Luxeuil-les-Bains: Badeort mit uralter Geschichte (Foto: SR)

Sehens- und Erlebenswertes

Faucogney ist das „Zentrum“ des Lands der 1000 Seen. Ein ruhiges mittelalterliches Städtchen voller Charme, in dem bisweilen die Zeit stehengeblieben scheint. Trotzdem oder gerade deswegen hat es in den letzten Jahren nicht wenige hierher gezogen, darunter auch so manche Deutsche. Die malerische Altstadt diente bereits als Kulisse für einen Kinofilm, und die Tour de France kam auch schon vorbei. Es gibt in Faucogney kein Hotel, dafür zahlreiche Ferienwohnungen, Appartements und Gästezimmer (www.ot-faucogney.fr/index.php?IdPage=1333542584)

Das gilt übrigens für das gesamte "Plateau des 1000 Étangs" – was den Vorteil hat, dass der Besucher auch gleich mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Wer ein Hotel möchte, sollte nach Luxeuil-les-Bains ausweichen. Ganz besonderen Charme hat in Faucogney die Rue des Fossés. Ihre Häuser haben allesamt Innenhöfe bzw. Patios, und es scheint mit einem Mal, als sei man in Südspanien. Denn die Architektur der Häuser und Höfe stammt aus der Zeit der spanischen Herrschaft  von 1556 bis 1674. Heute gehört die Gegend zur französischen Franche Comté.

Die Umgebung von Faucogney wartet mit vielerlei Sehenswertem auf: Von der Straße nach Luxeuil geht es in Sainte-Marie-en-Chanois durch den Wald hinauf zur alten Einsiedelei des Heiligen Columban von Luxeuil (Eremitage de Saint-Colomban), ein zauberhafter, stiller Ort mit Panorama, Quelle und einer kleinen neugotischen Kapelle. 500 Meter davor liegt das Anwesen von Gesa Emde und Mirko Krizanovic samt Galerie und Gästezimmern (https://krizanovic.com/fr/b-b-chambres-d-hotes/)

Der Brigandoux-Wasserfall (Saut du Brigandoux) am Sträßchen von Faucogney über Saphoz nach La Mer ist ein verwunschenes Reich, um das sich eine alte Sage rankt. Da der Wasserfall von dem Sträßchen aus nicht direkt einsehbar ist, am besten in den Fremdenverkehrsbüros nach einer Karte fragen! Wer sich für die Sagen und Legenden der Region interessiert, sollte sich an den Geschichtenerzähler und "Feenforscher" Hervé Thiry-Duval wenden (lefeericologue@aol.com).

Die Hochplateaus von La Lanterne-et-les-Armonts und Esmoulières bieten nicht nur zahlreiche kleine Seen, sondern auch Panoramen, die oft in allen vier Himmelsrichtungen in die weite Landschaft (und auch Richtung Vogesen) schauen lassen. Die Seen selbst sind übrigens fast immer – auch wenn es meistens nicht so aussieht – von Menschenhand gemacht. Es waren die Mönche des Mittelalters, die den Bewohnern der Gegend zeigten, wie sie ihre Moore in Seen verwandeln und darin Fischzucht betreiben konnten. Fast alle Seen sind in Privatbesitz, Schwimmen ist in den Privatseen nicht gestattet.

Tipp: die blauen Wanderkarten (Cartes Bleues) des IGN (Institut National d’ Information Géographique et Forestière) bieten nicht nur Orientierung. Im Land der 1000 Seen sollte man sich ganz bewusst ein bisschen treiben lassen, mal nach links, mal nach rechts und ganz nach Laune Abstecher machen - die IGN-Karten sind so exakt, dass man sich mit ihnen nicht einmal auf den kleinsten Nebensträßchen oder Wanderwegen verirren kann. Erhältlich sind sie in Schreibwarengeschäften (Papeteries) und Buchhandlungen, oft auch in Tourismusbüros. (www.ign.fr).

Überall im Land der 1000 Seen finden sich die typischen alten Bauernhöfe mit ihren runden Eingangstoren. Viele von ihnen sind inzwischen zu Zweitwohnsitzen und Wochenendhäusern geworden, manchmal auch zu Ferienwohnungen. Wer die Vielfalt, die Schönheit und das Savoir vivre der Gegend an einem Ort finden möchte, sollte den Privatgarten von Danièle und Hubert Simonin in La Ferrière besuchen (Jardin de la Ferrière in La Ferrière, Ortsteil von Amont-et-Effreney an der D6 ca. 4km nördlich von Faucogney, www.ot-faucogney.fr/index.php?IdPage=1333525767).

