Entlang der Ill durchs Elsass: Alter Wachtturm im Ècomusée d' Alsace in Ungersheim (Foto: SR)

SEHENS- UND ERLEBENSWERTES

Von Süden nach Norden: Die Illquelle in Winkel wurde von einer Pariser Bildhauerin zu einem kleinen Kunstwerk gemacht - ein stilles Plätzchen, an dem man den Fluss per Hahn „aufdrehen“, dem Wasser beim Fließen über schön gestaltete Steine zusehen und zur Ruhe kommen kann. Einen Blick wert sind die schönen alten Mühlen hier im Sundgau, dem südlichsten Teil des Elsass. Zum Beispiel in Werentzhouse, direkt an der dortigen Illbrücke. Der Parcours Touristique de Peche à la Truite in Altkirch ist ein Paradies besonders für Forellenfischer - und das ganze Jahr über geöffnet. Hier hat man auf etwa zwei Kilometern Länge ein landschaftlich sehr schönes Stückchen Ill den Fischern gewidmet - und denen, die es werden wollen. Altkirch selbst ist die Hauptstadt des Sundgaus, mit sehenswerter Altstadt und allerlei Veranstaltungen. (www.sundgau-sudalsace.fr)

Mulhouse ist nicht nur die zweitgrößte Stadt des Elsass, es ist auch eine der interessantesten. Eine typische Stadt des zweiten Blicks: Wer hier mit offenen Augen herumspaziert, entdeckt eine großartige Bandbreite an Erlebenswertem: Der Marché Couvert ist nicht nur der größte Markt in Ostfrankreich - seine Farben, Waren, Geschmäcker und Gerüche aus aller Welt sind ein Erlebnis, für das man unbedingt genug Zeit (und eventuell auch ein bisschen Geld) mitbringen sollte. (Di., Do., Sa. von ca. 8-17h). Ein Mekka für Autofans aus aller Welt ist die Cité de l‘ Automobile - Collection Schlumpf, ebenfalls am Illkanal, knapp einen Kilometer nördlich des Markts. Was hier geboten ist, könnte sogar eingefleischte Autogegner milder stimmen: Das Museum bietet nicht nur die weltgrößte Sammlung europäischer Marken von den Anfängen bis zur Gegenwart, es ist auch ein ästhetisches Erlebnis (http://citedelautomobile.com). Natürlich gibt es in Mulhouse noch viel mehr zu sehen - vom alten Stadtzentrum über diverse Museen (vor allem die Cité du Train, das Eisenbahn-Pendant zur Cité de l‘ Automobile) bis hin zum Kulturzentrum La Filature, u.a. zweite Spielstätte der in Straßburg und Mulhouse beheimateten Opéra du Rhin. Alles aufzuzählen würde schlicht zu lange dauern, das Fremdenverkehrsamt hält alle Informationen aktualisiert bereit - auch zu den zahlreichen Festivals, die im Sommer in der Hauptstadt des Oberelsass stattfinden. (www.mulhouse-tourisme.fr)

Ein paar Kilometer nordwestlich von Mulhouse liegt das Ecomusée d‘ Alsace. Das Freilichtmuseum, eines der größten Frankreichs, bietet auf rund 35 Hektar Fläche einen genauso bezaubernden wie hochinteressanten Einblick ins Elsass von einst: Abbruchreife alte Häuser aus der gesamten Region, Bauernhöfe, Werkstätten und sogar ein Turm der mittelalterlichen Stadtmauer von Mulhouse wurden hier wieder aufgebaut und restauriert - ein ganzes Dorf samt Bahnhof, Friedhof und Kapelle entstand. Angestellte und Freiwillige zeigen altes Handwerk, man kann es sogar lernen und/oder mitarbeiten. Daneben gibt es Freiflächen, auf denen Landwirtschaft und Forschung betrieben werden, einen Naturlehrpfad, Gedanken zur Nachhaltigkeit und anderes mehr. Ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie man Museen echt, lebendig und fesselnd gestalten kann. Empfehlenswert sind hier auch die Nächte der „Songes et Lumières“ im August, wenn sich das Ecomusée in eine vielfarbige Bühne verwandelt, auf der Schauspieler, Erzähler und bildende Künstler allerlei zum Besten geben (www.ecomusee.alsace.fr), Chemin Grosswald, Ungersheim.

Entlang der Ill durchs Elsass: Bootstour auf der Ill mit Patrick Unterstock (Foto: SR)
Entlang der Ill durchs Elsass: Bootstour auf der Ill mit Patrick Unterstock

Zwischen Mulhouse und Colmar gibt es bei Ensisheim schöne Flußabschnitte, bevor die Ill erneut kanalisiert wird. Colmars„Klein-Venedig“ („La Petite Venise“) zählt sicherlich zu den schönsten Stadtvierteln des gesamten Elsass - und auch zu den meistbesuchten. Wer kann, sollte außerhalb der Hochsaison herkommen, um das Flair zu genießen, ohne sich durch die Gassen schieben zu müssen. Oder länger auf eine Bootsfahrt auf dem Illkanal zu warten, der das Viertel durchzieht: Die ist ein Muss.

Unterkünfte und Gastronomie gibt es entlang der Ill für nahezu jeden Geschmack und Geldbeutel - vom Gästezimmer über Frühstückspension und Campingplatz bis zum hochklassigen Hotel, vom einfachen Landgasthaus bis zum Sternelokal. Eines befindet sich in Illhäusern nördlich von Colmar, einem Ort, der aber nicht nur wegen der Auberge de l‘ Ill einen Besuch wert ist: Illhäusern, am Zusammenfluss von Ill und Fecht gelegen, geizt nicht mit idyllischen Orts- und Landschaftsbildern, die sich bei Spaziergängen an der Ill entdecken lassen. Und wer schon mal in Illhäusern ist, kann sich eine Matelote schmecken lassen - die elsässische Variante dieses exzellenten Fischgerichts wird von jedem Restaurant an der Route de la Matelote, die sich von Illhäusern bis hinter Straßburg zieht, nach einer eigenen Rezeptvariante zubereitet. In Illhäusern entweder im Restaurant à la Truite oder in der Auberge de l‘ Ill.

Etwa auf halbem Weg zwischen Colmar und Straßburg, auf der Höhe von Sélestat, beginnt die großartige Fluss- und Auenlandschaft des Grand Ried. Muttersholtzgehört zu den südlichsten Ortschaften des Ried. Dort lebt Patrick Unterstock, Bootsbauer und einer der besten Kenner der Ill. Von April bis Oktober unternimmt er für Besucher auf einem seiner selbstgebauten Illnachen Exkursionen im südlichen Grand Ried - viele der einst so typischen flachen Boote, die heute noch auf der Ill unterwegs sind, sind von Unterstock gebaut. Sein Bootstouren und seine charmante Art zu erzählen sind etwas, das sich niemand entgehen lassen sollte, der sich für die Ill und das Elsass interessiert. Außerdem vermietet er Gästezimmer und ein Tipi. (www.batelier-ried.com).

Natürlich lässt sich die Ill auch selbst per Kanu oder Kajak befahren. Es gibt mehrere Verleihe, Informationen dazu erteilen die jeweiligen Fremdenverkehrsämter. Generell gilt, dass man sich für eine Fahrt entlang der Ill ein bisschen Zeit nehmen darf und soll: es gibt so vieles zu sehen und zu entdecken, dass es schade wäre, wenn man nur „vorbeirauscht“.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja