Kameramänner (rechts Fred Ohnesorg) des Saarländischen Rundfunks im Studio in den 60er Jahren (Foto: SR)

400 Filmbeiträge aus den 60ern

  26.10.2020 | 11:23 Uhr

Die Saarländerinnen und Saarländer dürfen sich auf rund 400 historische Filmbeiträge aus dem Saarland in der ARD-Mediathek freuen. Die Beiträge aus dem frühen SR Fernsehen werden unter dem Titel „SR Retro“ zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes am Dienstag, 27. Oktober, bereitgestellt.

„SR Retro“ ist Teil eines bundesweiten Projektes, das die ARD zusammen mit dem Deutschen Rundfunkarchiv aufgelegt hat. Insgesamt werden schrittweise rund 40.000 zeitgeschichtlich relevante Videos online gestellt.

In einem ersten Schritt werden zunächst Videos mit dem Entstehungsdatum bis 31. Dezember 1965 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf diese Weise soll ein nach einheitlichen Standards aufgebautes ARD-Archivportal entstehen.

Der SR geht mit 400 historischen Filmbeiträgen an den Start. Die Videos wurden aus Sendereihen zur regionalen Berichterstattung und zur angrenzenden Großregion der 60er Jahre ausgewählt und stehen unbegrenzt in der ARD-Mediathek zur Verfügung. Zahlreiche Beiträge schlummerten über viele Jahre im Archiv und wurden in jüngster Zeit über ein SR/SWR-Digitalisierungsprojekt für den direkten Zugriff verfügbar gemacht.

Audiovisuelles Gedächtnis des Saarlandes

„Der Saarländische Rundfunk ist das audiovisuelle Gedächtnis des Saarlandes“, erklärt SR-Intendant Professor Thomas Kleist. „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt vier Sendereihen des frühen SR Fernsehens vor 1966 dauerhaft online stellen können. Die Digitalisierung der Beiträge war für unsere Archiv-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter ein Kraftakt. Ihr Engagement hat sich gelohnt: Unserer saarländischen Geschichte wird so wieder neues Leben eingehaucht. Die Originalbeiträge fangen das soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschehen im Saarland jener Jahre wie unter einem Brennglas ein.“

Ausgestrahlt wurden die eigenproduzierten Regionalbeiträge im SR Fernsehen anfangs in vier Sendereihen.

Die Nachrichtensendung „Abendschau“ wurde im SR Fernsehen seit 1961 an sechs Tagen die Woche ausgestrahlt. Sie gilt als die Keimzelle des „aktuellen berichts“.

Anfang Oktober 1963 ging das erste Kulturformat des SR Fernsehens auf Sendung. Im „Westmagazin“ wurden im Wechsel Beiträge in französischer oder deutscher Sprache ausgestrahlt. Mit dem bilingualen Sendungskonzept sollte das Publikum beiderseits der Grenze auf das Kulturleben im jeweils anderen Land aufmerksam gemacht werden.

Mitte September 1963 startete im SR Fernsehen „Hüben und Drüben“. Wie das „Westmagazin“, orientierte auch diese Nachrichtensendung ihr Konzept an der Zweisprachigkeit und intensivierte die Berichterstattung aus dem Saar-Lor-Lux-Raum – ein bis heute in der ARD einzigartiges Format.

„Im Dreieck“ war entsprechend dem Untertitel eine „Sendung für Schichtarbeiter“. Das Mittagsmagazin wurde im SR Fernsehen von Oktober 1964 bis Juli 1968 ausgestrahlt. Es nahm mit Wiederholungen von Beiträgen des Vorabends Rücksicht auf die Sehgewohnheiten eines Großteils seiner Zuschauer. Denn viele Hütten- und Bergleute konnten sich arbeitsbedingt erst zur Mittagszeit über Aktuelles aus der Region und der Welt informieren.

Städtebilder von damals werden lebendig

Das SR-Archiv dokumentiert und porträtiert in seinen Sendereihen Stadt und Land, politische Ereignisse und Zeitgeschehen. Über spezielle Themenrubriken lässt sich die saarländische Welt jener Jahre erschließen. So werden „Städtebilder von damals“ wieder lebendig, „Land und Leute an der Saar“ werden vorgestellt, spannende Momente aus dem Amateursport-Geschehen können in Ausschnitten miterlebt werden. Ereignisorientierte oder saisonale Themen werden in den Rubriken „So war’s bei uns dehemm“ beziehungsweise „Das Saarland im Herbst“ aufgegriffen.

Darüber hinaus wird es die Rubrik „Rundfunk-Geschichte(n)“ mit einem kurzweiligen Blick auf die Anfänge des SR Fernsehens geben.

Die Videobeiträge bieten einen unverfälschten Blick auf Ereignisse, Aspekte des Lebens und den Zeitgeist im Saarland sowie im Saar-Lor-Lux-Raum der 60er Jahre. Aus heutiger Sicht gibt es viel zu entdecken und wiederzuentdecken.

 

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