Einen Abstecher wert ist auch die Kammstraße, die Route des Crêtes des Plateau des 1000 Étangs (D57). Sie ist über die D6 von Faucogney aus zu erreichen (Richtung Rémiremont) und beginnt am Col du Mont de Fourche. Dort entweder nach links oder nach rechts und an den Kammlagen der rund 700 Meter hohen Hügellandschaft entlang, mit Ausblicken ins lothringische Moseltal und auf die lothringisch-elsässischen Vogesen. Zurück dann zum Beispiel durch das Tal von Servance (D486, entlang der hier schon bis zu 1200m hohen Vogesen nahe am „Dreiländereck“ Franche-Comté-Lothringen-Elsass) nach Mélisey und von dort über die D73 nach Faucogney. Wer sich fürs Angeln begeistert oder Fischen lernen möchte, sollte von Mélisey auf der D72 nach Les Guidons fahren. Dort ist Nicolas Gavoille Fischereilehrer und bietet auf seinem Bauernhof Ferme des Guidons auch Übernachtungsmöglichkeiten und Chalets ( www.mesvacancesdepeche.fr ).

Luxeuil-les-Bains ist ein renommierter Badeort mit beeindruckendem Renaissancestadtbild. Er bildet das westliche Tor zum Land der 1000 Seen. Schon die Kelten wussten die Heilquellen von Luxeuil zu schätzen, dann die Römer, und bis heute kommen die Menschen auch aus den Nachbarländern nach Luxeuil. Wer in der Nähe ist, sollte einen Spaziergang durch die Altstadt von Luxeuil auf keinen Fall verpassen – und dabei auf den Turm `Tour des Échevins` steigen, am besten an klaren Tagen, denn das Panorama ist beeindruckend. Wer Glück hat, sieht bis zu den Alpen. Im Turm finden sich darüber hinaus interessante archäologische Funde und eine kleine Gemäldegalerie. Die Thermen von Luxeuil, am nordwestlichen Ende der Altstadt gelegen, sind ebenfalls einen Besuch wert. Nicht nur für die, die kuren wollen: Das Gebäude aus dem späten 18. Jahrhundert vereint verschiedene Baustile samt sehenswerten Art-Déco-Mosaiken und –Gemälden. Man kann in den Thermen genauso kuren wie Fitnesssport treiben oder einfach für ein paar Stunden mit oder ohne Behandlung die Seele baumeln lassen (www.chainethermale.fr/stations/luxeuil-les-bains.html).

Luxeuil bietet zahlreiche Events und Veranstaltungen, sehr atmosphärereich und charmant sind im Juli und August die Nachtmärkte (Marchés de Nuit), wo sich Einheimische und Besucher zwanglos bei lokalen wie überregionalen Gaumenfreuden und Getränken treffen und regionale Traditionen pflegen. Ein wirklich nettes Erlebnis, kein Spektakel. Knapp 10km nördlich von Luxeuil liegt Fougerolles, eine von nur vier staatlich anerkannten Herkunftsregionen von Eau de Vie in Frankreich. Wer es hochprozentiger mag, ist hier richtig: Der Kirschschnaps aus Fougerolles gehört definitiv zu jenen Spezialitäten, die man gekostet haben muss, wenn man in der Region unterwegs ist. Einkaufen kann man auch direkt bei den Distillerien bzw. Produzenten, manche bieten auch Führungen an. In Luxeuil gibt es aufgrund des Kurbetriebs verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten, Hotels und Restaurants. Wer von Luxeuil aus ins Land der 1000 Seen startet, sollte das hübsche Tal von Saint-Bresson (D6 Richtung Faucogney, in Raddon-et-Chapendu links abzweigen) nicht verpassen – wer es bis zum Ende hinauffährt, gelangt übrigens zur schon erwähnten Kammstraße, der Route des Cretes an der Grenze zu Lothringen (D57).

Einen ganz besonderen Zauber übt der Blick von oben aufs Land der 1000 Seen aus. Gelegenheit dazu bietet ein Rundflug vom Aérodrome de Vesoul aus (http://aeroclub70.free.fr). Vesoul liegt rund 30km südwestlich von Luxeuil-les-Bains und ist der Hauptort des Départements Haute-Saone in der Franche Comté, zu der das Land der 1000 Seen gehört. Ein solcher Rundflug dauert ein bis zwei Stunden und kostet zwischen ca. 130 und 230 Euro. Wer einen längeren Urlaub plant, kann beim Aéroclub auch einen Schnupperkurs belegen und Fliegen lernen.

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