SAARTALK (13.06.2019)

SAARTALK - Parteienlandschaft im Umbruch

Wie tickt die Jugend?

 

Bei der Europa-Wahl wurden CDU und SPD vor allem von den jungen Wählern abgestraft. In Zeiten von Klimawandel und Fridays for Future scheinen sie keine Antworten auf die Fragen der Jungwähler zu haben. Wie tickt die Jugend? fragen in SAARTALK Norbert Klein und Stefan Herbst deshalb die Vorsitzenden der Jusos, der Grünen Jugend Saar und der Jungen Union.

Sendung: Donnerstag 13.06.2019 20.15 Uhr

Es rumort in der jungen Generation. Internet-User protestieren gegen Einschränkungen im World Wide Web. Schüler gehen an den „Fridays for Future“ gegen die Klimapolitik der Bundesregierung auf die Straße. Ein junger "Influencer" ruft seine Fans auf YouTube zusammen mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen auf, bei den Europawahlen weder der Union noch der SPD ihre Stimme zu geben. Auch wegen der Klimapolitik.

Die jahrzehntelang "staatstragenden" Parteien und die Bundesregierung versuchen, mit der kritischen Jugend ins Gespräch zu kommen, aber sie finden keinen richtigen Ansatz. Kritik am "Blaumachen" für die Demos vertieft den Graben eher noch. Das hilflose Lavieren und Nicht-Reagieren auf die millionenfach geklickten YouTube-Videos wird von vielen Jugendlichen als Mangel an Argumenten gedeutet und eher als Bestätigung der Kritik interpretiert.

Die Quittung kommt bei den Europawahlen: Die beiden Volksparteien und ihre Bündnispartner verlieren europaweit rund zwanzig Prozent ihrer Mandate und kommen damit erstmals nicht mehr zusammen auf eine Mehrheit der Sitze im EU-Parlament. Das Saarland ist künftig überhaupt nicht mehr in Brüssel und Straßburg vertreten.

Klare Gewinner: die Grünen

Schlimmer noch: Union und SPD wären ohne die Senioren unter den Wählern völlig untergegangen. Bei Jungwählern haben sie geradezu desaströse Werte eingefahren.

Hatten 2014 noch 27 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die CDU/CSU gewählt, sind es diesmal nur noch 11 Prozent. Für die Sozialdemokraten stimmten sogar nur noch 8 Prozent der jungen Wähler.

Klarer Gewinner: Die Grünen. Rund ein Drittel der unter 30-Jährigen stimmte für sie. Wahlentscheidend für fast die Hälfte aller Deutschen und damit auch die jungen Wähler: die Themen Klimawandel und Umweltschutz.

Doch die politische Antwort von CDU/CSU und SPD auf die Klimakrise fehlt immer noch. Die Koalition streitet über ein Gesetzespaket, die Konservativen ringen um einen einheitlichen Standpunkt zum Beispiel beim Kohleausstieg. Und die SPD muss sich nach der schweren Wahlschlappe und dem Rücktritt von Parteichefin Nahles personell und programmlich komplett neu sortieren.

Was ist da passiert? Ist das Hoch der Umweltpartei nur eine temporäre Erscheinung – oder war die Europawahl tatsächlich der Auftakt zu einem fundamentalen Umbruch der bisherigen Parteienlandschaft?

Wie tickt die Jugend, der lange Zeit vorgeworfen wurde, sie sei zu unpolitisch? Können Union und SPD das verlorene Vertrauen überhaupt noch einmal zurückgewinnen? Ist klassische Parteiarbeit überhaupt noch gefragt? Können andererseits die Grünen die übergroßen Hoffnungen, die gerade junge Wähler in sie setzen, in den Mühlen der praktischen Politik überhaupt jemals erfüllen? Droht gar ein neuer Generationenkonflikt wegen der Klimapolitik?

Spannende Fragen, die Norbert Klein und Peter Stefan Herbst, die Chefredakteure von SR und SZ, mit ihren Gästen diskutieren wollen – und zwar mit

– Kira Braun, Vorsitzende Jusos Saar
– Nick Lohmann, Sprecher Grüne Jugend Saar
und
– Alexander Zeyer, Vorsitzender Junge Union Saar

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