Die Magie der Nacht in der Malerei (23.03.2019)

Die Magie der Nacht in der Malerei

Ein Film von Marion Schmidt  

Die Ausstellung "peindre la nuit" im Centre Pompidou zeigt rund 200 moderne und zeitgenössische Werke rund um das Thema Nacht in den verschiedensten Facetten. Dabei ist bereits der Titel bewusst zweideutig gewählt. Er kann entweder "Die Nacht malen" oder "nachts malen" bedeuten, je nachdem ob die Dunkelheit oder in der Dunkelheit gemalt wird. Die Dokumentation zeigt die Werke der Ausstellung und lässt die Kuratoren zu Wort kommen.

Sendung: Samstag 23.03.2019 14.45 Uhr

Die Nacht steckt voller Geheimnisse. Sie hat viele Facetten und wird ganz unterschiedlich empfunden. Künstler verschiedenster Epochen haben immer wieder versucht, ihrer Magie auf die Spur zu kommen und auszudrücken, welche Wirkungen die Nacht auf den Menschen hat. "Ich glaube, es gibt auf der ganzen Welt kein Museum, das nicht mindestens ein Nachtbild in seiner Sammlung hat", sagt Jean-Marie Gallais, Kurator am Centre Pompidou-Metz, der eine Ausstellung zur Nacht in der modernen Kunst zusammengestellt hat. Der Film beschäftigt sich mit Bildern dieser Ausstellung, aber er schlägt einen noch weiteren Bogen und zeigt von El Greco bis heute, wie sich die Nachtmalerei entwickelt und verändert hat.

Sendetermine:

23.03.2019, 14:45 Uhr SR Fernsehen

14.04.2019, 10 Uhr SWR/SR Fernsehen

Die Nacht unserer Vorfahren war nicht die Nacht von heute. Ursprünglich war sie die Zeit, in der das Licht gänzlich abwesend war, und ihre Darstellung vor allem eine besondere handwerkliche Herausforderung bedeutete.  Schließlich geht es in der Malerei um die Gestaltung von Farbe und Licht und nicht um die Finsternis, die alles verschluckt. Im Laufe der Zeit haben Künstler auf ganz unterschiedliche Weise Licht ins Dunkel gebracht. Mal sind es Mond und Sterne, die das Motiv beleuchten, mal Kerzen und Fackeln, oder bei christlichen Darstellungen wundersame, sakrale Strahlen ohne erkennbare physikalische Lichtquelle.

Inzwischen kommt uns die Nacht zunehmend abhanden. In rasanter Geschwindigkeit verschwindet sie als Zeit der Dunkelheit, der Ruhe und des Schlafs. Der radikale Einbruch des künstlichen Lichts in unser Leben hat auch die Kunst stark verändert. Marion Schmidt geht in ihrem Film Fragen nach wie: Wie gehen Maler mit dem ständigen Wandel der Nacht und des nächtlichen Lebens um? Wie hat sich der Blick der Künstler auf sie verändert? Was macht eigentlich die Magie der Nacht aus? Begegnungen mit zeitgenössischen Künstlern und ihren Werken zeigen: die Faszination, die die Nacht auf Maler ausübt, ist ungebrochen.

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