Der französische Künstler Christian Boltanski in der Völklinger Hütte. (Foto: SR)

Das Wispern der Vergangenheit

Christian Boltanski in der Völklinger Hütte

Ein Film von Felix von Boehm  

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat eine bewegte Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs waren dort tausende Zwangsarbeiter beschäftigt. Mit diesem Teil der Hüttengeschichte beschäftigen sich auch Installationen des französischen Künstlers Christian Boltanski. Die SR-Dokumentation begleitet den Künstler auf seiner Reise nach Völklingen und in der Völklinger Hütte.

Sendung: Sonntag 19.01.2020 09.30 Uhr

Ausschnitt aus der SR-Produktion: Das Wispern der Vergangenheit
Video [Felix von Boehm, 17.11.2019, Länge: 02:00 Min.]
Ausschnitt aus der SR-Produktion: Das Wispern der Vergangenheit

Der französische Ausnahmekünstler Christian Boltanski sagt über seine Arbeit: "Sobald man anfängt, über etwas Vergangenes oder über Verstorbene zu schreiben, leistet man die Arbeit eines Bestatters. Insofern sehe ich meine Aufgabe darin, zu versuchen, das Leben verstorbener Menschen zurückzuholen".

In seinen Installationen im Weltkulturerbe Völklinger Hütte nähert er sich dem Thema Zwangsarbeit inhaltlich, aber auch emotional. Denn in dem ehemaligen Eisen- und Stahlwerk waren während der NS-Herrschaft mehr als 10.000 Zwangsarbeiter beschäftigt. Die Arbeitsbedingungen waren diskriminierend und unmenschlich. Über 200 Menschen starben. Boltanski schuf für sie Erinnerungsräume in der Überzeugung, "dass jede Person einzigartig, und somit sehr wichtig ist."

Die riesigen Dimensionen der Völklinger Hütte beeindrucken ihn. "Eine schönere Skulptur kann man nicht schaffen. Das ist wie ein Labyrinth, einfach unendlich", sagt Boltanski. "Wenn man an einem Ort wie diesem arbeitet, entsteht automatisch eine Collage mit dem Ort  und seiner Geschichte".

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