Die Marquesas - Vergessene Inseln der Südsee

Die Marquesas

Vergessene Inseln der Südsee

Ein Film von Stephan Düfel  

Sie sind weitgehend unbekannt und touristisch noch nicht erschlossen – die Marquesas-Inseln im Südpazifik. Begleiten Sie uns in eine der entlegensten Gegenden der Welt, wo die Zeit still zu stehen scheint.

Sendung: Sonntag 03.01.2021 06.30 Uhr

Mitten im Südpazifik, fast vier Flugstunden von Tahiti entfernt, liegen die Marquesas-Inseln. Die 14 Inseln gehören zu Französisch-Polynesien und sind spärlich bevölkert, rund 9000 Menschen leben hier. Sie bekommen nur selten Besuch. Die Marquesas entsprechen so gar nicht dem Südseeklischee. Statt blauen Lagunen und weißen Palmenstränden treffen die paar tausend Touristen, die sich jedes Jahr hierher verirren, auf ein raues Meer, felsige Küsten und schroffe, grüne Berge.

Wo die Zeit still steht

Touristisch ist die Region kaum erschlossen, auf allen Inseln zusammen gibt es gerade mal zwei Hotels. Veränderungen geschehen hier langsam. Internet gibt es erst seit acht Jahren und Fernsehen seit Mitte der 80er Jahre. Berühmte Männer hat es im Laufe der Jahre auf die Marquesas verschlagen: Der Chansonnier Jacques Brel und der Maler Paul Gauguin sind beide auf dem kleinen Friedhof der Insel Hiva Oa beerdigt. Herman Melville, Autor des Romas „Moby Dick“, floh 1842 von einem Walfänger auf die Insel Nuku Hiva und lebte ein paar Wochen unter den Eingeborenen. Damals waren die Bewohner noch gefürchtete Kannibalen.

Durch den Einfluss der Missionare hat sich die Weltanschauung der Ureinwohner radikal verändert. Aus dem sexuell freizügigen und kannibalischen Inselvolk wurden strenggläubige Christen. Erst vor knapp 30 Jahren hat ihnen die Kirche wieder erlaubt, ihre alte Sprache zu sprechen, sich wie ihre Vorfahren den ganzen Körper zu tätowieren und alte Tänze und Rituale zu pflegen.

Selbstversorger im Paradies

Wir treffen auf unserer Reise von Insel zu Insel unterschiedliche Menschen wie zum Beispiel einen jungen Mann, der die erste Pizzeria auf den Marquesas eröffnet hat, nachdem er einen Film über einen Italienischen Koch im Fernsehen gesehen hat. Tief im Dschungel von Ua Pou begegnen wir einem deutschen Aussteiger, der gemeinsam mit seiner einheimischen Ehefrau fernab des Dorflebens versucht alles, was sie zum Leben benötigen, selbst zu erzeugen - von Essen über Alkohol bis hin zu Strom. Moderne Errungenschaften wie Autos, Kühlschränke, Waschpulver, Limonaden oder Fertigessen bekommen die Inselbewohner alle drei Wochen von einem Frachtschiff aus Tahiti geliefert. Die „Aranui“ hat außerdem bis zu 200 Passagiere an Bord - Touristen, die auf der zweiwöchigen Schiffsreise versuchen, die geheimnisvollen Marquesas-Inseln ein wenig kennenzulernen.

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