SAARTHEMA - Das Pappmaché-Imperium

SAARTHEMA - Das Pappmaché-Imperium

Wie Familie Adt aus Ensheim die Welt eroberte

 

Als Recycling noch kein Thema war stellten die Brüder Adt im Saarland und Lothringen erfolgreich Möbel aus Pappmaché her. Das SAARTHEMA erzählt die wechselvolle Geschichte der Firma Adt.

Sendung: Donnerstag 18.06.2020 20.15 Uhr

Dynastie aus Pappmaché
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 09.03.2020, Länge: 05:00 Min.]
Dynastie aus Pappmaché

Nicht erst seit der Plastikmüllflut rücken nachhaltige Werkstoffe wieder in den Fokus - auch Pappe und recyceltes Papier. Im Saarland haben Möbel aus Pappmaché eine lange Tradition: Bis in die 1950er Jahre produzierte die Firma Adt daraus Gebrauchsgegenstände und opulente, schwarz lackierte Möbel mit bunten Einlegearbeiten aus Perlmutt, Schildplatt, Elfenbein, Silber oder gar Gold - sogar Klaviere. Bis zum ersten Weltkrieg beherrschten die Gebrüder Adt mit ihren Firmen in Ensheim, Forbach und Pont-à-Mousson den Weltmarkt.

Möbel aus reiner Zellulose

Mit Erfindungen wie Bakelit, einem der ersten Kunststoffe, wurde Pappmaché als Werkstoff allmählich abgelöst. In den 1950er Jahren war der Niedergang des Pappmaché-Imperiums dann nicht mehr aufzuhalten - zu oft in der wechselvollen Geschichte der Region hatte man auf wechselnde Herrschaftsverhältnisse und Märkte reagieren müssen. Damit steht die Firma Adt auch für eine Reihe saarländischer Unternehmen und Produkte, die den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland nicht überlebt haben.

Heute werden wieder Möbel aus Wellpappe gefertigt; und an der Technischen Universität Dresden wird eifrig erforscht, wie Möbel aus reiner Zellulose hergestellt werden können.

Artikel mit anderen teilen


0 Kommentare

Leider ist beim Senden der Nachricht ein Fehler aufgetreten, bitte versuchen Sie es noch einmal.
Vielen Dank für Ihre Nachricht, sie wurde erfolgreich gesendet.
Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja