Eindrücke vom Tatort-Dreh für den neuen SR Tatort "Söhne und Väter" (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

"Heute haben wir drei Leichen"

Einblicke in einen Tatort-Dreh

Katrin König   24.02.2016 | 17:00 Uhr

Ein Filmteam, Leichen und mittendrin Hauptkommissar Jens Stellbrink. Der neue SR Tatort wird gedreht. Am zweiten Drehtag darf SR.de hinter die Kulissen spitzen und dabei zusehen, wie ein Krimi entsteht.

Zweiter Drehtag des neuen SR Tatorts mit dem Arbeitstitel "Söhne und Väter". Um 11.00 Uhr betreten mein Kollege Pasquale und ich bei bitterer Kälte ein Werksgelände in Sulzbach. Aufnahmeleiter Patrick nimmt uns herzlich in Empfang und bittet uns um ein wenig Geduld, bevor wir mit dem Blick hinter die Kulissen des Drehs beginnen können. Die Wartezeit verkürzen wir uns mit einem Kaffee von der Catering-Station. Und dann heißt es erst mal: warten.

Nach knapp einer Stunde dürfen wir das "Polizeirevier" betreten, in dessen Untergeschoss ein Bestattungsinstitut aufgebaut ist. Hier ist es eng, dunkel und nur unwesentlich wärmer als draußen. Außerdem sind hier unten wahnsinnig viele Menschen: Kameramänner, Produktionshelfer, Komparsen, Maskenbildnerinnen... Und natürlich die Schauspieler Devid Striesow, Elisabeth Brück und Hartmut Volle sowie Regisseur Zoltan Spirandelli. Regieassistent Micha erklärt uns, wann wir uns unters Team mischen dürfen, um ein paar Fotos zu machen - und wann besser nicht.

Und bitte!

Tatort
Drehstart für Tatort "Söhne und Väter"
Am 23. Februar sind die Dreharbeiten für einen neuen Tatort des Saarländischen Rundfunks mit dem Arbeitstitel „Söhne und Väter“ gestartet. In den nächsten drei Wochen wird der Krimi um Hauptkommissar Jens Stellbrink und Kollegen im Saarland produziert.

Gedreht wird Bild zehn. Ein Leiche wird darin von KTU-Chef Horst Jordan und Hauptkommissar Jens Stellbrink im Leichenwaschraum des Bestatters untersucht. Kollegin Lisa Marx taucht auch kurz auf. "Heute haben wir drei Leichen", verrät uns Patrick. Bevor gedreht wird, muss die Szene aber erst geprobt werden. Einmal, zweimal, dreimal - dann schallt Patricks Stimme unüberhörbar durch den Flur, in den sich neben uns beiden auch alle Crewmitglieder drängen, die nichts direkt mit dem Dreh zu tun haben. "Kolleginnen und Kollegen, drinnen und draußen, Ruhe bitte, denn wir drehen. Und bitte!". Eine fallende Stecknadel würde in den nächsten Minuten vermutlich ähnlich laut erscheinen wie ein Erdbeben. Der komplette Flur ist mucksmäuschenstill. Ich ertappe mich dabei, wie ich die Luft anhalte, um ja keinen Ton von mir zu geben.

Ordnung und Chaos

Der erste Durchgang ist zu Ende. Ganz zufrieden ist Regisseur Spirandelli aber nicht. Alles auf Anfang für Durchgang zwei. Wieder sind alle still, wieder untersuchen die Darsteller die junge Leiche, die auf dem Tisch liegt. Dieser Vorgang wiederholt sich noch ein paar Mal, bis die Szene im Kasten ist. Zwischendurch wuseln die Mitglieder der Filmcrew durch die engen Räumlichkeiten, pudern Gesichter ab, stellen Lichter um, perfektionieren das Set. Wir versuchen so unauffällig wie möglich unsere Arbeit zu machen, ohne dieses geordnete Chaos zu stören, in dem irgendwie jeder zu wissen scheint, was er zu tun hat.

In einer kurzen Pause zwischen zwei Einstellungen gibt es noch einmal die Gelegenheit, Fotos zu machen. Die nutzen wir, verlassen danach den Dreh und wärmen uns erst mal mit einer heißen Tasse Tee auf.

Artikel mit anderen teilen