Nachhaltigkeit statt Ressourcenverschwendung

Nachhaltigkeit statt Ressourcenverschwendung

SAAR3 – Das Saarlandmagazin

 

Jeder Bundesdeutsche wirft im Jahr über 50 kg Lebensmittel in den Müll. Gesehen, gekauft, nicht gegessen und einfach in die Tonne geworfen. Lebensmittel wegzuwerfen ist ein Phänomen unserer Überflussgesellschaft.

Sendung: Donnerstag 27.05.2021 20.15 Uhr

Das gilt ebenso für unserer Kleidung. „fast fashion“ – schnelle Mode: schnell kaufen, schnell tragen und schnell wieder Neues im Schrank haben. Dieses Konsumverhalten hinterlässt unübersehbare Spuren, weltweit. In der Umwelt aber vor allem auch bei denen, die mit ihrer Arbeit unseren Konsum erst ermöglichen.

„SAAR3“ stellt Ihnen heute Menschen aus unserer Region vor, die versuchen dieser Konsum-Spirale etwas entgegen zu setzen, die mit ihren Projekten und Initiativen im Alltag zum bewussten, nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen anregen wollen.


Die Themen der Sendung


Modedesignerin Debbie Kirsch (Foto: SR)

Nachhaltig – Faires Modelabel einer jungen Luxemburgerin

Debbie Kirsch ist Modedesignerin. Mit ihrem Label „Devï“ unterstützt sie eine Frauen-Initiative in Indien. Ihr Ziel ist es, faire Löhne zu zahlen und so die Frauen in die Lage zu versetzen, ihre Familien gut zu versorgen. Dabei setzt die Luxemburgerin auf die Qualität der von den Frauen gefertigten Kleidungsstücke und vermittelt das auch ihren Kunden. Mit den Näherinnen vor Ort und den Zulieferinnen steht sie in ständigem Kontakt. Das Geschäft läuft gut trotz Corona: Inzwischen konnte Debbie Kirsch schon doppelt so viele Frauen nachhaltig beschäftigen als vor rund einem Jahr.


Andreas Bedersdorfer in seinem Geschäft "Schwerelosigkite" (Foto: SR)

Unikate – Kites werden zu Taschen

Kites sieht man vor allem an den Küsten von Nord- und Ostsee.  Dort fliegen die Surfer mit den drachenartigen Segeln über das Wasser, Flugeinlagen und Sprünge bis 30 Meter sind mit den bunten Kites kein Problem.  Doch was so schön aussieht, ist am Ende doch nur Plastikmüll. Alte Kites werden einfach weggeworfen. Es sei denn Andreas Bedersdorfer bekommt sie in die Hand. Denn er macht was Neues draus.  Mit einem Freund gründete der Saarbrücker im Jahr 2005 das Modelabel „Schwerelosigkite“. Ob Taschen, Rücksäcke, Gürtel oder Kulturbeutel: aus den alten Kite-Stoffen entstehen noch einmal neue Unikate, die sich bestens verkaufen lassen.


Mülltonne befüllt mit Lebensmitteln (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Rettungsmaßnahmen – Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung

Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Pro Person und Jahr sind das 55 Kilogramm. Am meisten landet Gemüse im Abfall, gefolgt von zubereitetem Essen und Backwaren. Das darf nicht sein sagen immer mehr Menschen und gehen bewusst einen anderen Weg. So werden in einem Saarbrücker  Laden Lebensmittel verkauft, die vor dem Müll gerettet wurden. Andere finden für unverkäufliche Lebensmittel neue Verwendungen.
Ein zeitgemäßer und notwendiger Trend über den wir auch mit unserem Studiogast Phillip Jochum vom Saarländischen Ernährungsrat sprechen. Die noch junge Organisation will  Menschen zu bewusster, nachhaltiger und regionaler Ernährung anregen und so auch Lebensmittelverschwendung vermeiden helfen.   


KLeiderständer mit Jacken in einem Sozialkaufhaus (Foto: Jens Büttner/dpa-Bildfunk)

Kaufhaus Mettlach – soziales Engagement als Ehrenamt

Aus alt mach neu, Gebrauchtes wiederverwenden oder Hausaufgabenhilfe generationsübergreifend. All das findet man im Mettlacher Sozialkaufhaus. Was ursprünglich als Hilfe nur für Flüchtlinge gedacht war, steht mittlerweile allen Mettlacher Bürgern zur Verfügung. Nachhaltigkeit, Ressourcen schonen und ehrenamtliches Engagement werden hier groß geschrieben.


Guido Ballardini beim Messerschärfen (Foto: SR)

Messerschleifer und Pfannendoktor – Instandsetzen statt  wegwerfen

Das Messer ist stumpf, bei der Pfanne ist die Beschichtung ab. Das führt meist dazu, dass die Dinge einfach in der Mülltonne landen, durch Neues ersetzt werden. Man kann aber auch anders handeln. Für gute Messer gibt es den Scherenschleifer, der macht die Klinge wieder scharf. Und für alte Pfannen gibt es mittlerweile auch Lösungen.  Reparieren statt wegwerfen.   


Schreiner Florian Jost  (Foto: SR)

Sideboards aus Saarwellingen – Möbel aus heimischen Holz

Der Rohstoff  kommt aus saarländischen Wäldern. Darin steckt das Erfolgsrezept von Florian Jost und Lothar Ruhland. Die beiden Schreinermeister aus Saarwellingen stellen Möbel her, für die das Holz  sozusagen direkt vor der Haustür wächst. Beiden kommt es darauf an, Regionalität und Nachhaltigkeit zu verbinden.  


Adam Schmitt, der Nachhaltigkeitsbeauftragte von St. Ingbert (Foto: SR)

Engagement – ehrenamtlich für die Nachhaltigkeit

Es ist das Schlüsselwort unserer Zeit: „Nachhaltigkeit“. Der Umgang mit Umwelt und Ressourcen rückt zunehmend ins öffentliche Interesse. Immer mehr Menschen sind sensibilisiert, achten darauf „nachhaltig“ zu leben. Auch Städte arbeiten mittlerweile mit Nachhaltigkeitsbeauftragen zusammen. Was aber macht ein Nachhaltigkeitsbeauftragter eigentlich? Und wie kann er seien Ideen und Projekte durch- und umsetzen? Der Nachhaltigkeitsbeauftragte in St. Ingbert hat uns mitgenommen auf eine  Tour durch seine Stadt.


Tiny House (Foto: SR)

Klein aber fein – Tiny Houses im Elsass 

Wieviel Platz braucht man eigentlich zu wohnen? Eine wachsende Zahl von Menschen beantwortet diese Frage mit: wenig! Der Trend zum Wohnen auf kleinem Raum kommt aus den USA. Tiny Houses sind vollständig ausgerüstete Wohnungen auf wenigen Quadratmetern. Der Clou: Sie stehen auf Rädern, können bewegt werden und ermöglichen so auch ein Leben in der unmittelbaren Natur. Auch im Elsass ist der Trend mittlerweile angekommen


Moderation: Steffen Demuth

Steffen Demuth (Foto: SR)

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