SAAR3 extra: "Nemmeh dahemm"

SAAR3 extra: "Nemmeh dahemm"

Saarländer in aller Welt

 

In Zeiten, in denen Fernreisen kaum möglich sind, laden wir Sie zu virtuellen Stippvisiten in ferne Länder ein. Wir haben Saarländer besucht, die "nemmeh dahemm" sondern ausgewandert sind: Saarländer, die Raumsonden auf dem Mars landen lassen, die Industrieanlagen in China bauen, als Alleinunterhalter in Spanien auftreten oder Brezeln und Fleischkiechelcha in Goa backen. Die "SAAR3"-Reporter haben sie in Vor-Corona-Zeiten in ihrer neuen Heimat besucht, sich deren Besonderheiten zeigen lassen, und sind der Frage nachgegangen, wie "bodenständige" Saarländer mit anderen Kulturen zurechtkommen und was sie selbst in der Ferne vermissen.

Sendung: Donnerstag 12.11.2020 20.15 Uhr

Mirko Schmitt in seiner Bäckerei in Paris (Foto: SR)

Erste Station unserer "Weltreise" ist Frankreich.  Mirko Schmitt kommt aus Neuforweiler, lebt aber schon seit vielen Jahren in Paris. Nach seiner ersten Karriere im Modebusiness entschloss er sich eine Bäckerei aufzumachen. Und in der würden auch Saarländer glücklich werden. Es gibt klassischen Käsekuchen und den legendären Katzi-Kuchen nach einem alten Familienrezept. Und sogar "Fleischkäs‘" hat Mirko den Parisern mittlerweile schmackhaft gemacht.

Andreas Kirsch unterwegs in London (Foto: SR)

Weiter geht es nach Großbritannien. Seit über 10 Jahren lebt Andreas Kirsch aus Lebach-Steinbach mit Frau und Kindern in Chessington bei London. Der  43-Jährige ist Japanologe, lässt seinen Beruf aber weitgehend ruhen und widmet sich stattdessen der Politik. Er sitzt als Abgeordneter der "Liberal Democrats" im Stadtrat von Kensington und hat dort alle Hände voll zu tun: Barrierefreier U-Bahn-Zugang, kaputte Gartenzäune oder eine Müll-Sammelaktion im Stadtpark stehen in seinem Terminkalender.

"Zuhause ist da, wo meine Familie ist", sagt Kirsch und geht auf dem Heimweg regelmäßig beim deutschen Bäcker vorbei, der nicht nur Brezeln und Bienenstich sondern auch Maggi und heimische Käsesorten im Angebot hat.

Aline Zimmer  (Foto: SR)

Ganz weit weg hat es Aline Zimmer verschlagen. Die Wiebelskircherin lebt und arbeitet im kalifornischen Pasadena. Dort hat sie einen ganz besonderen Job. Als Wissenschaftlerin bei der US-Raumfahrtbehörde NASA war die 34-Jährige mit verantwortlich, dass die Marssonde "InSight" problemlos auf dem roten Planeten landen konnte.

Markus Berberich genießt sein "Inselbräu" (Foto: SR)

Von Pasadena geht es in heimatlichere Gefilde an die Ostsee: Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen. Diesen Traum hat sich Markus Berberich erfüllt – auf Rügen. Der Saarbrücker hatte bei der St. Ingberter Becker-Brauerei gelernt und anschließend in Oberbayern Brauwirtschaft studiert.

In Rabin hat er dann vor einigen Jahren eine Spezialitätenbrauerei gegründet. Mit Erfolg: Seine "Inselbrauerei" produziert rund vier Millionen Flaschen im Jahr. Fünfmal in Folge wurden Berberichs Biere in London als "bestes Bier der Welt" ausgezeichnet. Uns nimmt er mit zu kulinarischen Spezialitäten und sehenswerten Ausflügen ins unbekannte Rügen.

Charlie Schors im spanischen Denia am Grill (Foto: SR)

Seit 40 Jahren lebt Charlie Schors im spanischen Denia. Der gebürtige Schwalbacher hat sich dort als Alleinunterhalter ein dankbares Publikum erspielt – zumeist aus dem deutschsprachigen Raum. Doch Schors ist auch in der spanischen Gesellschaft angekommen – sagt er. Vor allem, weil Saarländer generell offener gegenüber anderen Nationen und Kulturen seien. Etwas "Entwicklungsarbeit" lässt er sich allerdings nicht nehmen. An lauen Sommerabenden bringt Schors seinen internationalen Freunden gerne das Schwenken näher.

Um den halben Erdball geht es weiter nach  Asien: Mit 25 Millionen Einwohnern ist Shanghai die größte Stadt Chinas. Hier lebt und arbeitet Peter Legner – und das seit 28 Jahren. Mittlerweile ist er Chef der Auslandsniederlassung eines Püttlinger Unternehmens. Zwischen zwei Geschäftsterminen erzählt er uns von kulturellen Eigenheiten, technologischen Trends und der Sehnsucht nach der saarländischen Heimat.

Elisabeth Rammacher mit einer Angestellten in ihrem Restaurant (Foto: SR)

Immer der Nase nach, so lautet das Lebensmotto von Elisabeth Rammacher. Von  Baltersweiler hatte es sie zunächst nach München und dann in den Bhagwan Ashram nach Indien verschlagen. Nach kurzer Rückkehr nach St. Wendel ging es für sie nach Amsterdam und schließlich nach Indien.

Auf einem Flohmarkt im ehemaligen Hippie-Paradies Goa eröffnete sie einen Pizzastand – es folgte ein Restaurant, in dem es auch saarländische Spezialitäten gab. So erlebte sie ein Abenteuer nach dem anderen – und landete jetzt doch wieder in Baltersweiler…coronabedingt.


Moderation: Willibrord Ney

Willibrord Ney (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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