Die Produkte - Linsen, Mispeln und Köse


Linsen

Linsen, die lange Zeit als „Arme-Leute“-Essen galten, sind auf einmal ein geschätzter Ersatz für Fleisch, da besonders eiweißreich. Und deftige Linsensuppe ist längst nicht alles, was man aus den kleinen Hülsenfrüchten zaubern kann.

Wie sie wachsen

Wegen ihres hohen Eiweißgehalts sind Linsen eine interessante Alternative zu Fleischgerichten. (Foto: SR)
Wegen ihres hohen Eiweißgehalts sind Linsen eine interessante Alternative zu Fleischgerichten.

Die Wildform der Linse stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und aus Vorderasien und war dort bereits vor über 8000 Jahren eine geschätzte Nutzpflanze.


Linsen sind einjährige Pflanzen, die zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch werden. Damit man sie gut ernten kann und sie nicht platt am Boden liegen, brauchen sie eine Stützpflanze, an der sie hochranken können. In der Regel ist das Hafer, Gerste oder Leindotter.

Eine Besonderheit der Linsenpflanze ist, dass sie anhand von Bakterien in den Wurzelknöllchen Stickstoff im Boden sammeln kann. Linsen dienen daher als Dünger für nachfolgende Pflanzen im Beet und werden von ökologisch arbeitenden Bauern besonders geschätzt.

Linsen bevorzugen warme, trockene Böden und sind sehr anspruchslos.

Welche Nährstoffe liefern sie?

Linsen sind sehr eiweißreich und daher ein guter Fleischersatz. Außerdem enthalten sie viele Mineral- und Ballaststoffe und wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Patric Bies von der Ölmühle Bliesgau hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem vergessenen Lebensmittel  zu neuem Ansehen zu verhelfen. Er bietet ausgewählten Bauern im Saarland einen sicheren Absatzmarkt und vertreibt in seiner Ölmühle in der Biosphäre Bliesgau grüne, rote und schwarze Linsen.

Positiver Nebeneffekt: da Linsen zum Wachsen immer eine Stützpflanze brauchen, kann er diese, wie z. B. Leindotter, in seiner Ölmühle weiterverarbeiten.

Bliesgau Ölmühle
Hartungshof 6
66271 Bliesransbach
www.bliesgauoele.de

Längst haben auch Sterneköche die Hülsenfrüchte für sich entdeckt und zaubern damit raffinierte Gerichte. Sternekoch Silio del Fabro vom Restaurant „Esplanade“ in Saarbrücken schwört auf das heimische Produkt. Und nicht nur auf dieses, wo immer es geht, bevorzugt er Zutaten aus der Region.

Restaurant „Esplanade“
Nauwieserstraße 6
66111 Saarbrücken
Tel.:0681 – 84499125
www.esplanade-sb.de


Ziegenkäse vom Birkenhof

Marion Kledtke und ihr Mann Stefan Haupt haben als Quereinsteiger angefangen, Ziegenkäse zu produzieren. Zuerst wurden sie mit ihren „Geisen“ noch belächelt – heute sind Käse, Quark und Miilch aus ihrer Manufaktur eine gefragte Alternative zu Kuhmilchprodukten.

Ziegenkäse in allen Varianten (Foto: SR)
Ziegenkäse in allen Varianten

Indem sie nach biologischen Richtlinien arbeiten, setzen sie ein Zeichen gegen Massentierhaltung und sind damit voll im Trend.

Ihren Käse vermarkten sie auf Wochenmärkten und in ihrem Hofladen - ein Teil geht an kleine Bioläden und Restaurants. Und die beiden sind immer wieder positiv überrascht, wie innovativ ihre Produkte in saarländischen Küchen zum Einsatz kommen.

Birkenhof im Warndt – Käsemanufaktur
St. Nikolauser Straße 75
66352 Nassweiler
Tel.:06809 – 9979220
www.birkenhof-warndt.de
Öffnungszeiten Hofladen:
Donnerstag und Freitag von 16h – 18.30
Samstag von 14h – 17h
Wochenmärkte:
Saarbrücken, Max-Ophüls-Platz - Donnerstag 14 – 20h
Homburg - Freitagmorgen
St. Ingbert – Samstagmorgen


Mispeln

Auch Wolfgang Maffert aus Hemmersdorf widmet sich mit Begeisterung einer Pflanze, die viele jüngere Leute nicht mehr kennen, die aber gerade ein kleines Comeback erlebt – der Mispel. Überaus vitaminreich stand sie im Kaukasus und im nördlichen Iran bereits vor 3000 Jahren auf dem Speiseplan.

Die Römer brachten das Rosengewächs in unsere Regionen, und so stehen im  Saargau noch heute geschätzt 3000 bis 4000 Mispelbäume – so viele wie nirgends sonst in Deutschland.

Wie sie wächst

Mispeln sind zu Unrecht in Vergessenheit geraten, dabei sind sie gesund u. vielseitig zu verwenden. (Foto: SR)
Mispeln sind zu Unrecht in Vergessenheit geraten, dabei sind sie gesund u. vielseitig zu verwenden.

Die Mispel blüht deutlich später als andere Fruchtbäume und bietet somit zusätzliche Nahrung für Insekten. Außerdem ist sie weniger anfällig für Frost.

Die Ernte ist Anfang Oktober. Mispeln bilden keine Alternanz, d.h. sie blühen in jedem Jahr mehr oder weniger gleichmäßig – man kann sich also auf eine regelmäßige Ernte verlassen.

Wenn man sie erntet, ist die Mispel noch hart und mehlig. Sie muss Frost abbekommen, damit sie weich wird und somit bereit ist für die weitere Verarbeitung.

Wolfgang Maffert verarbeitet jedes Jahr rund 5000 Kilo Mispeln zu Schnaps und Likör. Als „Hundsärsch“ ist sein Brand auch überregional bekannt und hat ihm bereits mehrere Auszeichnungen eingebracht.

Edelbrennerei Monter
Lothringer Straße 112
66780 Rehlingen-Siersburg
Tel.: 06833 – 203
www.monter.de

Aber Mispeln kann man nicht nur zu Hochprozentigem verarbeiten - sie eignen sich auch gut für Marmeladen und Chutneys.

In der Gourmetmanufaktur „Mali’s Délices“ auf dem Hartungshof in Bliesransbach kommen sie zum Einsatz. Christine Breyer schätzt die aromatische Mispel v.a. für Chutneys.

Zur Herstellung ihrer Produkte verwendet sie ausschließlich traditionelle, schonende Konservierungsmethoden. Auf chemische Zusatzstoffe verzichtet sie weitestgehend. Künstliche Geschmacksverstärker oder Farbstoffe kommen bei ihr nicht in den Topf.

MaLi’s Délices
Gut Hartungshof 6
66271 Kleinblittersdorf – Bliesransbach
Tel.: 06805 – 6007063
www.malis-delices.de
Öffnungszeiten:
Di-Do 10-12h
            15-17h
Sa        10-12h

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