Schottlands nördlichster Außenposten - Die Shetland-Inseln

Schottlands nördlichster Außenposten

Die Shetland-Inseln

 

Shetland ist ein ganz besonderes Stück Schottland. Da ist zunächst die exponierte Lage weit draußen im Nordatlantik. Die rund hundert Inselchen liegen auf dem 60. Breitengrad; wie Sibirien oder die Südspitze von Grönland. Was kann am Leben auf diesen abgelegenen Inseln so faszinieren?

Sendung: Samstag 09.01.2021 17.00 Uhr

Von der Hauptstadt Lerwick ins schottische Aberdeen ist es genauso weit wie ins norwegische Bergen oder auf die Faröer Inseln - etwa 350 km. Für die Wikinger lagen die Shetland Inseln genau auf ihrer Route Richtung Süden. Die Nordmänner siedelten sechseinhalb Jahrhunderte lang auf den Inseln. Nicht nur archäologische Funde bezeugen das; die Sprache der Shetländer ist ein schottisches Englisch mit 10.000 skandinavischen Lehnwörtern. Und jedes Jahr im Februar wird das "Up-Helly-A", ein traditionelles Wikingerfest gefeiert.

Was wissen Sie über die Shetland-Inseln?

Frage 1 von 10

Insel-Hopping auf Shetland – das geht nur bei sehr nahe gelegenen Inseln über Brücken. Ansonsten heißt es: Flieger oder Boot! So wie vom Mainland nach Fair Isle. Wie heißt die Fähre, die auch dann noch ablegt, wenn der Flieger wegen Nebels am Boden bleiben muss?
Eine Schetland Fähre passiert einen Felsen (Foto: SR)

Ihre ungeschützte Lage im Nordatlantik beschert den Shetland-Inseln auch ein sehr unbeständiges, oft extremes Wetter. Sonnenschein und milde Temperaturen können binnen Stunden von gewaltigen Stürmen oder dichtem Nebel abgelöst werden; Fähr- und Flugverkehr kommen zum Erliegen, die Menschen sind über Tage hinweg isoliert. Dass es außerdem an 250 Tagen im Jahr regnet, regt niemanden weiter auf.

Dem Wetter zum Trotz sind die Inseln seit mindestens sieben Jahrtausenden ununterbrochen besiedelt. Was sind das für Menschen, die den Versuchungen unserer weiten Welt lachend widerstehen und ihr Shetland auf Dauer nicht missen möchten? Was kann am Leben auf diesen abgelegenen Inseln so faszinieren? Unser Film besucht vier der bewohnten Inseln und geht diesen Fragen nach.

Die Stationen unserer Reise

Ein Haus auf den Shetland-Inseln (Foto: SR)

Auf Fair Isle, weit draußen im Süden, auf halbem Weg Richtung Orkney, sprechen wir mit einem Piloten, dem Insel-Meteorologen und dem Leiter einer Vogelwarte, die weltweit höchstes Ansehen genießt. Auf der Hauptinsel Mainland besuchen wir eine Pony-Show; wir treffen eine Geologin, den Chefredakteur der Wochenzeitung Shetland Times, einen Detective Sergeant der Kriminalpolizei und einen Historiker, der von geheimen shetländisch-norwegischen Kommandounternehmen im Zweiten Weltkrieg erzählt. Ihre geografische Lage hat die Inseln immer auch für die Militärs interessant gemacht.

Letzte Station ist die nördlichste der Inseln, Unst. Auch sie war einmal von strategischer Bedeutung, in der Epoche des Kalten Kriegs. Als die Royal Air Force vor einigen Jahren abzog, entließ sie auf einen Schlag ein Siebtel der Inselbevölkerung in die Arbeitslosigkeit - und löste einen kleinen Wirtschaftsboom aus. Wir hören die (Erfolgs-)Geschichte der Gründung einer Brauerei, wir sprechen mit dem Inhaber des Insel-Supermarkts, und wir besuchen die einzige Bushaltestelle der Welt, die ihre eigene Internetseite hat.

"Absolut magisch"

Shetland liegt weit ab von den Zentren der modernen Welt. "Exzentrisch" wirken auch manche Menschen hier. Aber ganz sicher nicht verrückt. Energisch, selbstbewusst und phantasievoll sind Adjektive, die die Mehrheit der 23.000 Shetländer treffend beschreiben. Und wie sehen diese Menschen ihre Inseln? In den Worten eines Kapitäns: "Absolut magisch! Windig, nass, kalt..."

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