Das Erbe unter den Fördertürmen - Was bleibt vom Bergbau?

Das Erbe unter den Fördertürmen - Was bleibt vom Bergbau?

SAAR3

Ein Film von Mirko Tomic  

Am 30. Juni 2012 war offiziell Schluss für den Bergbau im Saarland. Damit endete eine Ära, die das Saarland über 250 Jahre prägte. Das Erbe unter den Fördertürmen - Was bleibt vom Bergbau? Und wie geht das Saarland mit dem Erbe seiner Bergbaugeschichte um?

Sendung: Sonntag 27.03.2022 22.05 Uhr

Mediathek: bereits verfügbar (bis 27.03.2023)

Seit Ende der 1960er Jahre  verlor der Bergbau an der Saar wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung. In den Jahren 2007 und 2008 gab es im Flöz Schwalbach mehrere schwere Erschütterungen. Das Beben am 23. Februar 2008 bei Saarwellingen gilt als das stärkste, das jemals durch Bergbau verursacht wurde. Als Reaktion darauf legte die Politik den 30. Juni 2012 als Enddatum für den Saarbergbau fest.

2008: 38 Objekte als Denkmäler des Steinkohlebergbaus

Bereits im Jahr 2008 wurde eine Liste durch das Landesdenkmalamt erstellt. Sie umfasste 38 Objekte als Denkmäler des Steinkohlebergbaus im Saarland. Die Liste sollte seinerzeit helfen „die materiellen Zeugnisse dieser Kultur als Denkmäler zu erhalten und einer alternativen Nutzung zuzuführen“. Innerhalb dieser Liste sind 15 Bergbaustandorte von besonderer Bedeutung verzeichnet. Einer wurde inzwischen abgerissen – das Umspannwerk in Hühnerfeld. Vorausgegangen war ein jahrelanger Kampf um eine Umnutzung. Am Ende setzen sich die Abrissbefürworter durch.

Auch die Grube Luisenthal ist ein Ort, an dem seit Jahren Unklarheit über die Vorgehensweise besteht. Jetzt wird auch hier erstmal abgerissen – ein Konzept für die Zukunft gibt es nicht, wie die Völklinger Oberbürgermeisterin eingestehen muss.

"Nach 16 Jahren bewegt sich jetzt endlich in Luisenthal was"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Mirko Tomic, 10.02.2022, Länge: 03:07 Min.]
"Nach 16 Jahren bewegt sich jetzt endlich in Luisenthal was"

Historische Orte des saarländischen Bergbaus verschwinden

Wie geht das Saarland mit dem Erbe seiner 250-jährigen Bergbaugeschichte um? Wie steht es um die Kooperation zwischen Land und RAG-Stiftung? Bleibt mehr von 250 Jahren Bergbau übrig, als das Saarpolygon und eine, zum Konsumtempel umgebaute, ehemalige Bergwerksdirektion? 

Was offensichtlich fehlt ist, ein Gesamtkonzept. Dabei hatte bereits 1999 der damalige Ministerpräsident Peter Müller eine entsprechende Initiative angestoßen. Jetzt verschwinden nach und nach historische Orte des saarländischen Bergbaus. Es scheint vielerorts an Phantasie, Engagement und Willen zu fehlen, die Zeugnisse der Bergbau-Kultur zu bewahren.

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