Das Erbe der 68er

Das Erbe der 68er

Als die Revolte ins Saarland kam

 

Am 24. Mai 1968 – am Sendetag vor genau 50 Jahren – schaute ganz Europa nach Saarbrücken – genauer gesagt zum Grenzübergang "Goldene Bremm". Denn dort standen auf französischer Seite 700 schwerbewaffnete CNRS-Soldaten, um einem Pariser Studenten die Rückreise nach Frankreich zu verwehren: Daniel Cohn-Bendit. Saarthema begibt sich auf Spurensuche nach damaligen 68ern und ihrem Vermächtnis.

Sendung: Donnerstag 24.05.2018 20.15 Uhr

Auch die saarländischen Sicherheitskräfte waren in großer Zahl präsent, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Denn die Jugend begehrte auf, gegen den Vietnamkrieg, gegen "den Muff von 1000 Jahren unter den Talaren" – an den Hochschule, in der Wirtschaft und oft auch in der eigenen Familie. Wie war das damals mit der Revolte im Saarland? Bei Demos gegen Fahrpreiserhöhungen konnten die Aktivisten auch auf die Solidarität der "Normalos" zählen. Aber bei Ideen vom politischen und sozialen Umsturz sah das schon anders aus.

Auf Spurensuche

Sven Rech hat sich mit einem Kamerateam auf Spurensuche begeben: Wie sehen die "68er" die damalige Ära im Rückblick? Was hat sie umgetrieben? Was haben sie erreicht? Wie weit haben sie es beim "Marsch durch die Instanzen" gebracht und was haben sie aus dieser Zeit herübergerettet? Roter Faden des Films ist eine Fahrradtour zu den Saarbrücker Stätten der 68er-Revolte.

Die Gäste

Im Anschluss diskutiert SR-Chefredakteur Norbert Klein mit seinen Gästen Regina Görner und Hans-Georg Treib über ihre Sicht auf 50 Jahren 68. Görner hat die "Revolution" bewusst nur von der Seitenlinie beobachtet und später eine Karriere beim DGB, in den CDU-Sozialausschüssen und in der Politik gemacht. Treib hat 1968 in Paris gelebt und war in der Ära Lafontaine unter anderem Leiter der Grundsatzabteilung der Staatskanzlei. Er gilt als einer der kenntnisreichsten Beobachter der saarländischen und deutsch-französischen Politik.

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