Das Pappmaché-Imperium

Das Pappmaché-Imperium

Als Familie Adt aus Ensheim die Welt eroberte

 

Opulente, mit Perlmutt, Silber und Gold verzierte Möbel aus Pappmaché machten die Gebrüder Adt aus Ensheim zum Weltmarktführer. Ihr Innovationsgeist ist bis heute verblüffend. Maria C. Schmitt erzählt die Geschichte eines saarländischen Familienunternehmens.

Sendung: Mittwoch 23.12.2020 18.50 Uhr

Nicht erst seit der Plastikmüllflut rücken nachhaltige Werkstoffe wieder in den Fokus – auch Pappe und recyceltes Papier. Im saarländisch-lothringischen Grenzraum haben Möbel aus Pappmaché eine lange Tradition: Seit dem 18. Jahrhundert produzierte die Familiendynastie Adt aus Ensheim daraus Gebrauchsgegenstände und opulente, schwarz lackierte Möbel mit bunten Einlegearbeitenaus Perlmutt, Schildpatt, Elfenbein, Silber oder gar Gold. Bis zum ersten Weltkrieg beherrschten die Gebrüder Adt mit ihren Firmen in Ensheim, Forbach und Pont-à-Mousson den Weltmarkt.

Kunststoffe verdrängten Pappmaché

Im 20. Jahrhundert verdrängten allmählich vollsynthetische Kunststoffe wie Bakelit das Pappmaché als Werkstoff. Auch die wechselhaften Herrschaftsverhältnisse in der Region trugen zum Niedergang des Adt-Imperiums bei – ein Schicksal, das es mit anderen saarländischen Unternehmen teilt.

Inzwischen wird an der Technischen Universität Dresden wieder erforscht, wie aus Pappmaché stabile Möbel hergestellt werden können. Der Innovationsgeist der Adts ist bis heute verblüffend.

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