Unterstand der deutschen Infanterie in Mangiennes, nordöstlich von Verdun, 17.11.1915 (Foto: SR)

Der ferne nahe Krieg Teil 2

1914 -1918 - "Am Rande der Hölle"

 

"Der ferne nahe Krieg" ist eine dreiteilige Dokumentationsreihe . Der zweite Teil "Am Rande der Hölle" beleuchtet die Kriegsjahre 1914-1918 und fragt, wie der Alltag der Menschen aussah, die unmittelbar hinter der Front leben mussten.

Sendung: Mittwoch 31.10.2018 22.30 Uhr

Als in den ersten Augusttagen 1914 das Deutsche Reich ohne Kriegserklärung zunächst Luxemburg und dann Belgien überrennt, ist das zwar ein Überraschungsmoment, aber vorbereitet hatte man diesen Krieg auf deutscher wie auf französischer Seite über 40 Jahre lang. Nur gingen alle davon aus, dass man ihn schnell gewinnen würde. Stattdessen dauert er über vier Jahre lang.

Eine Spurensuche entlang der ehemaligen Frontlinie

Die Bilder von der Front, von Schützengräben, Schlamm und regelrecht umgepflügten Landschaften kennen wir. Aber wie erging es den Menschen, die sich zehn, zwanzig Kilometer hinter der Frontlinie wieder finden? Die nicht vor den Deutschen fliehen, weil sie gebrechlich sind oder ihr Vieh nicht im Stich lassen wollen? Wie sieht der Kriegsalltag in Dörfern und Städten aus, in denen täglich bis zu einer Million Granateneinschläge der nahen Kampfzone zu hören sind, alle drei Sekunden eine Detonation? Wie arrangieren sich deutsche Soldaten, die eine kurze Auszeit von der Hölle der Front erhalten und die Bevölkerung der besetzten Zone? Regisseur Gaël Lachaux hat sich auf die Spurensuche entlang der ehemaligen Frontlinie gemacht und Menschen getroffen, die die Erinnerung ihrer Großeltern weiter geben oder die sich mit den Relikten des Krieges beschäftigen. Denn diese Relikte gibt es noch, auch wenn man sie oft erst auf den zweiten Blick erkennt. Die Protagonisten berichten von Gräueltaten der Besatzer wie willkürlichen Erschießungen, aber sie interessieren sich ebenso für das Schicksal der Menschen unter den Pickelhauben und sind berührt von deren zum Teil unvorstellbaren Lebensumständen.

"Der ferne nahe Krieg" ist eine dreiteilige Dokumentationsreihe (3 x 30') unter der Leitung von Régis Latouche und entsteht als Koproduktion von Ere Production (Nancy), Real Productions (Lille) und dem CNA Luxemburg im Auftrag von Mirabelle TV (Metz), WEO (Lille), Vosges TV (Epinal), France Télévisions Pôle Nord-Est und dem Saarländischen Rundfunk. Sie nimmt die gesamte Epoche, in deren Mittelpunkt der Erste Weltkrieg tobte, in den Fokus, denn wer bei diesem Thema nur auf die Jahre 1914 bis 1918 schaut, greift entschieden zu kurz. Die drei Filme verfolgen seine Ursachen zurück bis zum Ende des deutsch-französischen Kriegs 1871 und zeigen seine Auswirkungen auf die Zeit danach bis hin zum Saar-Referendum von 1935. Der dritte Teil, "1918-1935: Der zweifelhafte Frieden", wird am 21.02.2015 im SR Fernsehen ausgestrahlt.


Wer beim Thema Erster Weltkrieg nur auf die Jahre 1914 bis 1918 schaut, greift entschieden zu kurz. "Der ferne nahe Krieg" nimmt die gesamte Epoche, in deren Mittelpunkt dieser Krieg tobte, in den Fokus. Der erste Teil "Mein Nachbar, der Spion" beschäftigt sich mit den Jahren 1871–1914. [mehr]


Der dritte Teil, „1918-1935: Der zweifelhafte Frieden“, zeigt, dass das Kriegsende für die Bevölkerung entlang der Front noch lange keine Normalität brachte. Insbesondere in der von den Kämpfen regelrecht umgepflügten, nackten Landschaft um Lille und Verdun fangen die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes bei Null an. Die Sieger unterstellen das neugebildete Saargebiet dem Völkerbund, wobei es de facto von Frankreich abhängig ist. 1923 besetzen Frankreich und Belgien das Ruhrgebiet. Der Frieden hat bereits tiefe Risse. (Regie: Olivier Sarrazin). [mehr]

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