongolei zerstört, aber Erdene Zu wurde in den 1990er Jahren wieder aufgebaut. Und nun sorgt der Oberlama des Klosters dafür, dass hier wieder nach den alten buddhistischen Regeln gelernt und gelebt wird.

In der Wüste Gobi treffen wir den Saurierforscher Tumendelger Khumbaa. In
Shar
Tsav, einer riesigen, rot leuchtenden Lehmfelsformation, wurden
 in
 den
 1920er Jahren
Saurier‐Eier
gefunden, damals eine Sensation. Bis heute ist es ein sagenhafter Ort, in dem man in 
die 
Welt
 der
 Saurier 
eintauchen. Wenn es in der Gobi regnet, werden oftmals Jahrmillionen alte Knochen frei gespült. Allerdings regnet es dort ziemlich selten…

Galsan Tschinag ist nach Dschingis Khan der wohl bekannteste Mongole in Deutschland. Galsan Tschinag ist das Oberhaupt des Tuva Stammes im Altaigebirge und hat zur Zeit der sowjetischen Unterdrückung in Jena studiert. Dabei hat er so gut Deutsch gelernt, dass er seine poetischen Bücher über das Leben in der Mongolei sogar auf Deutsch verfasst. Neben der Literatur hat Galsan Tschinag eine weitere Leidenschaft: Er hat sich in den Kopf gesetzt, in der Mongolei eine Million Bäume zu pflanzen. Denn in den vergangenen Jahrzehnten haben die Mächtigen die Waldbestände rücksichtslos abgeholzt und gewinnbringend exportiert. Wir besuchen den Poeten in seinem Gewächshaus in Ulan Bator.

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