„Liberty“-Werkstatt bei Verdun (Foto: SR)

Der ferne nahe Krieg Teil 3

1918 – 1929: Neubeginn im Nichts

 

"Der ferne nahe Krieg" ist eine dreiteilige Dokumentationsreihe. Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Frage, wie und ob die Menschen nach Kriegsende in ihr altes Leben zurückgekehrt sind.

Sendung: Mittwoch 31.10.2018 23.00 Uhr

Vier Jahr lang, von 1914 bis 1918, zog sich die Frontlinie zwischen den deutschen und französischen Stellungen von der Küste des Ärmelkanals bis hin zur Schweizer Grenze. Als die Waffen endlich wieder ruhten, waren 120.00 Hektar Land völlig verwüstet und jegliches Leben darauf ausgelöscht. Im Dezember 1918 verglich eine englische Tageszeitung das nordfranzösische Lille mit Bagdad, weil man in beide Städte auf demselben Weg komme: durch eine Wüste. Trotz aller Verbote – die umgewühlte Erde steckte voller Minen und Blindgänger – kehrte die vertriebene Bevölkerung sehr schnell dorthin zurück, wo einmal ihr Zuhause war. Und die „Rote Zone“, die sich über 10 französische Departements erstreckte, wurde zu einer gigantischen Baustelle.

Regisseur Olivier Sarrazin zeigt im dritten und letzten Teil der Reihe „Der ferne nahe Krieg“, wie die Menschen der Region im Nichts neu beginnen mussten, wie ganze Städte architektonisch neu erfunden wurden und wie selbst in der Gestaltung der unzähligen Soldatenfriedhöfe, die nach dem Krieg anstelle der provisorischen Begräbnisstätten angelegt wurden, Deutschland und Frankreich ihre jeweiligen politischen Ziele zum Andruck brachten.

„Der ferne nahe Krieg“ ist eine dreiteilige Dokumentationsreihe (3 x 30’) unter der Leitung von Régis Latouche – eine Koproduktion von Ere Production (Nancy), Real Productions (Lille) und dem CNA Luxemburg im Auftrag von Mirabelle TV (Metz), WEO (Lille), Vosges TV (Epinal), France Télévisions Pôle Nord-Est und Saarländischem Rundfunk.


Rükblick auf Teil 1 und 2


Wer beim Thema Erster Weltkrieg nur auf die Jahre 1914 bis 1918 schaut, greift entschieden zu kurz. "Der ferne nahe Krieg" nimmt die gesamte Epoche, in deren Mittelpunkt dieser Krieg tobte, in den Fokus. Der erste Teil "Mein Nachbar, der Spion" beschäftigt sich mit den Jahren 1871–1914. [mehr]

Der zweite Teil, „1914-1918: Am Rande der Hölle, beschäftigt sich mit dem Leben der „normalen Menschen“ auf beiden Seiten im unmittelbaren im Hinterland der Front und geht der Frage nach, warum heute die Urenkel der Opfer fordern, dass auch der „Mörder“ ihrer Vorfahren gedacht wird (Regie: Gaël Lachaux). Am 21. Februar um 10.45 Uhr im SR Fernsehen. [mehr]

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