Die Hauptkommissarinnen und Hauptkommissare feiern bei einem Abendessen den Abschluss eines Falls (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Drei Fragen an das Tatort-Team

 

Es ist der dritte Tatort des neuen Teams und wir haben die Schauspieler gefragt, wie sich ihre Rollen entwickelt haben und wie sie die Dreharbeiten, die wieder unter Corona-Bedingungen abliefen empfunden haben.

1. Frage: Die Figuren Adam Schürk, Leo Hölzer, Esther Baumann und Pia Heinrich wachsen so langsam zu einem wirklichen Team zusammen. Wie haben Sie das in Ihrer Rolle bei den Dreharbeiten empfunden?

Brigitte Urhausen: „Es hat sich einfach nur gut angefühlt, das ´Team` zum ersten Mal richtig zu spüren, auch wenn sich das im zweiten Fall ´Der Herr des Waldes` schon angebahnt hat. Ich hatte und habe das Gefühl, dass zwischen den Vieren, trotz sehr unterschiedlicher Charaktere und immer noch oder immer wieder schwelender Streitigkeiten, der Zusammenhalt unterm Strich doch sehr groß ist. Sie sind sich nicht immer alle grün – das betrifft vor allem auch meine Figur Esther –, aber wenn es darauf ankommt, dann halten sie doch stark zusammen. Das ist für mich als Schauspielerin ein tolles Spannungsfeld und macht große Lust auf Kommendes!“

Ines Marie Westernströer: Das war natürlich eine schöne Spielaufgabe und hat großen Spaß gemacht. In der ersten Szene beispielsweise, das Team sitzt im chinesischen Restaurant, haben wir streckenweise improvisiert, um die Leichtigkeit und Authentizität in der Gruppe spürbar zu machen. Für meine Figur ist es vor allem das Verhältnis zu Leo, das sich im Laufe des Films vertieft.“

Daniel Sträßer: „Ich hatte bei den Dreharbeiten zu ´Das Herz der Schlange ` nur eine Szene mit meinen Kolleginnen und meinem Kollegen sowie lediglich zwei weitere mit Vladimir als Leo Hölzer. Die Verbindung Adam zu Leo besteht schon immer. Dieses unsichtbare Band ist das Fundament dieser Erzählung. Jetzt, nachdem ich den fertigen Film gesehen habe, spüre ich klar, wie das Team enger denn je verwoben ist und nach und nach im selben Sahnetopf gemeinsam zu strampeln beginnt.“

Vladimir Burlakov: „Es war ein anderes, aber auch ein sehr schönes Gefühl, diesmal auch mit Esther und Pia zusammen als Team zu ermitteln. Vor allem, weil Leo, gerade in diesem besonderen Fall, jede Unterstützung gebrauchen kann. Gab es anfangs zwischen den Vieren noch Spannungen, werden diese nach und nach abgebaut – und genau dieser Prozess ist in meinen Augen sehr spannend zu beobachten, auch dramaturgisch.“

2. Frage: Wie entwickelt sich Ihre eigene Rolle in diesem neuen Fall?

Brigitte Urhausen: Die Rolle Esther Baumann entwickelt sich in dem Sinne weiter, als dass die Seiten, die man von ihr bereits kennt, weiter ausgebaut werden, mehr Raum bekommen. Und das sowohl in Bezug auf ihre harte Schale und ihre Unnachgiebigkeit, wenn es um berufliche Korrektheit geht – da ist sie sehr konsequent und lässt sich nicht so leicht von Persönlichem beeinflussen – als auch bezüglich ihres weicheren Kerns. Dieser blitzt immer wieder mal auf und ist mitverantwortlich dafür, dass sie letztendlich eine gute Menschenkenntnis und Antennen für Unausgesprochenes hat; was man hinter ihrer manchmal etwas forschen und schnell urteilenden Art nicht vermuten würde.“

Ines Marie Westernströer: „Wir lernen Pia als Ermittlerin kennen, die sich tief in die Fälle reingräbt und wirklich alles der Arbeit unterordnet – dazu gehören dann auch schlaflose Nächte und Pizza im Büro – und als eine extrem loyale Kollegin, auf die man bauen kann. Im Team ist sie, wenn es zu Konflikten kommt, oft eher der ausgleichende Part und sorgt dafür, dass der Laden weiter läuft.“

Daniel Sträßer: „Dieser dritte Fall ist vielleicht der mit der größten Entwicklung Adams. Wir sehen ihn wie nie zuvor mit seinen Ängsten konfrontiert, den extremsten Martern ausgesetzt und entdecken eine Seite an ihm, die wir noch nicht kannten. Adams Wut, seine Kraft, sein Überlebenswille brechen in dieser Folge. Doch es gibt den einen, der immer an ihn glaubt und der ihn am Ende wieder auferstehen lässt.“

Vladimir Burlakov: „Ich denke, Leo lernt, wenn auch auf eine sehr harte Art und Weise, dass er die Vergangenheit nicht einfach wegsperren kann. Dass diese ihn, auch in diesem dritten Fall wieder einholt – und wie! Er lernt, wenn auch nur langsam, wieder zu vertrauen und auch Ecken seiner Seele sichtbar zu machen, die so lange im Verborgenen lagen und die ihn bis heute schmerzen. Aber vor allem, wie wichtig es ist, auf sein Herz zu hören, und dass wahre Freundschaft und Liebe bedingungslos sein MUSS!“

3. Frage: Was könnten Sie von Ihrer Figur lernen?

Brigitte Urhausen: „Ich habe immer große Bewunderung für Menschen, die mit einer starken Haltung, mit einem großen Rückgrat durchs Leben gehen; für Menschen, die sich nicht so schnell von der Meinung anderer beirren lassen, die sich treu bleiben, auch auf die Gefahr hin, nicht von allen geliebt zu werden.“

Ines Marie Westernströer: „Ich schätze sehr Pias Eigenschaft, sich tief in Zusammenhänge einzuarbeiten, detailverliebt und genau zu sein.“

Daniel Sträßer: „Adam hat Gewalt, Misshandlung und Enttäuschung erlebt und es trotzdem geschafft, ein Mensch zu bleiben. Einer der weiterhin fühlen kann, der Freundschaft erleben kann und nicht versteinert ist. Das ist doch eine unglaubliche Leistung!“

Vladimir Burlakov: „Nun, ich denke eine starke Qualität von Leo ist, Sachen nicht zu überstürzen, noch mal durchzuatmen, bevor man handelt. Die Fakten und Tatsachen zu überprüfen und zu hinterfragen, bevor man zum Beispiel impulsiv handelt. Da mir das Letztere eher zuzuschreiben wäre, werde ich versuchen beim nächsten Mal, mehr auf den Leo in mir zu hören.“ (lacht)

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