Leben mit den Folgen des Klimawandels

SAAR3: Leben mit den Folgen des Klimawandels

 

Es sind die Bilder dieses Sommers. Die Bilder der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands, die bei unseren Nachbarn in Rheinland-Pfalz aber auch in Luxemburg verheerende Verwüstungen hinterlassen hat. In diesem Sommer wurden die Auswirkungen des Klimawandels brutal deutlich und für viele direkt spürbar. Damit befasst sich SAAR3 an diesem Donnerstag.

Sendung: Donnerstag 21.10.2021 20.15 Uhr

Auch im Saarland ist Hochwasser immer wieder ein Thema, regionale Starkregenereignisse haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Klimaforscher gehen davon aus, dass die Unwettergefahr weiterhin deutlich anwächst. Wie geht eine Stadt wie Blieskastel mit diesen Gefahren um, was hat sie aus dem Jahrhunderthochwasser 1993 gelernt? Wie können wir zukünftig Natur wieder mehr Raum geben, Umwelt schonen, Umweltschäden vermeiden und gleichzeitig unsere Ansprüche an Leben und Wohnen damit in Einklang bringen?


Hochwasser 1993 Blieskastel- mit dem Schlauchboot unterwegs (Foto: SR)

Das Jahrhunderthochwasser – Welche Lehren hat Blieskastel aus der Flut 1993 gezogen?

Dezember 1993 kurz vor Weihnachten. Im Saarland steigen die Pegel der Bäche und Flüsse. In Blieskastel überflutet die Blies die Innenstadt. Meterhoch steht das Wasser, Wohnhäuser und Geschäfte stehen unter Wasser. Der Strom fällt aus, Öltanks schlagen Leck. Die Bewohner können vielfach  nur mit Booten aus ihren Häusern geholt werden. Die örtlichen Behörden und Rettungskräfte drohen die Kontrolle zu verlieren. Welche Konsequenzen hat die Stadt aus diesen Ereignissen gezogen, wie hochwassersicher ist die Barock-Stadt heute? Wir sprechen mit Bürgermeister Bernd Hertzler.


Biber (Foto: dpa)

Überflutungsgefahr durch Biberbauten – Wieviel Natur müssen wir zulassen? 

Der Biber ist seit vielen Jahren wieder im Saarland heimisch, auch in Blieskastel. An Blies, Würzbach und Kirkeler-Bach holzt er Bäume ab, baut damit Dämme und schafft sich Lebensraum. Das hat Auswirkungen. Anwohner und Landwirte kämpfen mit Hochwasser und klagen über den Wertverlust ihres Besitzes. Die Stadt versucht den Spagat. Einerseits naturbelassene Umwelt auf der anderen Seite Siedlungsraum und landwirtschaftliche Nutzfläche. Eines ist klar: beides muss zukünftig in Einklang gebracht werden.


Anas Alakkad und Helfer (Foto: SR/Tobias Seeger)

Anas setzt sich ein – Geflüchtete helfen in den Unglücksgebieten

Rund drei  Monate nach der Flutkatastrophe ist das Ahrtal weiterhin eine riesige Baustelle. Viele Häuser sind zerstört, Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Anas Alakkad möchte helfen. Der Saarbrücker hat eine Gruppe von Freiwilligen zusammengetrommelt, die ehrenamtlich beim Wiederaufbau hilft. Das Besondere: Fast alle Helfer kommen gebürtig aus Syrien und sind vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet. 


Borkenkäfer (Foto: picture alliance/Matthias Hiekel/ZB/dpa)

Früherkennung ist Hochwasserschutz  – Borkenkäfer werden aus dem All beobachtet

Der Klimawandel hat viele Folgen, die Erwärmung schadet den Wäldern, Bäume im Hitzestress sind leichte Opfer für den Borkenkäfer. Ganze Areale von Fichtenbeständen sind bereits befallen. Das einzige Mittel: die befallenen Bäume möglichst schnell entfernen. Es droht massiver Kahlschlag. Der Wald verliert zunehmend seine Schutz- und Pufferfunktion bei Starkregenereignissen. Der Kampf gegen den Borkenkäfer ist also auch Hochwasserschutz. An der Universität Trier ist man jetzt offensichtlich einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Mit Hilfe von Luft- und Satellitenbildern wird der Schädling deutlich früher erkannt als bisher.


Ein Modellprojekt für Gewässerschutz (Foto: SR)

Modellhaft – Wie ein Wasserschutzprojekt für 1A-Wasser sorgen soll

Vor über dreißig Jahren haben Naturschützer rund um die Ill ein großes Naturschutzprojekt gestartet: den Zweckverband Natura Ill-Theel. Ziel: Gewässerqualität verbessern und Landschaft renaturieren. Inzwischen gilt das Ganze als Modellprojekt für das Saarland und wird immer bedeutsamer, denn ab 2027 verlangt die europäische Wasserrahmenrichtlinie überall im Land eine bessere Wasserqualität.


Neupflanzungen am Saukaul (Foto: Christine Herrmann/SR)

Naturgemäßer Umbau – Mit Schaufel und Schubkarre neue Lebensräume schaffen

Freiwillige aus ganz Deutschland verbringen ihren Urlaub im Saarland mit Schaufel und Schubkarre. Ihr gemeinsames Ziel: der Obere Saukaul, ein Weiher, bei Neunkirchen soll naturgemäß umgestaltet werden. Lebensraum für Insekten, Amphibien und Fische soll entstehen. Ein einzigartiges Projekt, das innerhalb von zwei Wochen in die Tat umgesetzt wurde. 600 Kubikmeter Sand wurden von Hand bewegt, um eine Flachwasserzone zu errichten.


Wasserschau am Niederwürzbacher Weiher 1963 (Foto: SR)

Sünden der Vergangenheit – Wasserschau in Niederwürzbach

Der Klimawandel, Umwelt- und Gewässerschutz, in den sechziger Jahren waren das eher  Fremdworte. Die Umwelt wurde genutzt nicht geschont. Bei einer Wasserschau 1963 an den Zuflüssen des Niederwürzbacher Weihers stank es sprichwörtlich zum Himmel. Die Technik effizienter Kläranlagen steckte damals noch in den Kinderschuhen.  


Moderation: Steffen Demuth

Moderator Steffen Demuth unterwegs in Bliesk (Foto: SR)

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