Eine alte Dampflok an einem Bahnhof. (Foto: SR)

Dampfloks und geschmuggelte Nerze

Eisenbahn-Romantik sellemols

 

Sellemols nimmt die Zuschauer an Karfreitag mit auf eine nostalgische Reise in die große Zeit der Eisenbahnen und Bahnhöfe, als Dampflokomotiven schnaubten und Reisende voller Erwartung aufbrachen. Wir zeigen aber auch einen Lok-Friedhof und die Zeit des Aufbruchs in eine neue Eisenbahnära.

Sendung: Karfreitag 15.04.2022 19.15 Uhr

Reisen, die einst von Romantik und Abenteuer geprägt waren, wurden in den 1960er und -70er Jahren von moderner Technik, exakter Planung und Präzision abgelöst.Die Dampfrösser, die über 150 Jahre den Zugverkehr geprägt hatten, waren mehr als ein Fortbewegungsmittel. Noch heute geht von ihnen eine große Anziehungskraft aus. 1,5 Tonnen Kohle brauchte eine Dampflok für die Fahrt von Saarbrücken nach Trier und zurück. Als die letzte saarländische Dampflok 1976 in Saarbrücken mit vielen Eisenbahnfans zu ihrer Schlussfahrt nach Trier aufbrach, spielte die Musikkapelle "Muss I denn, muss I denn zum Städtele hinaus". Kameras des SR begleiteten den Zug und schossen für die damalige Zeit sensationelle Aufnahmen aus der Luft und aus dem fahrenden Auto.

40 Jahre hatten die meisten Loks Dienst getan und das Hundertfache des Erdumfangs auf den Gleisen zurückgelegt. Dann landeten die Stahlrösser auf dem Lokfriedhof in der Nähe von Konz, sie waren unrentabel geworden und die Arbeitsbedingungen nicht mehr zeitgemäß. "Junge, kilometerhungrige Kolosse warteten auf ihren Stapellauf" - hieß es damals in einem Beitrag von "Hüben und Drüben".

Das neue Gesicht des Saarbrücker Hauptbahnhofs

Auch der Saarbrücker Hauptbahnhof änderte in den 1960er Jahren sein Gesicht. Die "Abendschau" zeigte 1963 ein Porträt des Bahnhofs kurz vor dem Abriss des alten, 1851 erbauten Gebäudes mit seinen markanten Türmen. Kurz nach seiner Erbauung hatte die Bahn täglich 400 Reisende gezählt; 1963 waren es etwa 75.000.

Ein Bahnhof auf dem neuesten Stand der Technik musste her. Dazu gehörten auch ein modernes Stellwerk und rund 40 Kilometer Gleise innerhalb des Bahnhofgeländes. Viele Geschichten spielten sich auf dem Saarbrücker Bahnhof ab: Jedes Jahr fuhren Tausende Schulkinder in die Ferienfreizeit, mitfinanziert von der Staatskanzlei in Saarbrücken. Verabschiedet wurden sie von Ministerpräsident Röder persönlich - und von den Tholeyer Sängerknaben. Auch Schmuggel war ein Thema am Saarbrücker Bahnhof; so wurden 1983 vom Zoll Koffer mit 30 Pelzmänteln beschlagnahmt, die aus Rumänien stammten. Das Magazin Saar 3 zeigte damals die teuren Nerze - schick präsentiert von Models auf dem Bahnsteig. Der Wert betrug über 300 000 D-Mark.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja