Wasserwege nach Saarbrücken

Fahr mal hin - Wasserwege nach Saarbrücken

 

Für Wasserliebhaber ist Lothringen mit seinen zahlreichen Seen und Wasserwegen ein echtes Paradies. Begleiten Sie uns auf eine Bootstour auf dem Saarkanal.

Sendung: Sonntag 27.03.2022 17.15 Uhr

Mediathek: bereits verfügbar (bis 27.03.2023)

Mit dem "Petit Bateau", dem kleinen Boot unterwegs auf dem Saarkanal. Entspannung pur auf einer gemütlichen Wassertour durch den Naturpark Lothringen. Die Saar und ihr Kanal in Lothringen sind Lieblingsziele für viele Wasserratten und Naturfans. Auch Edwin Schlitt und seine Frau Annie sind mit ihrem Petit Bateau sehr oft auf Entdeckungstour im grenznahen Frankreich. Eigentlich läge der Neckar für sie näher, denn sie kommen aus der Gegend von Schwetzingen, aber der Saarkanal ist nun mal ihre Lieblingsstrecke, und sie haben sich Saarbrücken als Heimathafen für ihr Boot ausgesucht.

Das "Petit Bateau" auf dem Saarkanal (Foto: Maria C. Schmitt)

Am Ufer gibt es viel zu entdecken

Während dieser Bootstour durch Lothringen in Richtung Saarbrücken stehen natürlich so einige Ausflüge abseits des Saarkanals auf dem Programm.

Zum Beispiel ein Bummel durch das mittelalterliche Fénétrange oder ein Besuch beim berühmten Flammkuchen-Spezialisten in der historischen Mühle von Willer. Auch Familie Leilich aus Pirmasens kennt sich in der Gegend gut aus, sie sind hier so oft es geht an ihrem lothringischen See, und lieben es, mit ihren Fahrrädern auf dem Treidelpfad entlang des Saarkanals auf Erkundungstour zu gehen. In Saarbrücken ist dann zwar Endstation, doch es gibt auch hier entlang des Flussufers noch so manches zu entdecken.

Touristische Informationen

Der Saarkanal  zieht sich durch Lothringen und das Krumme Elsass von Diane-Kapelle am Stockweiher bis Großblittersdorf. Danach mündet er in die kanalisierte Saar. Der Film folgt dem "Petit Bateau", dem "kleinem Boot" und seinen Besitzern Edwin Schlitt und Annemarie Püschel von Schleuse 1 bis zum Osthafen in Saarbrücken.

Sie sind auf dem Rückweg von einer längeren Urlaubstour, haben den Rhein-Rhone-Kanal verlassen und sind auf den Saarkanal eingebogen. Der hieß bis vor kurzem noch Saar-Kohle-Kanal und war bis in die 80-er Jahre Transportweg für Kohle, Kies und Eisenerz.

Seither haben die Freizeitkapitäne den Wasserweg erobert. Die Saar und ihr Kanal sind Lieblingsziele vieler Wasserratten. Neben den entspannenden Bootstouren kann man auf der Saar auch Kanu fahren oder ohne Steigungen auf dem Treidelpfad von Saabrücken bis zum Stockweiher radeln.

Tourismuszentrale Saarbrücken

Franz-Josef-Röder-Straße 17
Saarbrücken
0681 927200
www.tourismus.saarland.de

Tourismusbüro Saarbrücker Schloss
Schlossstraße 1-15
Saarbrücken
0681 5061313
www.saarbruecken.de/de/tourismus

Comité Régional du Tourisme de Lorraine

Abbaye des Prémontrés
BP 97
54704 Pont-à-Mousson Cedex
FRANCE
Tél. : +33 (0)3.83.80.01.80
Fax : +33 (0)3.83.80.01.88
www.tourismus-lothringen.eu

So kommt man hin

Von Saarbrücken nach Saargemünd, Sarrealbe, Sarre-Union, Fénétrange, Rhodes am Stockweiher oder Mittersheim am Mittersheimer Weiher.

Von Baden-Baden: Iffezheim, Beinheim, Soufflenheim, Vendenheim, dann A4 bis Phalsbourg, dann die N4 bis Sarrebourg, dann Helming, Rhodes oder Phalsbourg, Fénétrange, Mittersheim.

Sehens- und Erlebenswertes

Stockweiher

Wie der benachbarte Mittersheimer Weiher war auch der Stockweiher zunächst ein von Mönchen angelegter Fischweiher. Weil in heißen Sommern dem Saar-Kohle-Kanal oft das Wasser ausging, vergrößerte man  die  Weiher nach und nach, richtete Pumpstationen ein. Seitdem sind sie Wasserreservoir für den Kanal. Der Stock-weiher ist sehr verzweigt, Wassersport wie Segeln, Motorbootfahren ist erlaubt, an einigen Stellen auch Wasserski. Rhodes , ein kleiner Ort mit Campingplatz, Hafen und vielen Ferienhäusern ist beliebtes Ziel vieler Stockweiherfans.

Ein ganz besondere Anblick: kurz nach Schleuse 1 führt der Saar-Kanal durch den Stockweiher, nur durch einen Damm getrennt.

Mittersheimer Weiher

Auch am Mittersheimer Weiher trifft man viele deutsche Urlauber – sowohl auf dem Camping Platz als auch im Feriendorf. Der Ort Mittersheim ist ein Bauernort geblieben, es gibt dort auch ein kleines Hotel und einige Restaurants.

Schloss Diedendorf

Hier residierte im 16. Jahrhundert  Johann Streiff von Lauenstein. Er war Landvogt des Grafen von Nassau-Saarbrücken, denn die Herrschaft der Grafen reichte weit nach Lothringen. Das Schloss wurde um 1580 erbaut, 1977 kauften es Marie-France Ludmann und ihr Mann. In mühevoller Kleinarbeit haben sie es restauriert, vor allem haben sie die über Jahrhunderte zugegipsten Wandmalereien freigelegt.

Um Türen und Fensternischen gibt es unglaubliche Architektur im Trompe d’Oeil -Stil. Während der Sommermonate kann man nachmittags bei Madame vorbeischauen und an einer Führung durch das Schloss teilnehmen.

Fénétrange

In Fénétrange taucht man ein in eine längst vergangene Zeit. Man betritt den historischen Ortskern durch ein mittelalterliches Stadttor. Im Haus mit dem Turm lebte im 17. Jahrhundert der aus dem Badischen stammende Amtmann und Barock-Dichter Johann Michael Moscherosch, hier schrieb er einige seiner satirischen Erzählungen. Fénétrange hat viele deutsch-französische Geschichten zu erzählen. Wie große Teile Lothringens gehörte auch das einstige „Finstingen“ mal zu Deutschland mal zu Frankreich.

In einer kleinen Seitenstraße hinter einer unscheinbaren Fassade hat die Kulturmanagerin Bettina Hanstein aus Saarbrücken vor 10 Jahren eine ehemalige Synagoge entdeckt. Sie war gleich so begeistert, dass sie das Gebäude samt angrenzendem Bauernhaus kaufte. Seither verbringt sie viele Wochenenden in Fénétrange und sucht immer nach neuen Ideen, wie sie die Geschichte lebendig halten kann. Die Synagoge stand damals schon seit Jahrzehnten leer, stammt aus 18. Jahrhundert. Damals wurde sie der jüdischen Gemeinde geschenkt, 1823 und später wurde sie nochmals vergrößert. Eine Besonderheit: die Synagoge steht über einem alten Kuhstall. Durch einen glücklichen Zufall blieb die Synagoge von den Zerstörungen der Nazis verschont.

Moulin de Willer

Die Saar trieb früher in Lothringen und dem Krummen Elsass mehr als 50 Mühlen an. Nur ganz wenige Mühlen sind übrig geblieben, die Moulin de Willer ist eine der letzten. Seit fast 500 Jahren wird hier Korn gemahlen - mit Wasserkraft von der Saar.

Müller Roger Roeser kauft das Getreide bei den Bauern in der Nachbarschaft. In verschiedenen Walzen wird es immer feiner gemahlen, bis es ganz weiß ist. Für  Lothringer, Elsässer und Saarländer ist die Mühle ein beliebtes Ausflugsziel. Das Mehl wird hier direkt verkauft und an Bäckereien in der Umgebung geliefert.

Ein Teil davon landet  in der eigenen Küche. Hier backt Roger Roeser an Wochenenden und Feiertagen Flammkuchen,  die ganze Familie hilft dabei.

Herbitzheim

Das Örtchen Herbitzheim liegt im Krummen Elsass. Überall stößt man hier auf Bunker und Befestigungen der Maginot-Linie.  Mit diesem gigantischen Verteidigungssystem wollte der französische Kriegsminister André Maginot Lothringen und das Elsass vor dem Einmarsch der Deutschen schützen.

Saargemünd

Längst sind wir wieder in Lothringen, das Städtchen Saargemünd liegt direkt an der deutsch-französischen Grenze, hier mündet die Blies in die Saar. Viele Saarländer kaufen hier ein und genießen das  französische Flair. Es gibt ein Regionalmuseum mit zahlreichen vor- und frühgeschichtlichen Funden und eine bedeutende Sammlung der  weithin bekannten Saargemünder Fayencen.

Werft Wirozius in Hannweiler

Die Werft der Brüder Wirozius ist die letzte weit und breit. Als die Penischen genannten Lastkähne noch das Bild des Kanals bestimmten, gab es 5 Werften an der Saar, dort wurden Schiffe repariert und gebaut. Die Brüder Wirotius betreiben das Handwerk in der 2. Generation. Hans, Franz und Theo leben und arbeiten hier. Sie wohnen auf einem Hausboot direkt bei der Werft.  

Güdinger Schleuse

Nur ein paar Kilometer weiter erreicht der Saarkanal Güdingen, einen Stadtteil von Saarbrücken. Der Biergarten am Treidelpfad ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die Schleuse Güdingen  hat gerade ihren 150. Geburtstag gefeiert und steht unter Denkmalschutz. Wie die Schleusen in Lothringen wurde auch sie genau für die Maße der Penischen konstruiert.

Saarbrücken

Der Motorbootclub Saar bietet seinen Mitgliedern und Gästen im Saarbrücker Osthafen 55 Liegeplätze. Wer hier anlegt, schätzt den Hafenservice von Hafenmeister Hannes Hunger, er bringt morgens frisches Baguette und Croissants aus Frankreich mit. Der Hamburger Matrose ist seit vielen Jahren mit einer Französin verheiratet und lebt in Frankreich. Viele Gäste bedanken sich bei ihm mit einer Eintragung ins Gästebuch.

Der Saarbrücker Staden ist der beliebteste Park der Landeshauptstadt, mit Biergärten, Liegewiesen, dem Ruderclub Undine und mit der ungewöhnlichsten Aussicht. Die Graffitimauer am anderen Saarufer ist eine  der längsten Walls in Deutschland – und das sogar ganz legal.

Weiter stadteinwärts liegt die restaurierte Penische  „Anna Leonie“ vor Anker. Auf dem ehemaligen Lastkahn können  Besucher alten Treidelschiffzeiten nachgehen.

Sie ist das letzte Treidelschiff in der Region, vielleicht sogar in ganz Deutschland - im Originalzustand. Die ersten Treidelschiffe hatten keinen Motor und mussten zu Berg gezogen werden, erst von Menschen, später von Pferden und schließlich von Traktoren.

Saarbrücken war im 18. Jahrhundert eine wichtige Handelsstadt und die Saar ihr Haupttransportweg. Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken ließ sich auf dem Felsen über der Saar ein prächtiges Schloss erbauen. Weil für den barocken Garten nicht genug Platz war, ließ sein Baumeister Friedrich Joachim Stengel ganz einfach die Saar verlegen. Das Saarbrücker Schloss war sein Meisterwerk. Später wurde es mehrfach dem jeweiligen Geschmack der Zeit angepasst. Heute ist es ein Bürgerschloss. Für Edwin Schlitt und Annemarie Püschel ist das Schloss idealer Schlusspunkt ihrer Urlaubsreise. Und wie es sich für ein richtiges Bürgerschloss gehört, heißt es alljährlich im Sommer: „Sonntags ans Schloss“! Dann spielen im Schlossgarten Bands aus ganz Europa Blues und Rock, Folk und Pop – und das seit über 25 Jahren.

Tipps und Kontakte

Bootsverleih

Saarbrücken:

Le Boat am Saarbrücker Osthafen
06101  55791 75
www.leboat.de

Niderviller:

KUHNLE-TOURS GmbH
Leobener Straße 30
70469 Stuttgart 
Tel: 07 11  164 82-0 oder 03 98 23 2 66-0
www.kuhnle-tours.eu
E-Mail: info@kuhnle-tours.de

Adresse Niderviller:
Port Fluvial Tannenheim
F-57565 Niderviller
Tel: 0033 3.87.24.92.00
Fax: 0033 3.87.24.92.04
E-Mail: niderviller@kuhnle-tours.de

Saverne:

Nicols Yacht
11 rue de l'Orangerie
67700 Saverne
Tel.: +33 (0) 388 - 913 480
Fax: +33 (0) 388 - 913 380

Verschiedenes

Saarbrücker Kanu-Club e. V. 1923

Elsässer Straße 2
D-66119 Saarbrücken
Tel.: +49 (0) 681 51616
Email: kontakt(at)saarbruecker-kanu-club.de
Internet: www.saarbruecker-kanu-club.de

Rudergesellschaft Undine Saarbrücken
Bismarckstraße 129
66121  Saarbrücken
Tel. +49 (0) 681 63278
Fax: +49 (0) 681 63270
E-Mail: info@srg-undine.de

www.srg-undine.de

Sonntags ans Schloss

Kontakt: Kulturforum Regionalverband Saarbrücken
Schlossplatz 66119 Saarbrücken
Telefon +49 (0) 681 5067367

Schloss Diedendorf

Marie-France LUDMANN
51, rue Principale
F-67260 Diedendorf/Frankreich
Tel : 0033 3 88 01 01 96
e-mail : chateau-de-diedendorf@noos.fr
www.chateau-de-diedendorf.com/deutsch

Synagoge Fénétrange

Bettina Hanstein
Synagoge Fénétrange
rue du Vieux Pensionnat
F-57930 Fénétrange/ Frankreich
Telefon: 0170.556 78 99
www.synagoge-fenetrange.de

Restaurants

Moulin de Viller
5 rue Meunier
67260 HARSKIRCHEN/ Frankreich

Undine
Bismarckstraße 129
66111 Saarbrücken
0681 6853353
www.undine-restaurant.de

Café am Schloss
Schlossstraße 15
66119 Saarbrücken
0681 582621
www.cafe-am-schloss.com

Tomate 2
Schloßstraße 2
66117 Saarbrücken
0681 57846
www.tomate2.de

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