Meine Traumreise von Washington nach Berlin

Meine Traumreise - Von Washington nach Berlin

Der Mann, der die Mauer liebt

 

Sechs Jahre lang hat Bobby ein Stück der Berliner Mauer in einem Park von Washington bewacht. Während dieser Zeit hat er viel über das Symbol der deutsch-deutschen Teilung gelesen und gelernt. Nun wird ein Traum wahr und er macht sich auf die Reise nach Berlin.

Sendung: Samstag 21.09.2019 17.00 Uhr

Ein Mann liebt eine Mauer? Genauer gesagt:  acht  1,20 Meter lange Betonstücke – auf der einen Seite grau, auf der andern bunt besprüht. Es sind Teile der Berliner Mauer, die in einem der schönsten Museen Washingtons stehen, im Newseum. Diese Betonplatten haben Elmahi Babikers Leben verändert.

Das Leben jehnseits und diesseits der Mauer

Denn sechs Jahre lang hat Elmahi Babiker, genannt Bobby, diese Mauerstücke bewacht im Freedompark bei Washington, bevor sie ins Newseum nach Washington umzogen. Bei Wind und Wetter stand er täglich zwischen den Hochhäusern und achtete darauf, dass niemand  die Mauersegmente berührt, die vom Sieg der Freiheit über die Diktatur des Kommunismus erzählen. Woher diese Mauer kam, was und wen sie trenne, das interessierte Bobby. Er stellte sich das Leben dies- und jenseits vor, las über ihre Geschichte und dachte sich Geschichten aus, die er den Besuchern des Freiheitsparks erzählte.

Dann wurden die Mauerteile in das neu erbaute Newseum an der Washingtoner Prachtstraße Pennsylvania Avenue gebracht. Dort bilden sie zusammen mit einem DDR-Grenzwachturm das Herzstück des Museums. Bobby stieg zum Sicherheits-Koordinator des Museums auf und sein großer Traum wurde immer deutlicher: die Stadt dieser Mauer kennen zu lernen und die Menschen, die damit leben mussten. Zu erfahren, wie es dort aussah und was  davon übrig geblieben ist.

Der Traum von Berlin

Ein Team des Saarländischen Rundfunks hat Bobby auf seiner „Traumreise“ von Washington nach Berlin begleitet. Der Film zeigt, wie Bobby mit Fotos nach dem Ort sucht, wo „seine“ Mauer gestanden hat. Dabei kommt er nicht nur an die bekannten Orte wie East-Side-Gallery und Bernauer Straße, sondern auch nach Kreuzberg, wo er den Amerikaner Jerry Gerber kennen lernt. Der wohnt schon 35 Jahre in der Oranienstraße und hat Bobby viel zu erzählen. Er zeigt ihm die Brücke, wo Top-Agenten ausgetauscht wurden und den Ort, wo das große Ohr der Amerikaner (NSA) in den Osten hinein lauschte,  den Berliner Teufelsberg.

Bobby macht eine Trabbi-Rundfahrt, kehrt ein im Gasthaus „Die Henne“, wo seit 40 Jahren ein Brief  von John F. Kennedy nebst Foto hängt. Bobby besichtigt das Asisi-Panorama am Check Point Charly und taucht ein in die Welt der 80er Jahre am Schnittpunkt der Weltgeschichte zwischen Ost und West.

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