Göbekli Tepe in der Südtürkei. Eine 12.000 Jahre alte Anlage aus bis zu 20 Tonnen schweren Steinquadern.  (Foto: picture alliance/Depot Photo/abaca)

odysso extra - Rätsel der Steinzeit

Vom Jäger zum Bauer

 

Der erste Teil "Vom Jäger zum Bauern" beschäftigt sich mit der Frage, woher die Menschen kamen, die Bauten wie die Tempel von Malta oder die Steinreihen von Carnac errichteten, und welche gesellschaftlichen Voraussetzungen für Großbauten notwendig waren.

Sendung: Donnerstag 20.08.2020 22.00 Uhr

Bis etwa 10.000 vor Christus waren die Menschen Jäger und Sammler. Dann setzte ein Wandel ein, der nicht mehr rückgängig zu machen war. Die Menschheit wurde sesshaft. "Seit Millionen Jahren lebt der Mensch als Wildbeuter und plötzlich ändert sich sein Leben radikal. Das ist viel radikaler als der Beginn des digitalen Zeitalters oder die Industrialisierung!", sagt Prähistoriker Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Das Schicksal der Menschheit nahm seinen Lauf

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass ein sesshaftes Leben die Voraussetzung für Großbauten gewesen sei. Dann entdeckte der mittlerweile verstorbene Archäologe Klaus Schmidt Göbekli Tepe in der Südtürkei. Eine 12.000 Jahre alte Anlage aus bis zu 20 Tonnen schweren Steinquadern. Ihre Erbauer waren noch Jäger und Sammler. Sie verzierten die Steinsäulen mit kunstvollen Tierreliefs. Wie die Tempel genutzt wurden, wer sie betreten durfte und wer nicht, bleibt ein Rätsel. Aber man weiß heute, dass die Anlage verlassen und zugeschüttet wurde, nachdem die Menschen sesshaft geworden waren.

Das Schicksal der Menschheit nahm seinen Lauf. Die Entdeckung des Ackerbaus und der Viehzucht führte zu größeren Siedlungen, anderen Ernährungsweisen und letztlich zu Abhängigkeiten von materiellen Gütern. Dieser gesellschaftliche Umbruch am Ende der Jungsteinzeit beeinflusst unser Leben bis heute. Einig sind sich alle: die Monumente der Steinzeit sind ein Beweis dafür, dass der Mensch einen Hang zur Gigantonomie hat und dass er sich verewigen will.

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